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Buried (2010)

: Ryan Reynolds
: Rodrigo Cortéz
: Chris Sparling
: ca. 94 min
: ab 16
: 04.11.10 (Kino)
: Ascot Elite
: USA, Spanien, Frankreich
Unsere Wertung
10.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
9 votes
6.7

Buried (2010)

Was braucht es um einen Film zu drehen? Bretter, Nägel, einige Schaufeln Sand, ein paar Lichtquellen, ein Handy und einen einzigen Schauspieler. Fertig!

Dieser eine Schauspieler ist Ryan Reynolds in der Rolle von LKW-Fahrer Paul Conroy, der sich nach einem Angriff auf seinen Hilfsgüter-Konvoy durch den Irak in einem Sarg unter der Erde wiederfindet. Es gibt keinen Ausweg und die einzige Möglichkeit mit der Außenwelt zu kommunizieren besteht in einem Handy, das ihm die Entführer hinterließen.

Die gesamte Handlung spielt in diesem Sarg und alle anderen Menschen außer Paul sind (mit Ausnahme eines kurzen Handyvideos) gesichtslose Stimmen am Telefon.
Es ist kaum zu glauben, dass Regisseur Rodrigo Cortés und Drehbuchautor Chris Sparling
denken, mit diesen mageren Zutaten einen Film über 90 Minuten füllen zu können und noch unglaublicher ist, dass es ihnen gelingt.

Nachdem Paul versteht was mit ihm geschah, nutzt er das Handy, das in der Folge die wichtigste Rolle spielt,  für verschiedene Dinge: Einerseits bemüht er sich um seine Befreiung indem er verschiedene US-Behörden kontaktiert. Er wird aber auch immer wieder von einem der Entführer angerufen, der Lösegeld fordert, welches Paul telefonisch besorgen soll.
Andere Anrufe gehen an Pauls Familie, von der er sich – mit dem Schlimmsten rechnend – verabschieden will.

Natürlich sind alle Gespräche von Pauls Angst geprägt, doch entstehen je nach Gesprächspartner Resignation, Wut, Ungläubigkeit und manchmal bleibt dem Zuschauer sogar ein Lachen im Halse stecken.

Langeweile kommt trotz des immer gleichen Handlungsorts nicht auf.  Durch neue Wendungen, die für den Zuschauer stets nachvollziehbar bleiben wird die Geschichte stets voran getrieben. Wichtigster Faktor ist aber wohl die Intensität, die von der ersten Minute an da ist und -obwohl man denkt, dass sie nicht mehr gesteigert werden kann- dadurch noch erhöht wird, dass man Paul und sein ganzes Leben besser kennen lernt, sich in seine Situation hineinversetzen kann und gegen Ende genauso dringend wie er diesem dunklen, engen und beklemmenden Ort entkommen möchte.

Für optische Abwechslung sorgen unterschiedliche Lichtquellen, die mal vom Handy, mal von einem Feuerzeug, aber auch von einer Taschenlampe mit Wackelkontakt oder einem Leuchtstab stammen, doch manchmal herrscht auch vollkommene Dunkelheit und für lange Sekunden lassen nur ein paar Geräusche Rückschluss auf die Ereignisse zu.

Hätte der Regisseur Pauls Gesprächspartner in ihrer jeweiligen Situation gezeigt, wäre Buried ein komplett anderer Film geworden, doch was sich außerhalb des Sarges zuträgt, wissen wir nicht. Als Zuschauer sind wir so gefangen wie Paul und sehen nur was er sieht, teilen nur seine Sicht der Dinge.

Wie viele großartige Filme, hat auch Buried nebenbei etwas zu sagen und übt harte Kritik. Auch wenn die Unterhaltung im Vordergrund steht, lässt sich kaum übersehen, dass man Paul zwar Hilfe verspricht, aber beinahe jeder Anruf darin endet, dass der Gesprächspartner inkompetent ist, eigene Interessen verfolgt, nicht über seinen bürokratischen Schatten springen kann oder Paul gar in den Rücken fällt.
Dies lässt zumindest über reale Geiselnahmen in Afghanistan und Irak nachdenken.

„Er kommt frei“ oder „Er kommt NICHT frei“ sind von Beginn an die einzigen möglichen Optionen wie der Film enden kann und trotzdem hält Buried am Ende noch eine Überraschung parat.

Für alle Regisseure, die mit normalen Möglichkeiten mittelmäßige Filme abliefern, muss Buried ein Schlag ins Gesicht sein. Dies ist ein Experiment, das in einem Meisterwerk endete und wieder einmal die derzeitige Vorherrschaft des spanischen Horrorfilms unter Beweis stellt.
Ein Film für das breite Publikum ist es wohl dennoch nicht, wie der erschreckend leere Kinosaal zeigte. Von stupiden Zahlen wie Einspielergebnissen sollte sich aber niemand abschrecken lassen. Ansehen!

 

Buried (2010), 6.7 out of 10 based on 9 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

11 Kommentare

  1. anna
    01 Mrz 2011, 7:46 pm

    1. wieso sagt der seinem “seelsorger” seine handy-nr. nicht nach dem er sie gefunden hat???

    2. ja tolle überraschung am ende…NICHT

    3. warum wird der film hier gezeigt…ich fand da war kein stück horror

    und überhaupt ich hab den film jetzt gesehen und ich ´trauer um meine 90 min. die ich durch den film verschwendet habe!

    der film ist nicht lustig, nicht aufregend, nicht interessant, nicht gruselig…jedoch hat mich sein chef extrem aufgeregt, also hat der film lediglich aggressionen in mir erweckt und das ist nicht lobenswert

    cheers

  2. ZombieSnail
    25 Mrz 2011, 3:31 pm

    Ein genialer Film, der aber den Horizont der breiten Masse übersteigt. Man muss schon bereit und in der Lage sein, sich mit moralischen, gesellschaftlichen und politischen Problemen auseinanderzusetzen, um aus diesem Film Gewinn ziehen zu können. Ein Unterhaltungsfilm ist “Buried” nicht – im Gegenteil. Und ein Horrorfilm ist er nebenbei bemerkt auch nicht… Fazit: Ein Geniestreich mit deutlich mehr Tiefgang, als die Masse vertragen kann.

  3. Sabrina
    26 Mrz 2011, 1:26 pm

    Der Film war einfach nur langweilig, hätt ich mir ersparn können.. und von dem scheiss ende will ich gar nicht erst anfangen -.-

  4. HorrorKeven
    05 Apr 2011, 6:31 pm

    Also der Film war eher schlecht als recht!
    Der ganze Film war langweilig, ausser die Scene mit der Schlange, und der Schluss vom Film, da kam ein bisschen Spannung ins Spiel! Ich mag lieber Filme die gut ausgehn, aber naja…
    Der Film hätte 5 Sterne verdient… aber 10 Sterne…. etwas übertrieben!

  5. klörig
    29 Apr 2011, 5:45 am

    @ZombieSnail: “[…] in der Lage sein, sich mit moralischen, gesellschaftlichen und politischen Problemen auseinanderzusetzen […]”
    Und wie viele Kinogänger und Filmfans machen das?

  6. Alex1979
    29 Apr 2011, 6:02 pm

    Auf der einen Seite ist es natürlich die Frage, was man von einem Horrorfilm erwartet. Das Thema “Lebendig begraben” wurde ja bereits von Edgar Allen Poe etabliert, und der war ja ohne Zweifel im Horrorgenre heimisch. Insofern ist es schon “Horror”, wenn jemand in einem Sarg aufwacht und um seine Freilassung kämpft.

    Dass leere Kinos nicht unbedingt etwas über die Qualität des Films aussagen müssen, haben schon andere Filme gezeigt.

    Was mich jedoch immer wieder verwundert, ist die Tatsache, dass sich jemand einen Film ansieht und nach 80 Minuten feststellt, dass er ihm nicht gefällt. Einen Film, der mir nicht zusagt, schau ich mir nicht bis zum Ende an und verschwende auch nicht noch zusätzliche Zeit damit, ausführlich darzulegen, wie schlecht ich ihn fand. Aber das ist nur meine Meinung.

  7. Horhe
    12 Mai 2011, 3:58 pm

    Hallo,

    1. ich wünschte ich hätte die Kommentare vorher gelesen.
    2. anna ist in jedem Ihrer drei Punkte zuzustimmen.
    3. ZombieSnail: Also so ein Blödsinn kann wirklich nicht jeder so ohne weiteres von sich geben! Wenn man schon so einen derart mißerablen Film rausbringt und einen tieferen Sinn vermitteln möchte, dann verpackt man den nicht als Unterhaltung im Genre Horror damit sich eine große Anzahl an Menschen danach darüber ärgern, sondern also Genre für “weiß gott was dafür das Genre wär” und lässt ihn auf Arte laufen, da wo es genügend Menschen gibt die den Sinn verstehen “möchten” !!!

    Einer der schlechtesten Filme die ich je gesehen habe und die Krönung ist das schlechte Ende!!!

  8. PsychoFaser
    19 Jun 2011, 12:45 am

    Zunächst einmal sollte man erwähnen dass es sich hier um einen sehr ungewöhnlichen film handelt, der nicht die typischen horrorklischees bedient. Wer also einen blutigen slasher erwartet solte von buried die finger lassen. Dieser film setzt viel mehr auf eine spannende story sowie eine künstlerische inszenierung. Der film lebt von den schauspielerisch überragenden fähigkeiten des ryan reynolds und eine lage, in die sich der zuschauer hineinversetzt.
    Ich würde buried desshalb eher zwischen den genre thriller/horror und drama sehen.
    Dieser film ist handwerlich einfach perfekt, undglaublich spannend ohne mit großen spezialeffekten zu spielen, ich kann die negativen comments von daher nicht nachvollziehen und muss dem HP in seiner wertung mit 10 sternen zustimmen. Einer der besten genre filme den ich in der letzten zeit gesehen habe

  9. Trabilady
    10 Sep 2011, 7:28 pm

    Für Menschen mit Platzangst ist dieser Film wahrscheinlich wirklich der blanke Horror, aber alles in allem fand ich ihn nicht “gruselig”.
    Doch obwohl der Film (meiner Meinung nach) relativ langweilig war, haben mich gewisse Szenen zum Nachdenken gebracht…

  10. Leon
    12 Dez 2012, 2:53 pm

    Ein absolut großartiger Film – aber wie man schon hier an den Kommentaren sehen kann, trifft er nicht jeden Geschmack. Nur bitte seid nicht arrogant und erhebt eure Meinung zur Allgemeingültigkeit – “Buried” ist eher experimentelles Artkino als massenmarktkompatibler Film-Snack für Zwischendurch; mit einfachsten Mitteln erzeugt der Film eine Intensität, die kein Horror-Slasher jemals erreichen könnte. Bitte mehr davon!

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