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Blood River (2007)

: Andrew Howard, Tess Panzer, Ian Duncan
: Adam Mason
: Adam Mason, Simon Boyes
: 104 min.
: FSK 18
: MIG
: USA
Unsere Wertung
7.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
2 votes
8.5

Blood River (2007)

Dem Südwesten der USA kommt in Filmen immer wieder eine mystische Rolle zu. Tatsächlich ist die Kombination aus Wüste, Hitze und Einsamkeit gleichermaßen schön und bedrohlich.
Trotz der ewigen Weiten dient diese Kulisse BLOOD RIVER als Hintergrund für ein Kammerspiel, das gerade einmal drei Schauspieler benötigt.

Das frisch verheiratete Paar Summer (Tess Panzer) und Clark (Ian Duncan) hat einen Autounfall in diesem kargen Landstrich. Obwohl beide nicht ernsthaft verletzt werden, ist mit schneller Hilfe nicht zu rechnen, die Sonne brennt und Summer ist zudem schwanger. Zu Fuß machen sich die beiden auf zur nächsten Stadt. Dort angekommen stellt sich heraus, dass es sich um eine Geisterstadt handelt.
Kein Telefon, kein fließendes Wasser, doch dafür kommt kurze Zeit später ein Mann namens Joseph (Andrew Howard)  in die Stadt, der vorgibt ebenfalls liegen geblieben zu sein.

Viel mehr kann man an dieser Stelle kaum verraten, ohne den Plot offenzulegen.
Nur so viel: BLOOD RIVER spielt geschickt mit den Erwartungen des Zuschauers, kommt aber mit einer recht eigenwilligen Erzählweise daher.
Da man Joseph zuvor schon einmal in einer doppeldeutigen Szene kennengelernt hat, tendiert man schnell dazu ihn als den üblichen Psycho abzustempeln, der Jagd auf Touristen macht. Tatsächlich wirkt seine Anwesenheit auf den Beobachter – aber auch auf Clark – beklemmend und er stellt sich als jemand heraus, mit dem man nicht gerne alleine im Nirgendwo gefangen sein möchte, dies aber auf eine völlig andere Weise, als vermutet.
Und Joseph ist nicht der einzige, den man falsch einschätzt…

Wie oben angedeutet bewegt sich die Handlung räumlich und personell in einem eher kargen Rahmen, so dass neben Wüste und den drei beschriebenen Charakteren keine Neuerungen zu erwarten sind. Inhaltlich sieht das anders aus: hier erleben wir einen steten Fluss, der – wenn auch der langsamen Erzählweise folgend –  viele Wendungen parat hält.

Trotz des deutlichen Namens und eines plakativen Messers auf dem Cover (das im Film nicht zu finden ist), kommt der Streifen mit wenig Gewalt aus, bzw. deutet diese nur an.

Dialoge stehen in BLOOD RIVER im Mittelpunkt. Das mag Freunde von harter Action enttäuschen, zumal nicht alle Unterhaltungen zwingend auf den Punkt kommen und wenn nicht ins Leere laufen, so doch zumindest einen Spielraum für Interpretationen lassen.
Das gilt übrigens auch für  das Ende des Films. Während man als Zuschauer zwischendurch nur noch Fragezeichen sieht, klärt sich zum Schluss vieles, aber eben nicht alles und während der eine froh sein wird, eigene Deutungen anbringen zu können, wird ein anderer enttäuscht sein.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Film, dessen Ansätze zwar stärker sind als die letztliche Umsetzung, aber dennoch einige Qualitäten bietet. Vor allem Andrew Howard, macht als mysteriöser Fremder eine gute Figur.

 

Blood River (2007), 8.5 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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