Blick des Bösen (2008)

In Zeiten, da so ziemlich jede vorhandene Horror-Figur unzählige Male durchgekaut wurde, macht es durchaus Sinn sich auf klassische Wesen der Mythologie zurückzugreifen. Genau das tut BLICK DES BÖSEN. Dazu passt der Fakt, dass es sich um eine britische/irische Produktion handelt, da Fabelwesen wie z.B. der Leprechaun und Elfen auch im heutigen Irland noch eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

BLICK DES BÖSEN befasst sich mit der Thematik des Wechselbalgs, ein Kind, das von Dämonen ausgetauscht wird.
Solch ein Kind soll Daisy sein, die in dem irischen Dorf an der Küste von fast allen Einwohnern gemieden wird. Als ihre Eltern bei einem Feuer ums Leben kommen, wird sie von Marta und ihrem Mann Thomas aufgenommen, deren eigenes Kind vor kurzem verstarb. Während Marta Daisy gegenüber allen anderen in Schutz nimmt, wächst Thomas‘ Unsicherheit. Ist an den Dingen, die man sich erzählt, ein Funken Wahrheit? Sind die Unfälle in Daisys Umgebung Zufall?

Der Film wirft mehr Fragen auf, als er Antworten liefert und geht dabei subtil vor. Das mag an der weiblichen Handschrift von Regisseurin Aisling Walsh liegen, die den Vorschlaghammer meist in der Werkzeugkiste lässt und stattdessen mit Andeutungen arbeitet. Es empfiehlt sich also die Augen offen zu halten.

Ein Horrorfilm ist BLICK DES BÖSEN daher vielleicht weniger, als vielmehr ein Gruselfilm. Daisy ist ohne Zweifel ein unheimliches Kind, das aber nicht mit Damien aus DAS OMEN oder dem Mädchen aus ORPHAN verglichen werden kann. Man sieht nicht wie sie Intrigen spinnt oder sich in ein Monster verwandelt. Sie ist einfach ein Kind, und die Tatsache, dass sie sich gerne als Fee verkleidet ist für kleine Mädchen nicht abwegig. Aber als Zuschauer versteht man schnell auch die Angst der ohnehin abergläubischen Dorfbewohner.

Stimmig ist auch die Umgebung in der der Film spielt. Die raue Landschaft der westirischen Küste liefert wirkt ebenso bedrohlich wie schön und liefert somit die gleiche Ambivalenz wie der Rest der Handlung und bietet zudem ungewöhnliche Naturaufnahmen.

Etwas Kritik gibt es aber dennoch: So wünscht man sich hier und da etwas mehr Leben, während der Film doch recht gemütlich dahin dümpelt.

Trotzdem ist BLICK DES BÖSEN ein Film, der sich durch Optik, Thematik und Intelligenz angenehm vom Einheitsbrei abhebt.

[xrr rating=7/10]

Facts

Darsteller Samantha Morton, Steven Mackintosh, Mhairi Anderson
Regie Aisling Walsh
Drehbuch Lauren Mackenzie
Länge ca. 88 min
FSK ab 16
Veröffentlichung 10.02.10 (DVD und BD)
Verleih/Vertrieb EuroVideo
Sonstiges DVD-Specials: Interviews

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. anna
    12 Feb 2011, 12:31 am

    dieser film ist sehr sehr öde !

  2. Marcel
    15 Feb 2011, 2:27 pm

    Kann dem nur zustimmen. Schlechte Schauspieler, öde Story nichteinmal das Ende macht Sinn.

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