Agnosia (2010)

Die junge Frau Joana leidet seit ihrer Kindheit an Agnosie, einer Krankheit, die sie zwar alle Reize wahrnehmen lässt, wobei sie diese aber falsch zuordnet. So kann es sein, dass sie selbst ihren Verlobten Carles nicht erkennt, ein Umstand den sich einige Verbrecher zunutze machen, als sie Joana ein Geschäftsgeheimnis ihres verstorbenen Vaters entlocken wollen.
Während Carles glaubt, dass sich Joana einer dreitägigen Therapie unterzieht, die sie von allen Menschen und sonstigen Reizen abschottet, wird sie in Wirklichkeit an einen anderen Ort gebracht, wo sich ein anderer für Carles ausgibt, wobei er Joana näher kommt, als Carles es je konnte.

Wer AGNOSIA schon gesehen hat, wird sich fragen: „Ist das noch Horror?“ und die Antwort ist „Nein!“
Der Film bewegt sich an der Grenze dessen, was wir euch hier vorstellen wollen. Hartgesottene dürfen diese Zeilen gerne als Warnung verstehen, denn außer einer düsteren Atmosphäre hat AGNOSIA wenig Grusel zu bieten und die FSK 16-Freigabe ist wohl eher auf 1-2 erotische Szenen zurückzuführen als alles andere.

Da wir aber nun schon mal dabei sind, will ich dennoch ein paar Worte über den Film verlieren, der auf der DVD-Hülle mit den Produzenten von PAN’S LABYRINTH und DAS WAISENHAUS wirbt und dort zudem mit MEMENTO, INCEPTION UND PRESTIGE verglichen wird.
Mit keinem dieser Meisterwerke kann AGNOSIA mithalten.
Trotzdem sind einige Parallelen gegeben, denn wie einige der erwähnten entstand der Film in Spanien und spielt dort Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts.
Wer mit den Romanen von Carlos Ruiz Zafon (Der Schatten des Windes) vertraut ist, kann auch diese zum Vergleich heranziehen, denn sowohl räumlich, zeitlich, aber vor allem inhaltlich bestehen Ähnlichkeiten. Wie in Zafons Büchern spielt tragische Liebe eine übergeordnete Rolle und Spanien ist kein sonnenverwöhnter Staat, sondern ein dunkler Ort.

Obwohl die Farben teilweise etwas blass bleiben, wurde hier stilvoll gefilmt und obwohl die Hälfte des Films in einem abgedunkelten Raum spielt, kommt die Optik nicht zu kurz.
Schauspielerisches Können wird ebenfalls geboten, aber die Inszenierung hätte gerne etwas straffer sein können. So kann sich der Zauber, der sich in andeutet, nie recht entfalten.

Fazit: Kein Meisterwerk, kein Totalausfall, aber sicher kein Horrorfilm.

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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