A Serbian Film

A Serbian Film (2010)

Darsteller: Jelena Gavrilovic, Sergej Trifunovic, Srdjan Todorovic
Regie: Srdjan Spasojevic
Drehbuch: Aleksandar Radivojevic
Länge: 86 min
FSK: 18
Veröffentlichung: 30.06.11 (DVD+BD)
Verleih/Vertrieb: Laser Paradise
Land: Serbien
Unsere Wertung
6.5
VN:F [1.9.17_1161]
User Score:
3 votes
7.0

Was sagt man über einen Film, der seit Monaten immer irgendwann zum Gespräch wird, wenn sich zwei Horrorfans zusammenfinden? Selten wurde in den letzten Jahren ein Streifen kontroverser diskutiert und selbst einige hartgesottene Genre-Fans sehen ihn kritisch.
Interessanterweise scheint jeder eine Meinung zu A SERBIAN FILM zu haben, auch die die ihn nicht kennen; während andererseits selbst Menschen, die normalerweise geschnittene Filme verurteilen, nach Zensur schreien.

Nun, beginnen wir mit der eigenen Auseinandersetzung, die bereits ausreichend Konfliktpotential bietet. Nicht nur in der Horrorpilot-Redaktion wurde hitzig diskutiert, auch der Verfasser dieser Zeilen hat sich mehr als nur ein paar Gedanken gemacht.
Sollte man den Film ignorieren? Oder ihn wie jeden anderen behandeln?
A SERBIAN FILM ist sicher nicht wie jeder andere Film, aber eines muss man auch klarstellen: Hier ist niemand zu Schaden gekommen. Auch wenn „ Snuff“ im Film das zentrale Thema ist, auch wenn grafische (sexualisierte) Gewalt allgegenwärtig ist, haben wir es doch nur mit Schauspielern und Effekten zu tun.

Worum geht es also?
Die Geschichte handelt von Milos, einem Pornostar im Ruhestand. Milos gehörte zu den Besten, einer der immer kann. Eigentlich ist er inzwischen verheiratet, hat einen Sohn und ist mit der Branche fertig, aber als Regisseur Vukmir ihm eine große Menge Geld für einen letzten Film bietet, kann Milos nicht nein sagen.

Sex dominiert das Geschehen. Anfangs einvernehmlicher Sex zwischen Milos und seiner Frau, über den professionellen Sex eines Pornodarstellers bis hin zu allen entarteten Gangarten wie Pädophilie und Nekrophilie.
Da Milos mit der Gabe ausgestattet ist auch ohne körperliche oder optische Stimulation eine Erektion zu haben, ist ihm Sex auch dann möglich wenn er selbst keine Lust verspürt. Für den Verlauf des Films ist dies entscheidend, da er der Sympathieträger in der kranken Welt ist, die Regisseur Srdjan Spasojević uns zeichnet. Er hat Prinzipien, Gewalt bereitet ihm keinen Spaß und dennoch kann er die fragwürdigen sexuellen Praktiken ausführen, die Vukmir von ihm verlangt.

In gewisser Weise geht es dem Zuschauer wie Milos. Während ihm nicht gefällt was er tut und die Absichten von Regisseur Vukmir, der der Meinung ist ein Kunstwerk zu erschaffen, nicht versteht, fühlt sich der Zuschauer ähnlich.
Was wir sehen ist verstörend und falls uns Srdjan Spasojević etwas sagen will, sollte er besser eine Packungsbeilage hinzufügen.
Wie zu lesen war, soll A SERBIAN FILM auf die Missstände in Serbien hinweisen, zum einen bezogen auf die dortige Zensur (die mit dem Film ihre helle Freude haben wird), zum anderen auf den blinden Gehorsam, den sich Machthaber erzwingen.
Man muss dem Film zugestehen, dass er sehr professionell und nie billig wirkt und man in Milos schon fast eine Zerrissenheit erkennen kann, die Sigmund Freud stolz gemacht hätte: Während sein triebgesteuerter Penis (Es) gerne jeden noch so schmutzigen Auftrag ausführt, tut der rational denkende Milos (Ich) dies nur um seine Familie zu ernähren, während sein Gewissen (Über-Ich) am liebsten sofort aussteigen möchte.
Ich will also gerne glauben, dass in A SERBIAN FILM mit vielen Metaphern gespielt wird, aber verdammt noch mal, soll ich mir wirklich über Politik Gedanken machen, während auf dem Bildschirm ein Baby missbraucht wird?
Ist das Kunst? Und falls ja, darf Kunst wirklich alles?

Vergewaltigungen in Filmen feiern derzeit Renaissance was die Remakes von I SPIT ON YOUR GRAVE, LAST HOUSE ON THE LEFT, THE HILLS HAVE EYES und HALLOWEEN, aber auch dem brandneuen KIDNAPPED belegen. Ist A SERBIAN FILM schlimmer als diese Streifen weil er ein widerliches Verbrechen noch widerlicher darstellt?
Einerseits ist sexuelle Gewalt ein zentraleres Thema, und fast scheint es, als wollte man alle erdenklichen und undenkbaren Sexualpraktiken unterbringen; insgesamt wirkt der gesamte Film aber weniger realistisch als einige der oben genannten und glorifiziert nichts.
Daher wird kaum jemand, der z.B. die Vergewaltigungen in I SPIT ON YOUR GRAVE als erschreckend befand, Gefallen an dem zeigen, was A SERBIAN FILM uns vorsetzt. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass es dennoch Arschgeigen gibt, die den ganzen Film als einzige Wichsvorlage sehen.

Was ist A SERBIAN FILM also? Intelligent oder platt?
Vielleicht beides. Vielleicht ein gut gemeinter Film, dessen Mittel einfach übers Ziel hinaus schießen.
Vielleicht hat Spasojević sein Werk nicht einmal bewusst auf Skandal getrimmt, in Kauf genommen hat er den weltweiten Aufschrei aber sicher.

Ein schöner Film ist A SERBIAN FILM nicht, leichte Unterhaltung geht anders und die Frage ob man das alles sehen will/zeigen muss, lasse ich mal hier zusammen mit einigen anderen Fragezeichen im Raum stehen.
In sich ist der Film aber stimmig, mit verstörender Atmosphäre bis hin zum pessimistischen Ende.

Wie immer laden wir euch gerne dazu ein eure Kommentare zum Film oder Review zu hinterlassen und es ist klar, dass in diesem Fall die Meinungen womöglich recht weit auseinandergehen, weswegen wir euch bitten im freundlichen und sachlichen Ton miteinander zu diskutieren.

A Serbian Film (2010), 7.0 out of 10 based on 3 ratings

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Geschrieben von Mick | 01 Jul 2011 | Reviews (Filme)

33 Kommentare

  1. max
    01 Jul 2011, 8:54 am

    Ganz ehrlich, sowas geht mir deutlich zu weit. Ich habe diesen Film noch nicht gesehen und ich werde ihn auch nicht sehen. Kunst gut und schön aber sowas ist einfach nur pervers

  2. ZombieSnail
    01 Jul 2011, 9:33 am

    Ich hab zwar den Film (noch) nicht gesehen, deshalb enthalte ich mich mal einer Meinung über ihn, aber dazu hab ich ne Meinung:
    “…während andererseits selbst Menschen, die normalerweise geschnittene Filme verurteilen, nach Zensur schreien.”
    DAS kann ich definitiv nicht verstehen. Und es ist schlicht dämlich, mit zweierlei Maß messen zu wollen. Entweder man ist für Zensur – oder man ist dagegen. Wenn man gegen zensur ist, dann heißt das, dazu bereit zu sein, auch Filme unzensiert zu lassen, die einem selbst nicht in den Kram passen. Man muss ihn ja nicht ansehen. Aber zu sagen “Ja, eigentlich bin ich ja gegen Zensur… aber der Film, der gefällt mir nicht, der muss zensiert werden…” – sorry Leute – Hirn einschalten! Das geht nicht!

  3. thomas
    01 Jul 2011, 10:53 am

    solche arschgeigen wird es geben?

    was soll denn diese formulierung. leute. ihr schreibt reviews über alle möglichen scheiss splatter filme, aber hier macht hier auch ins hemd. so sehr, dass auf jeden fall noch eine deutliche distanzierung und moralisches rumgejammer mit in den text müssen.
    die grenze zwischen gut und zu-pervers ist aber beliebig und wenn ihr euch sowas unterwerft, diskreditiert ihr euch.

    schreibt über brutale filme – und dann kommt einer, der euch zu brutal ist. was für eine peinliche aktion, meine freunde..

  4. fdsfcsdf
    01 Jul 2011, 11:13 am

    einer der schönsten und romantischsten filme die ich kenne..

  5. Alex1979
    01 Jul 2011, 11:18 am

    “schreibt über brutale filme – und dann kommt einer, der euch zu brutal ist. was für eine peinliche aktion, meine freunde”

    Es sollte Grenzen geben und darauf hinzuweisen ist nicht peinlich, sondern verantwortungsbewusst! Abgesehen davon kann man und sollte man Horrorfilme und Kinderpornographie nicht in einen Topf werfen!

  6. ZombieSnail
    01 Jul 2011, 12:02 pm

    Wer legt die Grenzen denn fest?

  7. max
    01 Jul 2011, 2:07 pm

    Die Grenzen wird wohl keiner festlegen, da sowas schlicht und einfach nicht realisierbar bzw. jeweils ne subjektive Meinung darstellen würde. Und immer schön locker bleiben. Dieses Review ist lediglich die Meinung des Autors, ihr müsst sie ja nicht teilen.

  8. ZombieSnail
    01 Jul 2011, 2:25 pm

    Exakt, Grenzen sind subjektiv. Und daher kann es auch nicht sein, dass jemand versucht, mir seine subjektive Grenze aufzuzwingen und mir vorzuschreiben, was ich sehen darf und was nicht – egal, um welchen Film es sich handelt.
    Meine lockere Meinung. ;o)

  9. Alex1979
    01 Jul 2011, 5:49 pm

    Wie gesagt, wenn Du damit klar kommst, einen Film, in dem ein neugeborenes Baby vergewaltigt wird, nicht als grenzüberschreitend anzusehen, dass ist das Deine Meinung, die ich aber nicht teilen muss!

  10. ZombieSnail
    01 Jul 2011, 7:35 pm

    Die Frage ist – wenn ich damit klarkomme, woher nimmst du dann das Recht, es mir zu verbieten? Ich würde dich schließlich auch nicht zwingen, den Film anzusehen, wenn du ihn scheiße findest. Das ist eben eine Entscheidung, die jeder selbst treffen muss – ohne dabei bevormundet zu werden.

  11. Alex1979
    01 Jul 2011, 8:22 pm

    Ich verbiete Dir gar nix :) Wie ich schon sagte, wenn Du Dir ansehen willst, wie ein neugeborenes Baby vergewaltigt wird, dann tu das!

  12. drapoel
    03 Jul 2011, 9:35 pm

    An alle die diesen Film gut finden! Erstmal soll mann deine Kinder auf die gleiche weise behandeln wie im Film und dich dabei zuschauen lassen und dieses dann von kranken Gestalten als gut betiteln lassen weil es ja in Wahrheit passiert (so ne Art Doku.). Diese Abartigkeit filmen und an deine Familie schicken mit der Begründung tolle künstlerische Darstellungen, tolles Drehbuch, tolle Darsteller, Super Optik und fantastische Kammeraführung. Und es ist einfach nur KUNST!

  13. thomas
    04 Jul 2011, 1:20 pm

    drapoel, mein freund. was du gerade beschreibst, kommt bei der familie auch schon scheisse an, wenns um nen messer hitchhiker oder zombies geht – da brauchste keine babies. was du nämlich beschreibst, is nich kunst, sondern mord oder son scheiss. das hier ist ein film. ein krasser, aber eben ein film. und im film zeigen wir nun mal vergewaltigungen und morde – an männern, frauen, tieren. aber nicht an babies? was für ein quark. moralischer opportunismus und am ende zensur. eh du dich versiehst, lebst du im iran, wo du gar nichts darfst, was frei, spaßig, pervers, abgedreht oder sonstwas ist.

    allerdings muss ich meinen ton aus dem ersten kommentar schon etwas relativieren. so peinlich, wie ich das formulierte, ist der review dann doch nicht. mir stieß es nur etwas auf, als ich den signalsatz mit den arschgeigen las (der natürlich im grunde völlig korrekt ist, aber nichts in einem review verloren hat).

    auf die liebe, freunde der sonne! :)

  14. drapoel
    05 Jul 2011, 11:57 am

    HI,

    opportunismus ist nicht besser als keine Moral zu haben oder seine eigen zu erfinden.
    Das ist das problem. Die Leute stumpfen ab und sind immer weniger in der Lage die Linke von der Rechten zu unterscheiden
    was Mitgefühlund Nächstenlibe ist (Damit meine ich nicht Mitgefühl für die eigene Familie sondern zu Fremden).
    Tue was du willst und du bist frei ist das Motto.
    Dieser Film und die kommenden die diesen als Meßlatte nehmen werden, werden noch mehr dazu beitragen
    das Empfinden der Menschen abzustumpfen.
    Das hat nichts damit zu tun dass jeder entscheiden soll und kann ob er abstumpfen möchte oder nicht.
    Willensfreiheit ist das höchste Gebot.
    Doch diese Willensfreiheit wird an solchen Filmen missbraucht, da sie nur in eine Gesellschaft reinpasst
    die die eigenen versteckten Perversion auszuleben wünscht, (der eine mehr der eine weniger).
    Eine gesellschaft die solche filme braucht da “normale” Horrorfilme schon langsam langweilen und soetwas das Highlight sind.
    (meist für die eigene DVD Sammlung).

    Ich werde es wohl nicht mehr erleben, aber es wird immer mehr Menschen geben die so etwas als
    Zeitvertreib ansehen werden und passiv zu allem Elend stehen nur nicht zu dem eigenen.
    Das problem ist dass man dann in einer Gesellschaft leben wird die keine Gesellschaft mehr sein wird.
    Und dieser umstand wir alle treffen, diejenigen die dazu beigetragen haben aber auch leider diejenigen
    die soetwas nicht gut fanden aber als Langweiler und zu Moralapostel deklariert wurden.

    Wenn mann die Geschichte als ein Spiegel der Zukunft nehmen wollte, so könnte man sehen
    das die Menschen im allgemeinen (Ausnahmen bleiben Ausnahmen) vom schlechten zum Schlimmeren tendieren.
    Ja ich weiss , jetzt motzen die wieder die das Schlimme nicht als Schlimm bezeichnet haben wollen.

    Denn jeder soll “Schlimm” selber auslegen, eben das was er als schlimm bezeichnet.
    Gut macht das! Das gehört zum freien Willen dazu.
    Aber die große Schwester des freien Willens ist die Konsequenz, die kommt immer mit.
    Und wer konsequenzen ignoriert muss fühlen, aber nicht auf der Leinwand sondern im eigenen Leben.

    So bin zum ende gekommen, jetzt könnt Ihr die Worte auseinander reissen, bin gespannt wer es besser machen wird.

  15. thomas
    05 Jul 2011, 2:20 pm

    die konsequenz des freien willens ist, dass die dummen und unter den intelligenten auch ein paar kollateralschäden auf der strecke bleiben – keine frage. die weniger gut aufgelegten leute werden sich in jeder vorstellbaren welt vermutlich immer an der maximalen

    erreichbaren scheisse orientieren, so läuft das halt. alle anderen aber besitzen die fähigkeit, zu antizipieren und zu reflektieren. das ist ein wichtiger punkt – aber erstmal etwas anderes erschütterndes:

    selbstverständlich ist der freie wille das höchste gut! die auslegung unserer gesellschaft auf die maximale persönliche freiheit (im gesellschaftlichen rahmen, also kant etc..) ist die wichtigste kulturelle errungenschaft dieses planeten. emergent sind: keine bevormundung, keine gängelung, rechtssicherheit, faire und transparente regeln, etc bla bla.. das ist der hammer!

    dass das die ein oder andere üble konsequenz haben kann (eine demokratie kann massenmord befehlen, kunst kann massenmord zeigen, etc), gehört dazu, rechtfertigt aber zumindest aus humanistischen gründen keinen systemwechsel. als alternative steht immer das eine oder andere absolute, wertesystem, welches den menschen mehr oder weniger freiheit nimmt und durch kultivierte ideen ersetzt – bei verstoß gibts die rote karte. das prinzip ist klar.

    moral und kunst sind übrigens per se unabhängig und im sinne des humanismus und der freiheit ist es falsch, beide zum rummachen zu zwingen. wenn die das nicht wollen, dann sollen sie auch nicht, immerhin muss ein vernunftbegabter mensch darunter per se nicht leiden.

    schau mal: saw finde ich scheisse, weils primitive gewaltpornographie für proleten ist. grotesque hingegen (fehlt hier übrigens, kann das sein?) hat irgendwas – irgendwas (sehr – für alle, die ihn kennen ;) ) subtil romantisches. ist aber trotzdem ein scheiss gewaltporno. serbian film muss ich noch sehen, aber ich kann mir vorstellen, dass er anders daherkommt – eher so wie day of violence.

    so oder so habe ich die fähigkeit über diesen ganzen kram zu reflektieren. ich kann alles einordnen und meine moral bleibt unberührt. menschen mit genügend intellektuellen ressourcen und stabiler persönlichkeit bauen sich auch in einer noch so kaputten kunstwelt eine ordentliche moral auf, weil diese sich aus zwischenmenschlichem und *reflektierter kunst* speist. nur bei idioten speisen auch kräftig allerlei unreflektierte eindrücke mit.

    wenn du aber versuchst, diese leute mit eigenen, absoluten maßstäben zu erziehen, dann nimmst du ihnen die möglichkeit, genau diese so wichtige eigenschaft des korrekten, klugen differenzierens zu erlernen. die von dir beschriebene verrohung ist auch eine chance der emanzipation. du vertrittst die gerade eine typische haltung der katholischen kirche – das neue ist schlecht und der beste schutz ist das ignorieren. ich sage, dass es ohnehin nicht möglich (und wie oben dargelegt, auch gar nicht erstrebenswert) ist, diese entwicklung aufzuhalten.

    vielmehr sollten wir uns damit weiterentwickeln, unsere sinne schärfen und unsere vorstellungen und moral festigen. und immer hinterfragen. und wir sollten dabei im sinne der freiheit aller durchaus das risiko eingehen, dass einige leute an dieser aufgabe scheitern. dieser prozess heißt leben.

  16. drapoel
    05 Jul 2011, 8:33 pm

    Zitat: “vielmehr sollten wir uns damit weiterentwickeln, unsere sinne schärfen und unsere vorstellungen und moral festigen. und immer hinterfragen. und wir sollten dabei im sinne der freiheit aller durchaus das risiko eingehen, dass einige leute an dieser aufgabe scheitern. dieser prozess heißt leben.”

    Genau Leben. Leider wird das Leben vieler einfach mit so einem gezeigten Abschaum zum negativen verändert. Schade nur ist dass diejenigen das risiko eingehen und scheitern. Und wenn mal davon so viel ist dass mann sich dem nicht mehr entziehen kann. Werden die übrigen auch scheitern. Wer anderer meinung ist , soll mall versuchen diese Entwicklung aufzuhalten. Er wird scheitern :)
    Ja ich weiss, dass will keiner aufhalten (oder die wenigsten) ;)

  17. drapoel
    05 Jul 2011, 8:44 pm

    PS: So wie guter Umgang einen Menschen zum Guten formt, so formt schlechter umgang zum schlechten. Um die Hemmschwelle bei Soldaten Menschen zu töten, hat man Menschenähnliche Zielscheiben aufgestellt und niht mehr runde. So einfach lässt sich der Mensch beeinflussen. Übrigens wenn so ein Fil einen menschen nicht anwiedert, schickiert und zum ausschalten zwingt. Dann ist dieser in gewisser weise abgestumpft. Aber ganz ehrlich wie soll der Abgstumpfte beureilen ob er abgestumpft ist oder nicht? Er wir immer sagen, ach dass ist doch brutal aber es gibt schlimmeres.
    Und ein Jahr später und es gibt schlimmeres, und sagt er, habe ich doch gesat so schlimm war es nicht. Zwei Jahre später das selbe…drei Jahre später das Selbe…. nach 15 Jahren sagt er …ich habe mich nicht verändert… derjenige der es glaubt ist nur er selbst :)

  18. thomas
    05 Jul 2011, 10:18 pm

    amen ;)

  19. Sami
    06 Jul 2011, 9:57 am

    Drapoel,
    du willst, daß meine Kinder vergewaltigt werden? Mal ehrlich, der einzige der zu viele Horror Filme gesehen hat, scheinst du zu sein.
    Wenn alle die den Film mögen Kinderficker sind, sind sicher auch alle Fans von Schweigen der Lämmer Serienmörder. So denkt nicht mal meine Oma.
    Klar ist der Film sauhart. Es wurde hier erstmals eine Grenze überschritten und ich würde den auch nicht jeden empfehlen.
    Mir selbst hat er auch gar nicht so gut gefallen, aber wenn man jetzt keine Verbrechen mehr in Horrofilmen zeigt, gibt es keine Horrorfilme mehr. Meine Oma würde sich freuen.

  20. ZombieSnail
    06 Jul 2011, 1:28 pm

    drapoel, die Vorwürfe, die du erhebst, werden seit Jahrhunderten immer wieder auf’s Neue heruntergebetet, sobald ein Tabu gebrochen wird. Wer würde beispielsweise heute noch auf die Idee kommen, Romanen die Schuld an einem angeblichen gesellschaftlichen Niedergang zu geben? So ziemlich niemand – aber genau das wurde lange Zeit getan. Und ist die Welt deswegen schlechter geworden? Zudem: Gewalt gehört schon immer zu den künstlerisch verarbeiteten Themen. Die “Ilias” etwa ist über weite Strecken eine einzige Aneinanderreihung von detailliert geschilderter, drastischer Gewalt. Am Anfang der abendländischen Kultur steht ein literarischer Splatter!
    Viel wichtiger als das Zeigen von Gewalt ist die Botschaft, die damit verbunden wird. Und die Botschaft in “Serbian Film” lautet garantiert nicht: “Hey, es ist total cool, Babys zu vergewaltigen!” – im Gegenteil. Der Film will schockieren, und das heißt, eine dezidiert ablehnende Haltung beim Konsumenten hervorrufen. Und wenn jemand “abstumpft”, weil er sich Splatterszenen anschauen kann, ohne sich die Augen zuzuhalten, dann hat sich natürlich eine gewisse Veränderung vollzogen, doch keinesfalls in dem Sinne, dass er Gewalt auf einmal befürworten würde, wenn er sie vorher abgelehnt hat – diese Behauptung ist schlicht Unsinn.
    Im Übrigen halte ich es für einen nützlichen Aspekt von Schock-Filmen, dass sie uns mal aus unserer alles Schlimme verleugnenden Ponnyhof-Welt herausprügeln. Statt uns über die Effekte in einem Film aufzuregen, bei dessen Dreh niemand wirklich zu Schaden kam, sollte man sich vielleicht lieber vor Augen führen, dass die Misshandlung von Kindern nichts ist, was es nur im Film gibt. Dass aber kein Horrorfilm, so brutal er auch sein mag, auch nur annähernd an das herankommt, was in der Realität geschieht, davor verschließen wir gerne die Augen – und zwar um so fester, je mehr wir uns nur von Hollywood mit Happy Endings berieseln lassen.

  21. thomas
    06 Jul 2011, 4:25 pm

    “Der Film will schockieren, und das heißt, eine dezidiert ablehnende Haltung beim Konsumenten hervorrufen. ”

    das außerdem!

    die authentizität schafft den zugang und entscheidend für eventuelle ethische debatten ist die botschaft des films. dazu vergleiche man mal ‘requiem for a dream’ mit ‘fear and loathing in las vegas’.

  22. Alex1979
    06 Jul 2011, 9:36 pm

    Interessante und vielschichtige Diskussion :D

    Und wiederum auffällig, dass niemand auf den “Gefällt mir”-Button drückt ;)

  23. thomas
    06 Jul 2011, 11:42 pm

    mir gefällt übrigens dieser smiley :) nicht. den solltet ihr austauschen :)

  24. xSamantha
    13 Jul 2011, 12:44 am

    @drapoel
    genau solche Leute wie du, sollten den Film net ansehen.
    Du willst, das meiner Familie und meinem kleinen Kind sowas passiert, wie in dem Film?
    Und das nur weil ich Horror mag?

    Die meisten Leute vergessen, dass das “nur” ein Film ist.
    Ich mein, es werden Köpfe in Filme abgehackt, Frauen auf brutalste vergewaltigt, Kinder als Mörder gezeigt und, und, und. das irgendwann mal sowas kommt, war klar.

    Und nur weil ich mir so einen Film anschaue, heisst das net, das mich das irgendwie aufgeilt oder ich sowas gut heiße.
    Ich kann aber Film und Realität unterscheiden.

    Jemand meinte hier auch noch, das man abstumpft.
    Manche vielleicht, aber man kann nicht alle Leute über einen Kamm scheren.
    Ich bin z.B. ein sehr Hilfsbereiter Mensch. Habe ich Lebensmittel über, die ich nicht mehr brauche, die aber noch Haltbar sind, gebe ich sie an Einrichtungen für Bedürftige. Im Bus mache ich auch älteren Leuten oder schwangeren Platz und helfe auch so Mitmenschen in Not.

    Was mir hier auffällt, ihr regt euch auf wegen einem FILM, sagt was von abstumpfen etc. Seid ihr euch eigentlich bewusst, was man alles so im Internet finden kann?
    Grausame Realitäts Sachen. Doch da meckert so gut wie keiner.
    Das wird irgendwo stillschweigend tolleriert.

    Man sollte sich wirklich bewusst machen, das es viel schlimmere Dinge gibt als diesen Film.

  25. Jana
    25 Jul 2011, 10:02 am

    Ihr habt keinen Grund Euch zu streiten, jeder hat da seine eigene Meinung. Solang man sich bewusst ist, dass es nur ein FILM IST und dort nicht wirklich ein echtes Baby verletzt wird.. mir hat ein bekannter über diesen Film erzählt und er sagte nur, er kann icht sagen ob der Film brutal ist oder einfach zu eckelhaft, man sieht in sich an, will wegschauen aber schaut trotzdem hin. Ich hab mir den Film nicht angesehen, nachdem er mir gewisse Inhalte erzählt hat. Ich glaube nicht, dass der Reggieseur uns damit zeigen will wie geil es ist penisgesteuert zu sein oder zu töten oder vergewaltigen, sonder er will uns was anderes damit zeigen, vielleicht uns vor augen führen, dass sowas (was wir auch wissen) auch in der REALITÄT passiert…

  26. [...] Aber wenn ich nun Filme nenne, die mich für meinen Film inspiriert haben, dann sage ich A SERBIAN FILM, I SPIT ON YOUR GRAVE und AUGUST UNDERGROUND. Es gibt so viele Filme die ich mag, aber diese [...]

  27. john doe
    19 Aug 2011, 10:29 am

    “…während andererseits selbst Menschen, die normalerweise geschnittene Filme verurteilen, nach Zensur schreien.”

    das ist wie: “ich bin total tolerant und liberal – was ich jedoch hasse sind die verfi**ten nazis”

    versteht mich nicht falsch. ich sympathisiere nicht mit rechten – ich behaupte aber auch nicht tolerant zu sein.

    Dieser Film ist deutlich über das Ziel (welches das auch sein mag) hinaus geschossen.
    Dieser Film wird wieder einen Haufen an Untermenschen zum onanieren animieren schlimmer noch – es wird Menschen geben, die es auf einmal nicht mehr soooo schlimm finden werden, wenn man von kinder-Pornografie liest oder hört.
    Es ist vll noch ganz “lustig” wenn man dem protagonisten im Film zusehen kann wie er jemanden verspeist/ins Knie bohrt/aufhängt/von mir aus auch zu tote foltert. Jedoch ist die Vergewaltigung an Babys das, wie soll ich sagen widerwärtigste was ich jemals gesehen habe.
    und ich habe viele splatter filme gesehen….
    denkt mal drüber nach.

  28. max mustermann
    19 Aug 2011, 8:50 pm

    so ein lumpiges statement schließt du mit ‘denkt mal drüber nach’ ab? du hast absolut nichts neues in die diskussion eingebracht. und dein standpunkt wurde bereits widerlegt: du hast nun mal einen anderen kunstgeschmack als deine oma, weshalb es keine zensur geben darf. das war nichts, john.

  29. Alex1979
    21 Aug 2011, 10:14 am

    Na, Max Mustermann, das war aber auch nix und schon gar nich ne Bereicherung der Diskussion. Sowas einfach “Kunst” zu nennen ist auch etwas dürftig.

  30. max mustermann
    21 Aug 2011, 5:02 pm

    selbstverständlich war das was. ich habe das credo der diskussion nochmal zusammengefasst, damit hoffentlich nicht noch irgendjemand schreibt, dass man in der kunst bestimmte grenzen nicht überschreiten dürfe. und wenn es nicht kunst ist, muss es ne doku sein. schlaumeier.

  31. horst 988989
    23 Nov 2011, 1:24 am

    ich gehe jetzt nicht auf die vorherigen kommentare zu diesem film ein und äußere lediglich MEINE PERSÖNLICHE meinung.

    das ist einer der besten filme, die ich je gesehen habe! (los, beschimpft mich und sagt mir, was ich für ein perverser, abartiger mensch bin, usw…)

    der regisseur hat aus einer “langweiligen” story mehr rausgeholt, als möglich war.
    ich bin fasziniert vom porno-regisseur (im film), welcher schier undenkbare bilder in diesen film gepackt hat. was andere als psychisch krank, usw. ansehen, bezeichnet er als “kunst” und ist davon auch fest überzeugt. vor allem am ende wird deutlich, was er die ganze zeit mit “das ist mehr als pornografie, das ist leben!” meint.

    die szene mit dem neugeborenen ist meiner meinung nach jedoch schlecht gemacht. gerade die provokanteste und unmoralischste szene von allen, hätte man besser ausarbeiten können.

    alles in allem, würde ich dieses werk nicht als gut bezeichnen. es ist faszinierend und das auf seine ganz eigene art und weise. jeder mensch urteilt anders darüber, jedoch muss man sagen, dass dieser film etwas faszinierendes hat…

  32. Ninacula
    29 Jan 2012, 9:03 pm

    ganz furchtbarer Film, erstmal furchtbar langweilig . Aber man sieht ja trotzdem weiter, weil man eine bestimmte Erwartung an einen Film hat. Doch dann wird es echt krank …. Ein Film , der wohl abartig sein will und seine Zuschauer unbedingt schocken möchte. Doch auf diese Art und Weise möchte ich gerne darauf verzichten. Einfach nur schlecht gemacht – hat auch gar nix mit Horror zu tun. Wenn ihr mal einen guten Film sehen wollt, wo Blut und Sperma spritzen, groteske Handlung und gute Musik mitwirken, dann empfehle ich euch EX-Drummer.

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