5150

5150 Elm’s Street (2009)

: Marc-André Grondin, Normand D'Amour
: Éric Tessier
: Patrick Senécal
: ca. 102 min
: ab 18
: 24.09.2010 (DVD)
: I-On New Media
: Kanada
: Störkanal
Unsere Wertung
6.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
3 votes
6.3

5150 Elm’s Street (2009)

Die Romanvorlage für 5150 ELM’S WAY stammt von Patrick Senecal, dem Mann der auch für den kürzlich hier vorgestellten 7 DAYS Buch und Drehbuch verfasste.
Beide Filme erschienen in der „Störkanal“-Reihe, spielen im französischen Teil Kanadas und tragen die immer deutlicher werdende Handschrift des Autors.

Wie in 7 DAYS spielt auch hier zunehmender Wahn und Wahnsinn eine Rolle und wieder wird ein Mann in einem dunklen Raum gefangen gehalten.

Aber der Reihe nach: Als Filmstudent Yannick nach einem Fahrradunfall in einer verschlafenen Nachbarschaft einen der Anwohner um Hilfe bittet, entdeckt er in dessen Haus einen verletzten Mann. Ehe Yannick versteht was los ist, wird er selbst überwältigt und eingesperrt.

Auch nun ist für Yannick und Zuschauer immer noch lange nicht klar, welche Motive Jaques und seine Familie verfolgen.
Erst nach und nach erfährt man, dass Jaques, ein passionierter Schachspieler, es sich zur Aufgabe gemacht hat, schlechte Menschen wie Kinderschänder und Drogendealer zu töten. Yannick fällt nicht in diese Kategorie, doch er hat zu viel gesehen. Nur wenn er Jaques in einer Partie Schach besiegt, darf er gehen.

Lobenswert ist in jedem Fall die differenzierte Darstellung Jaques‘ Familie. Während die attraktive Tochter Michelle die Ziele des Vaters teilt und eines Tages seine Nachfolgerin werden soll, ist die Mutter hin- und hergerissen. Sie traut sich nicht gegen Jaques aufzubegehren, scheint aber nicht einverstanden und möchte Yannick helfen. Die jüngere Tochter Anne versucht sogar den Vater zu töten.
Da Michelle einerseits nicht in der Lage ist, Menschen kaltblütig zu ermorden, andererseits einen Hang zu unkontrollierten Wutausbrüchen hat und damit mit den Ideen des Vaters kollidiert, will dieser gar Yannick zu seinem Nachfolger machen…
Auf diese Weise entstehen zwischen fast allen Charakteren Spannungen, die der Handlung immer wieder Leben einflößen.

Während anfangs Yannick mehrmals wieder versucht aus dem Haus zu fliehen und ihm schließlich gelingt eine Videokassette mit einer Botschaft aus dem Fenster zu werfen, die durch viele Hände wandert, rückt zunehmend das Schachspiel in den Mittelpunkt. Damit gehen einige surreale Passagen einher, die nicht alle leicht zu deuten sind und sicher nicht jedem gefallen dürften.

Action wird in 5150 ELM’S WAY kaum geboten und während einige Szenen drastische (aber realistische) Gewalt enthalten, ist der Film vielmehr ein psychologisches Duell denn ein Blutbad.

Fazit: 5150 ELM’S WAY ist kein simpler, straight erzählter Thriller, sondern verlangt dem Zuschauer einige Mühe ab. Wer sich darauf einlassen kann, könnte einen interessanten Film kennenlernen, ansonsten kann ich nur wiederholen, was ich auch zu 7 DAYS sagte: Nicht für jedermann.

 

5150 Elm's Street (2009), 6.3 out of 10 based on 3 ratings

Ähnliche Beiträge:

Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

Schreibe ein Kommentar