Random Cuts: Vincent (1982)

Tim Burton ist vielen Horrorfans ein Begriff, nicht nur wegen seiner Animationsfilme THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS oder THE CORPSE BRIDE, sondern auch für die makaberen Klassiker BEETLEJUICE, BATMAN, EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN, SWEENEY TODD, BIG FISH oder SLEEPY HOLLOW, wobei dies nur ein relativ kleiner Teil seiner zahlreichen Werke ist.

Seine Arbeiten wurden mehrfach mit Preisen überhäuft, locken jedes Mal aufs Neue zahlreiche Zuschauer in die Kinos und wissen stets durch ihren unverwechselbaren Stil zu überzeugen, der zu gleichen Teilen komische, tragische, morbide und emotionale Momente in sich vereint. Doch nur die wenigsten Fans des “Meisters” kennen dessen Frühwerk VINCENT aus dem Jahre 1982, bei dem es sich um einen animierten Kurzfilm handelt, der schon von der Machart her stark an Burtons spätere Animationsfilme erinnert.

Der Film beschreibt das seltsame Leben des jungen Vincent, der makaberen Dingen sehr zugetan ist und dessen Wahrnehmung nicht immer zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden weiß. Dabei erinnert die in Versform vorgetragene Erzählung angenehm an die Lyrik von Edgar Allen Poe, dem VINCENT mit Sicherheit gefallen hätte.

Der Clou an der Sache ist jedoch, dass Vincent Price (* 27. Mai 1911 – † 25. Oktober 1993), eine der einflussreichsten und prägendsten Ikonen des Horrorfilms, dieses lyrische Werk höchstpersönlich vorliest.

So ist Tim Burtons Kurzfilm, der neben THE ISLAND OF DOCTOR AGOR (1971), STALK OF THE CELERY MONSTER (1979) und LUAU (1982) zu seinen ersten außergewöhnlichen und mit ungemein viel Herz und Detailtreue inszenierten Werken gehört, nicht nur wegweisend für seine späteren Arbeiten, was die Machart oder den Charakter angeht, sondern auch in gleichem oder sogar noch stärkerem Maße kultverdächtig und für den wahren Horror – Fan unverzichtbar und in jedem Fall empfehlenswert.

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Geschrieben von Autor | Random Cuts

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