Priest of Evil (1)

Priest of Evil (2010)

: Irina Björklund, Peter Franzén, Tommi Korpela
: Olli Saarela
: Matti Yrjänä Joensuu (Romanvorlage); Leo Viirret (Drehbuch)
: 101 min.
: ab 18
: 19.11.2012 (DVD+BD Verleih); 04.12.2012 (DVD+BD Verkauf)
: Ascot Elite Home Entertainment
: Finnland
Unsere Wertung
6.5
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User Score:
5 votes
4.4

Priest of Evil (2010)

Da es in der Natur der Sache liegt, dass man als Filmfan sein Hobby von der Couch oder dem Kinosessel aus betreibt, ist es zumindest schön, wenn man durch die Ereignisse auf dem Bildschirm mal wieder raus kommt.
PRIEST OF EVIL nimmt uns mit nach Finnland, was nur selten als filmisches Reiseziel dient und daher durfte man gespannt sein, was uns hier erwartet.

Es ist einige Jahre her, seit Polizist Timo Harjunpääs Tochter ermordet wurde. Seine Frau gibt ihm eine Mitschuld und die Ehe ist zerrüttet, während der rachsüchtige Timo nur darauf wartet, dass der Mörder aus der Haft entlassen wird.
Gleichzeitig geht in Helsinki ein Serienmörder um, der Menschen in U-Bahn-Stationen vor die heranfahrenden Züge stößt. Timo ist an den Ermittlungen beteiligt, doch noch weiß er nicht, dass sich der Mörder auch für seine eigene Frau interessiert.

Wer mit Finnland gängige Klischees wie Kälte, bärtige Typen und harte Rockmusik verbindet, liegt mit PRIEST OF EVIL nicht falsch. Die Schauspieler sind unverbrauchte Gesichter, die ihre Sache insgesamt gut machen. Statt auf hübsche Babyfaces setzt man gerne auch mal auf markantes Äußeres, lässt den Figuren auch innerliche Kanten durchgehen und erinnert in dieser Hinsicht an manchen französischen Thriller.
Da laute Gitarren in Finnland dazugehören (wir denken an die ESC-Gewinner Lordi), finden sich auch im Film raue Klänge wieder.

Nicht nur das Wetter, sondern die gesamte Optik im Film wird in kühlen Bildern präsentiert und wer genau hinsieht, stellt fest, dass die wenigen Farbtupfer oft mit Sinn platziert sind.
Überhaupt scheint das Motto zu gelten, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte, denn in Bezug auf Dialoge gibt man sich wortkarg. Statt die Ereignisse durch viele Gespräche zu erläutern, dienen diese nur zur Unterstützung der gelungenen visuellen Umsetzung. Da behält man auch trotz Flashbacks, parallelen Szenen und schnellen Schnitten den Überblick.
Vielleicht hätte sich aber mit manchem Satz ein Stapel Bilder zusammenfassen lassen, denn im Mittelteil findet sich doch manche Länge.

Die Serienmörder-Story ist grundsätzlich nicht neu und an die großen des Genres wie DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER oder SIEBEN kommt man auch nicht heran, da wir aber meist glaubhafte Figuren und eine verständliche Vermengung des aktuellen und des zurückliegenden Falls erleben, bleibt der Film interessant. Die losen Enden wirken am Ende zudem ordentlich verknüpft, allerdings fängt Regisseur Olli Saarela etwas zu früh damit an seine Puzzle-Teile umzudrehen. So ist beizeiten abzusehen, wer der Typ ist, der Timo fotografiert.

Die Motivation des Mörders wird vergleichsweise ausgiebig erklärt und somit nachvollziehbar, wenn auch seine Vorgehensweise zwischen gut gemeinter moralischer Brutalität und unreflektierter Selbstgefälligkeit nicht allzu realistisch daherkommt.

Fazit: PRIEST OF EVIL ist ein solider Thriller, der sich aufgrund seiner finnischen Trademarks abhebt, darüber hinaus aber bekannte Wege geht.


Priest of Evil (2010), 4.4 out of 10 based on 5 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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