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Painless
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Painless (2012)

Die meisten Menschen hassen Schmerz, doch er ist auch ein wichtiges Warnsignal und während ein schmerzfreies Leben auf den ersten Blick das Dasein eines Superhelden verspricht, sind die realen Auswirkungen des hierzulande als HSAN bekannten Gendefekts sehr schwierig.

PAINLESS stellt diese Menschen in den Mittelpunkt und begleitet eine Gruppe von Kindern, die im Spanien der 30er Jahre in einem Kloster eingesperrt werden um sie vor sich selbst, aber auch ihre Mitmenschen vor ihnen zu schützen.
Gleichzeitig lernen wir David kennen, einen Arzt unserer Zeit, der ebenfalls keinen Schmerz empfindet. Als er erfährt, dass er an Leukämie leidet, muss er sich auf die Suche nach seinen Wurzeln begeben.

PAINLESS ist weder ein einfacher, noch ein alltäglicher Film. Es ließe sich noch einiges über den Inhalt sagen, ohne damit zu viel zu verraten, aber auch stilistisch ist er schwer zu packen. Horror, Thriller, Mystery, Drama, Fantasie…der Film enthält von allem etwas, gibt nebenbei auch noch eine Geschichtsstunde zum spanischen Bürgerkrieg und 2. Weltkrieg, bleibt dabei aber immer stimmig.
Die Geschichte selbst ist hingegen gar nicht allzu komplex, da sie aber in zwei Zeitebenen und zudem über jeweils einen größeren Zeitraum spielt, ist trotzdem Aufmerksamkeit geboten, um den Faden nicht zu verlieren.

Während der Film historisch teilweise zur gleichen Zeit spielt wie PANS LABYRINTH, bleiben ein paar Parallelen nicht aus, nicht zuletzt, da auch dieser nur schwer in eine Schublade gepackt werden konnte. PAINLESS enthält zwar weniger Fantasy-Momente, aber ebenfalls Grausamkeiten und surreal anmutende Sequenzen. Wenn etwa gleich zu Beginn ein kleines Mädchen in Flammen steht (ohne dies auch nur zu fühlen) hinterlässt die Szene beim Zuschauer Verblüffen.

Auch anderer Stelle werden seelische, psychische und physische Brutalitäten und Folter gezeigt, aber der Film hält sich auch bewusst zurück, wenn unsere morbide Neugier am Größten ist und überlässt das eine oder andere der Fantasie.

Ja, Gewalt findet in allen Formen statt, wirkt aber nie dem Selbstzweck überlassen, sondern ist perfekt in eine trostlose, herzerweichende, dunkle Geschichte eingebettet, wie sie scheinbar nur die Spanier erzählen können, die hier mal wieder ihr Talent unter Beweis stellen, vor allem an die tragisch-schweren Romane des Spaniers Carlos Ruiz Zafon. Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass PAINLESS eine französisch-portugiesisch-spanische Co-Produktion ist.
Das Team um Regisseur/Co-Autor Juan Carlos Medina fängt dazu atmosphärische Bilder ein und alle Bestandteile zusammen entwickeln einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Aber PAINLESS ist wohl kaum ein Film, der die breite Masse anspricht. Die Zeitwechsel werden nicht jedermanns Sache sein und ob der Fan von hundertfach aufgebrühten Slashern auch mit diesem Werk warm wird, dass sich nicht um Genrezugehörigkeit schert, darf auch in Frage gestellt werden.

Dennoch: Fantastisches Kino…in jedem Sinn des Wortes.


Painless (2012), 4.8 out of 10 based on 11 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. Rudolf Schock
    26 Mai 2013, 7:40 am

    Horrorpilot Bewertung 9.0 – im Film selbst und auch in dem Review kann ich dafür keinen Anhaltspunkt finden. Ist das evtl. beeinflusst durch die 3 in den Lorbeerkränzchen aufgeführten Filmfestspielen. Gerade dann bin ich mittlerweile eher vorsichtig geworden.

    Für mich ist der Film pseudotiefgründig. Am Ende bzw. am Ende stellt sich die Pseudo-Botschaft sogar dann als ziemlich dünn dar. UND GERADE weil er im gesamten so sehr versucht Anspruch zu haben, fallen dann starke Logikfehler auf.
    Scheinbar von der Aussenwelt vergessen wird nach ca. 15 Jahren die Zelle betreten von einem Vertreter der Außenwelt (1945 wurde die Tür verschlossen und die Insassen der Zelle sich selbst überlassen, 1960 dann erstmals wieder geöffnet) und die Frau lebt noch, ebenso der Schmerzlose. Da gab es noch kein Loch im Boden und Tunnelgänge – wie haben beiden dann überllebt? Hunger, Durst – alles ausgeklammert.
    Zu allem Überfluss sie auch noch ein Kind gezeugt. Das Baby gesund und munter wird den Eltern dann durch plumpe Argumente und Versprechen abgenommen bzw. noch freiwillig überreicht.
    Da gibts noch mehr was äußerst fragwürdig erscheint. da wurde einiges einfach außer Acht gelassen, einfach um das Ende aufzubauen. Und das Ende lautet: Sohn trifft Vater(Vater immer noch mehr oder weniger in der Zelle).
    Bei einem Gedicht würde man sagen: Reim dich oder ich fress dich
    Bei diesem Film ist das ähnlich. Man könnte es beschreiben mit: Geh zur Endbotschaft, wir drückeb auch alle gemeinsam bis es reinpasst.

    Anfangs dachte ich aus dem Film könnte was werden. Am Ende (ab ca. der Mitte) war ich zunehmend enttäuschter.

  2. Modus
    08 Jul 2013, 9:47 pm

    Wow, die Redaktion gibt 9.0, dann haben wir unterschiedliche Filme gesehen.
    Pseudoamspruch, halbgar, extrem unstimmig Handlung wie Timeline.
    Hat bei mir für 2 Punkte gereicht

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