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Obsession (2011)

: Scott Ainslie, Mike Anfield, James Anniballi
: Sean Hogan, Andrew Parkinson, Simon Rumley
: Sean Hogan, Andrew Parkinson, Simon Rumley
: 91 min.
: ab 18
: 16.02.2012 (DVD+BD Verleih), 08.03.2012 (DVD+BD Verkauf)
: Sunfilm/Tiberius
: Großbritannien
Unsere Wertung
3.5
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3 votes
5.0

Obsession (2011)

LITTLE DEATHS lautet der Originaltitel von OBSESSION und der „kleine Tod“ ist inzwischen bekannt als Synonym für den Orgasmus. Da wären wir auch schon beim Thema angekommen: OBSESSION besteht aus 3 voneinander unabhängigen Geschichten von drei verschiedenen Regisseuren (u.a. Simon Rumley, RED, WHITE & BLUE), deren Gemeinsamkeit darin liegt, das wir es mit sexuellen Spielarten zu tun bekommen, die zwischen skurril und abartig liegen.

In Story 1 „Haus und Heim“ lockt ein Ehepaar unter dem Deckmantel der christlichen Nächstenliebe eine obdachlose junge Frau in sein Haus, um sich an dem Opfer zu vergehen…doch natürlich kommt alles anders.
Die Handlung ist simpel, aber brutal und könnte in einer entschärften Version auch in einem GESPENSTER-Comic anzutreffen sein.

Geschichte 2 nennt sich „Die Mittel des Mutanten“ und nutzt einige abgefahrene Inhaltsstoffe, die man sonst eher bei Frank Henenlotter oder Robert Rodriguez erwarten würde. Ein Naziarzt macht dubiose Experimente mit langschwänzigen Mutanten, aus deren Sperma er eine Droge gewinnt. Eine Prostituierte, die das Mittel testet, steht bald in einer unfreiwilligen telepathischen Verbindung zu dem Wesen.
Interessante Ansätze lassen sich erkennen, doch leider werden uns hier viele Puzzlestücke hingeworfen, die am Ende nicht alle ins Bild passen.

„Luder“ ist die dritte und letzte Story des Films. Der Schrecken ist dort nur sehr subjektiv zu erahnen und taucht in Form einer Hundephobie auf, an der Claire Frau leidet. Das hindert sie aber nicht daran, ihren eigenen Freund wie einen Hund zu halten, der z.B. innerhalb des Apartments in einer Hundehütte schläft. Doch irgendwann treibt es Claire zu weit.
„Luder“ bietet schwarzen Humor und ist vielleicht die ausgereifteste der 3 Episoden, ist aber eher Fetisch-Psycho-Beziehungs-Drama als Horror.

Vergewaltigung, käufliche Liebe, SM…wer Blümchensex erwartet sollte den DVD-Player gar nicht erst einschalten. Zudem stammt OBSESSIONS aus Großbritannien, nicht der erste Ort, den man mit prickelnder Erotik verbindet. Dazu passen dann aber auch die schlichten Kulissen und die kühle Optik, die sich die 3 Kurzfilme teilen (vor allem „Luder“ ist in Blautönen gehalten, deren Frostgehalt man sonst nur im Nordpolarmeer antrifft).
Ebenfalls gemein haben die Filme, dass sie jeweils zu lang geraten sind. Hier hätte eine vierte Episode bei gleicher Gesamtlänge nicht geschadet.
Ein Blick auf die Schauspieler verrät, dass man es hier nicht mit jungfräulichen Akteuren zu tun hat, andererseits wirkt niemand so, als wäre er mit viel Herzblut bei der Sache.

Bei allen Parallelen trägt doch jeder Teil eine eigene Handschrift. Das wertet das Paket zwar auf, macht OBSESSIONS aber noch nicht zu einem Knüller.
Wer einzelne gute Einfälle zu schätzen weiß, mag vielleicht einen Blick riskieren, sollte den Film aber einfach als Experiment betrachten.

Obsession (2011), 5.0 out of 10 based on 3 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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