Movie Days / The Dark Zone: So war’s…

Vergangenes Wochenende stand für den Großteil der Horrorpilot-Redaktion ein Ausflug nach Mülheim/Ruhr auf dem Plan. Grund waren die bereits mehrfach erwähnten Movie Days. Die fanden nicht nur zum ersten Mal in der ansehnlichen Mülheimer Stadthalle statt, sondern wurden auch – und hier wird es für uns interessant – um die DARK ZONE erweitert, die sich mit den dunklen Seiten des Showbusiness beschäftigt.

Am Eingang fällt zunächst auf, dass die Tageskarte für 10€ nicht zu schwer am Geldbeutel zerrt und die angekündigte Fanfreundlichkeit unterstreicht.
Hat man diese Hürde gemeistert, verlässt man für eine Weile die Realität und findet sich plötzlich bei STAR WARS – Truppen, einer Ork-Horde oder einem amerikanischen Police-Department wieder. Während diese Teil der offiziellen Show sind, stößt man auch auf zahlreiche Besucher, die sich selbst in Schale geworfen haben. Man mag das eine Woche NACH Karneval und Fasching belächeln, darf dabei aber nicht unbemerkt lassen, dass die Kostüme oft mit viel Liebe zum Detail und einigem Aufwand entstanden.

Einen Stock höher läuft man in die Dark Zone. Hier tummeln sich gleich vier Jasons aus den verschiedenen FREITAG DER 13.-Filmen und viele andere Horror-relevante Darsteller/Figuren (z.B. aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE, HELLRAISER oder 30 DAYS OF NIGHT). Zwar findet man hier vorrangig Leute die durch B-Rollen in A-Filmen oder durch A-Rollen in B-Filmen bekannt wurden, aber was habt ihr erwartet? Leo Di Caprio, Tom Hanks, Angelina Jolie? Die sitzen sich lieber bei den Oscars die Ärsche platt.
Die in Mülheim anwesende Prominenz zeigt sich hingegen gut aufgelegt und sympathisch.
Wie auf derartigen Conventions üblich kosten Autogramme und Fotoshoots extra, der angenehmen Stimmung tut das aber keinen Abbruch. Künstler, Crew und Publikum harmonieren gut miteinander. Da fällt es auch leicht darüber hinwegzusehen, dass die noch junge Veranstaltung hier und da mit kleineren Problemen zu kämpfen hat. Einige „Question&Answers“ mit den Stars wirken etwas unvorbereitet und vereinzelt werden Nebenveranstaltungen verschoben oder zu spät angekündigt. Dafür gibt es davon reichlich. Egal ob mehrmals am Tag beim Wrestling im allgemeinen Bereich, eine martialische und sehr gelungene Stuntshow in der Dark Zone (u.a. mit Ladislav Beran (BLADE 2)), eine FROM DUSK TILL DAWN-Tanzeinlage, Lesungen oder Filmvorführungen.

Während man Gefahr läuft auf dem Schleim eines Aliens auszurutschen oder versehentlich einen Ballon von Pennywise entgegenzunehmen, geht es weiter in den nächsten Saal, wo sich diverse Comickünstler und Non-Horror Schauspieler versammeln. Trotzdem findet man dort einen der größten Bösewichte der Filmgeschichte: Darth Vader alias Dave Prowse geht mittlerweile an Krücken, seine Aura hat er sich aber auch ohne schwarzen Helm erhalten.

Das Programm runden etliche Händler ab, die Film- und Horror-Zubehör bereithalten. Neben den zu erwartenden Postern, Actionfiguren und DVDs findet man hier und da auch ungewöhnliches und seltenes und gerade der thematisch auf die Dark Zone – Stargäste ausgerichtete Stand von Needful Specials lässt so manches Grusel-Fan-Herz höher schlagen.

Ansonsten lässt sich festhalten, dass man bei den Movie Days/Dark Zone ohne die Unsitte auskommt, namhafte Künstler anzukündigen, die von ihrem Glück entweder gar nichts wissen oder dann kurz vorher absagen.
Die einzig relevante Absage an diesem Wochenende kam von Olaf Ittenbach (krankheitsbedingt) und wurde schnellstmöglich an das zahlende Publikum übermittelt.
Trotzdem wurde dessen neuer Film LEGENDS OF HELL planmäßig aufgeführt, wenn auch fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Splatter am Morgen ist wohl doch nicht jedermanns Sache und nachdem die DVD mehrfach den Geist aufgab, hatte auch die Handvoll Zuschauer das Interesse verloren. Schade eigentlich, denn der erste Eindruck war bis dahin nicht übel.
Weitaus besser war allerdings noch die Vorführung der ersten Episode von VIVA BERLIN!. Als Diplomarbeit entstanden, sind die gezeigten 10-15 min mit das Beste, was dem Verfasser dieser Zeilen in einiger Zeit unterkam…insbesondere aus Deutschland. Ob sich dieses enorme Tempo auch über eine längere Spielzeit retten lässt und wann und wie die bisherigen 5 Folgen veröffentlicht werden, ist bislang unklar, das Thema VIVA BERLIN! sollte man aber unbedingt im Auge behalten.

Ach ja, eine Aftershowparty gab es auch noch. Hier fällt dann endgültig der Anschein des Formellen ab und der für die Stargäste reservierte und abgegrenzte VIP-Bereich ist unnötig, da es kaum Berührungsängste gibt. So kann man endlich mal ein Bier mit Leatherface heben und auch wenn sich viele Prominente zeitig ins Hotel zurückziehen, sieht man weit nach Mitternacht einen der Jasons mit einer Flasche Wein gen Taxi torkeln.

Fazit: Eine gelungene Gesamtveranstaltung, für die man vielleicht kein ganzes Wochenende benötigt, die aber zumindest für einen der beiden Tage einen vollen Terminplan bietet. Lange Gesichter gab es bei den rund 1500 Besuchern jedenfalls nicht zu erkennen.

 

PS: Schon im Herbst werden die MOVIE DAYS / THE DARK ZONE in die nächste Runde gehen.

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Geschrieben von Mick | Horror Allgemein

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