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Million Dollar Crocodile (2012)

: Barbie Hsu, Guo Tao, Lam Suet
: Lin Lisheng
: Lin Lisheng
: 90 min
: ab 16
: 03.12.12 (DVD+BD Verleih); 15.01.12 (DVD+BD Verkauf)
: LBFilms
: China
Unsere Wertung
1.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
4 votes
5.8

Million Dollar Crocodile (2012)

mdc (3)Dass die Chinesen den Markt für Unterhaltungshardware beherrschen, ist bekannt. Da war es im Grunde nur eine Frage der Zeit bis einem fernöstlichen Fabrikarbeiter in einer 18-Stunden-Schicht mal eine Kamera vor die Füße fällt und er selbst beginnt Filme zu drehen.
So oder so ähnlich mag es Li Sheng Lin ergangen sein, der mit MILLION DOLLAR CROCODILE sein Debut als Autor und Regisseur gibt und mit einem riesenhaften Krokodil ein Wesen ins Rennen schickt, das in der Welt des Horrors alles andere als neu ist, immerhin aber variiert wird.

So ist Krokodilsdame Amao zwar riesengroß, aber im Grunde gutmütig und mit dem kleinen Xiao befreundet. Xiaos Vater ist auch der Besitzer von Amao und vielen anderen Krokodilen, muss diese aber aus Geldnot an einen Gangster verkaufen, der die Echsen in seinem Restaurant auf die Speisekarte setzen will.
Amao gelingt die Flucht und als sie eher nebenbei die Tasche einer jungen Frau frisst, die mit 100.000€ gefüllt ist, finden viele Menschen einen guten Grund um Jagd auf das Tier zu machen.

Dass der Film demnach eigentlich EINHUNDERTTAUSEND EURO KROKODIL heißen müsste, ist nur eine kleine Schwäche, die hinter all den Idiotien, die der Streifen bereithält, schlichtweg verschwindet.
Die am Computer entstandene Echse hat man anderenorts zwar schon schlechter animiert erlebt, echte Krokodile sehen aber trotzdem ganz anders aus.

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Nichtsdestotrotz ist Amao der einzige Charakter, der auch nur ansatzweise sympathisch wirkt.
Dass sich die Gangsterbande keine Freunde unter den Zuschauern macht, liegt noch in der Natur der Sache, dass die Typen durchgängig als Knalltüten dargestellt werden, wie man sie wohl das letzte Mal in deutschen Kulturbeiträgen à la ZWEI NASEN TANKEN SUPER oder WENN MEIN SCHÄTZCHEN AUF DIE PAUKE HAUT erlebt hat, belastet das Sehvergnügen doch enorm. Hier wird Slapstick zelebriert, ein Schenkelklopfer jagt den nächsten und endlich erfährt man wohin wir die Gags exportieren, die nicht mal für eine Karnevalssitzung gut genug sind. Hätte man noch einen Typen mit Hasenzähnen eingebaut (und nicht nur den mit der dicken Brille, den mit der Warze, den mit dem Schluckauf…) wäre auch die letzte Plattheit bedient worden.

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Auch den „Guten“ fühlt man sich nicht wirklich nahe. Vor allem die Dame, der die 100.000€ weggefuttert werden, nervt bis zum Kopfschmerz und wird dank wirrer Schnitte besonders grausig in Szene gesetzt.
Wahlweises Over- und Underacting und strunzdumme Dialoge für alle gehören natürlich ebenfalls ins Paket.

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Damit endet dann auch weitestgehend der Horror, denn wie gesagt ist Amao eher knuffig und da nur gefressen wird, wer es sich absolut verdient, kommt der Film ohne viel Blutvergießen aus und ist eher der lahme Versuch einer Komödie, als ein Horrorfilm.
Man mag bis hierhin ein paar -objektive- Argumente finden, warum MILLION DOLLAR CROCODILE dennoch 2-3 Sterne wert ist, die Tatsache, dass Amao ACHTUNG SPOILER! am Ende aber sterben muss und damit eine zweifelhafte Botschaft übermittelt wird, setzt den Film auf die Qualität eines Testbilds.

Million Dollar Crocodile (2012), 5.8 out of 10 based on 4 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. uncut
    19 Jan 2013, 1:57 pm

    croco wurde hier echt gut animiert aber leider kein blut zu sehen und schlappe lacher

  2. Matt
    22 Jan 2013, 1:38 am

    Naja ohne Blut ists ja etwas langweilig, aber cool dass die Chinesen auch in der Horrorszene mitmischen 🙂

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