Martyrs (Review)
Martyrs ist kein schöner Film. Martyrs macht keinen Spaß, ist nicht gerecht, unbequem und spielt mit den Erwartungen der Zuschauer. Dennoch -oder deswegen- ist Martyrs mehr Horrorfilm als vieles was sonst diesen Stempel aufgedrückt bekommt.
Die Handlung beginnt damit, dass ein Mädchen aus einer kargen Lagerhalle flieht. Sie ist verletzt und wurde, wie man schnell erfährt, schwerstens misshandelt. Die Täter bleiben verschwunden und auch die Hintergründe vorerst im Dunkel. Das verängstigte Kind, Lucie, lebt fortan im Waisenhaus, wo sie sich mit Anna, einer anderen Waisen, anfreundet.
15 Jahre später: Eine scheinbar normale Familie wird von der nun erwachsenen Lucie in ihrem Haus getötet. Sie glaubt in ihnen die Täter ihrer Kindheit zu erkennen. Anschließend bittet sie Anna um Hilfe, die zwar über diese Tat schockiert ist, aber sich auf den Weg macht ihrer Freundin zu helfen. Noch während Lucie wartet, wird sie von einer bizarren, mit Narben übersäten, nackten Frau angegriffen, die sie mit einem Messer verletzt.
Dies ist nur eine überraschende Wendung, die der Film nimmt. Es sei hier nur verraten, dass am Ende alles einen Sinn ergibt und dennoch Platz für Interpretationen bleibt. Das Ende selbst wartet mit einer Pointe auf, die einem zu denken gibt, bleibt dabei aber auch zweideutig, da wir als Zuschauer auf eine bestimmte Frage keine Antwort erhalten, sondern nur anhand einer Reaktion auf dem Bildschirm erahnen können, wie diese Antwort aussehen könnte. (Ich würde hier gerne mehr dazu sagen, möchte aber niemanden vorzeitig die Spannung nehmen)
Andere Drehbuchautoren hätten mit der Handlung wohl 2-3 Filme gestrickt. Wenn nach einer guten halben Stunde, die Täter gerichtet wurden, fragt man sich kurz, was jetzt noch passieren soll, aber Langeweile kommt über die ca. 90 min nicht auf. Trotz einiger Überraschungen bleibt alles stimmig. Das gilt auch für die Gesamtatmosphäre: die Bilder sind in kalten Tönen gehalten und Humor sucht man vergeblich.
In Martyrs wird gefoltert, geschlitzt und getötet, aber die Gewalt verkommt nie zum Selbstzweck. Obwohl mit körperlicher Brutalität nicht gegeizt wird, ist es vor allem die nachvollziehbare seelische Grausamkeit, die Martyrs von vermeintlich ähnlichen Filmen wie Hostel abhebt und damit realistischer macht. Selbst wenn ein menschlicher Kopf mit einem Hammer zertrümmert wird, fühlt man sich hin- und hergerissen, weil die Rollen von Täter und Opfer verschwimmen.
Ob der Film alleine deswegen „anders“ ist, weil er aus Frankreich stammt, sei dahingestellt. Fest steht jedoch, dass es wenig vergleichbare Werke gibt. Er ist härter als viele andere Streifen, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Er ist intelligenter als andere Filme, ohne damit zu prahlen und obwohl Martyrs nicht billig wirkt, ist zu bezweifeln, dass er für ein breites Publikum ausgelegt ist.
Unbedingt zu empfehlen!
Rating: 








Trailer (franz.):









Mai 10th, 2010 at 14:21
den film kenn ich schon un er is etwas brutal …. aba das ende is au gut ;D
Juli 5th, 2010 at 15:12
Kann ich nur Empfehlen! Definitiv einer der besten Horrorfilme, die ich kenn und einer, bei dem die Brutalität durch die Story auch irgendwie gerechtfertigt wird. Extrem bitter!!
Juli 13th, 2010 at 09:14
Es ist nicht das Blut, was einen typischen Horrorfan anregt, wie gebannt vor dem Fernseher sitzen zu bleiben. Dieser Film ist durch eine ebenmäßige Story und gleich mehreren Verrückten (auf unterschiedliche Art und Weise) gekennzeichnet: Opfer und Täter. Wer das Opfer ist und wer die Täter kommt auf den Blickwinkel an. Ein absolut grandioser Film mit toller, realistisch wirkender Story!!
Juli 26th, 2010 at 02:00
Französischer Horror halt!
Einfach Klasse!
Juli 29th, 2010 at 20:54
fande den Anfang und die Mitte richtig heftig, zum Ende hin hat Martyrs aber stark abgebaut und die “Auflösung”.. naajaaa.. gähn, wie oft hatte man das schon?
August 10th, 2010 at 22:00
Ich hab mir den Film angeschaut & fand ihn Super !
Naja bis auf den Schluss… der war Unnötig :’D
ich hab ihn irgendwie nich verstanden :S
August 20th, 2010 at 01:24
ganz ehrlich? wie sehr kann man einen film überbewerten, nur weil er aus frankreich kommt? hier das beste beispiel. völlig zusammenhangslose geschichte, die von kuchenbacken auf arschbacken kommt, mit einem vorgetäuschten unterschwelligen anspruch. vor allem der schluss, der an die 2 filme (vorherige handlung
, die vorher liefen einfach angesetzt wurde, hat mich doch einiges an überwindung gekostet, aus langeweile nicht auszuschalten. und märtyrertum hin oder her und ob man in einen “künstlerischen” horrorfilm von logik sprechen kann…kein mensch überlebt auch nur die erste minute einer häutung bei lebendigem leib!
fazit: wer gerne mal einen film sieht und sich danach gut fühlen will, einen “intelligenten” horrorfilm gesehen zu haben und einen anspruch daran erkennt, wird diesen film abfeiern. ich fand ihn allerdings eher lächerlich