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Julia X (2011)

Darsteller: Kevin Sorbo, Valerie Azlynn, Alicia Leigh Willis
Regie: P.J. Pettiette
Drehbuch: Matt Cunningham, P.J. Pettiette
Länge: ca. 86 bzw. ca. 92 min
FSK: ab 18 (Cut) bzw. Spio/JK (uncut)
Veröffentlichung: 02.10.2012 (DVD+BD Verleih) 15.11.2012 (DVD+BD Verkauf)
Verleih/Vertrieb: Studiocanal
Land: USA
Sonstiges: Fantasy Filmfest 2011
Unsere Wertung
3.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
5 votes
5.0

Wenn ein Film von der FSK verschmäht wird, stellen die Kreaturen der Nacht die Ohren. JULIA X ist ein solcher Film und wurde nicht im Kino gezeigt, weil die Jugendschützer einiges auszusetzen hatten.
Fürs Heimkino erscheint das Werk nun doch und zwar in 2 Versionen, von denen die ungeschnittene das leichte SPIO/JK-Siegel erhielt, die Cut-Variante immer noch den roten FSK ab 18-Papper trägt.

Julia ist eine attraktive Blondine, die sich eben noch mit einer Internetbekanntschaft im Café getroffen hat und nicht viel später in einer alten Werkstatt hängt, die dem gleichen Mann gehört. Der ist nämlich Serienmörder und brennt seinen Opfern ein X ins Fleisch, bevor er ihnen Schlimmeres antut. Dummerweise ist der Mann bei Julia genau an die falsche geraten und dass sie ihn einige Male entwischt ist das kleinste Problem, denn bald sind die Rollen vertauscht.

War das schon ein SPOILER? Was soll’s… Wenn nicht der Gewalt wegen, gibt es ohnehin keinen Grund JULIA X zu sehen und dafür braucht es keine Story.
Das dachten sich wohl auch die Macher, die statt Geld in einem halbwegs talentierten Drehbuchautor zu stecken, die Kohle in Blutkonserven investierten. Das Skript ließ man dann von Matt Cunningham tippen, der nach seinem „Erfolg“ mit THE MANGLER REBORN sicher für eine heiße Suppe zu haben war. Als Co-Autor durfte P.J. Pettiette ran, der auch gleich sein Regiedebüt gibt.

Die ordentlichen vier Millionen Dollar, die der Film gekostet hat, dürften wohl auch in die 3D-Technik geflossen sein, mit der gedreht wurde. Darüber hinaus ist die Optik zwar nicht herausragend, aber passabel.

Entsprechend unüberlegt agieren die Schauspieler und wenn ein Serienmörder permanent Kopfhörer im Ohr hat, darf er sich nicht wundern, dass seine Beute nicht weniger als drei Mal das Weite suche, bevor er sich selbst in Fesseln wiederfindet. Das unglaubwürdige hin und her geht dann aber im gleichen Takt weiter und hat nichts von dem wendungsreichen Katz- und Maus-Spiel, dass man gerne erzeugt hätte.

Was den Mann zu seinen Taten antreibt, wird nicht hinterfragt; etwas mehr erfährt man über Julia und ihre Schwester, die sie tatkräftig unterstützt. In plakativen Rückblicken wird ein Missbrauch in der Kindheit angedeutet, was offenbar für ernste Untertöne sorgen soll. Ansonsten muss man JULIA X zugutehalten, dass er nicht allzu seriös daher kommen will, aber auch weit von der Komödie entfernt ist, als die er angepriesen wird. Dabei ist es nicht so, dass Gags platt oder schlecht wären, sie finden einfach nicht statt.
Wer auch so gut wie nicht stattfindet ist Ving Rhames (PULP FICTION, PIRANHA). Vollmundig auf dem Backcover angekündigt sieht man ihn nur für etwa 2 Minuten in einer Szene, die kaum mehr als den Epilog darstellt.
Die eigentlichen Hauptdarsteller (u.a. Kevin Sorbo (HERKULES, SOUL SURFER)), sind eigentlich keine Amateure, bleiben aber weitestgehend blass.

Die Prise Erotik, die schon das Cover andeutet, dürfte sicher ein Faktor gewesen sein, warum die FSK den Film nicht mochte. Sexualisierte Gewalt wird dort bekanntermaßen besonders kritisch beäugt. Auf viel nackte Haut sollte aber auch in der Uncut-Version nicht gehofft werden. In zwei Szenen (ganz am Anfang, ganz am Ende) nähert man sich an, ansonsten bleibt es bei Verbalpornographie a la „Willst du meine Fotze lecken“. Mehr als ein tiefes Dekolleté gibt es nie zu sehen.

Also bleibt die Gewalt. Hält man sich im ersten Teil des Streifens noch zurück, gibt es nach der Halbzeit ordentlich auf die Glocke. Hier kommt zumindest das splatterfreundliche Publikum auf seine Kosten und der Film kann seine Existenz rechtfertigen, was aber nicht erklärt, warum drum herum eine hanebüchene Story erzählt wird, statt einfach die besten Schnetzel-Momente zusammen zu schneiden.

Fazit: Manche Typen würden wohl sogar dafür zahlen, von zwei gutaussehenden Blondinen verdroschen zu werden, für den Film sollte man das Geld aber nicht ausgeben.

Julia X (2011), 5.0 out of 10 based on 5 ratings

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Geschrieben von Mick | 23 Okt 2012 | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. rueya
    29 Jan 2013, 9:47 pm

    Geiler Film! Unbedingt mal ansehen! Perfekt für zwischendurch, aber viel Perverses und auch viel Blut drin, wer drauf steht und mal etwas mehr wagen will, ist bei Julia X aufjedenfall am richtigen Punkt! Der Film ist kreativ, spannend und hat geile Kampfszenen :) 10/10

  2. Norfen
    05 Feb 2013, 2:20 pm

    Der Film wirkt und zeigt absolut genau das was er will!
    Wer den Film fälschlicherweise für einen typischen Slasher/Rächer Streifen hält wird enttäuscht, den in dem Film geht es eher um das sich aufbauende Spiel zwischen Julia und “The Stranger”, zu dem das entkommen lassen und sich einfangen lassen einfach dazu gehört.
    Die beiden genießen es einfach in vollen Zügen, so ist leicht erklärt wieso keiner das Weite sucht oder weshalb der Serienmörder großen Wert auf die Musik aus seinen Kopfhörern legt.
    Das Ende allerdings fand ich enttäuschend.

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