Juan De Los Muertos

Juan Of The Dead (2011)

: Alexis Díaz de Villegas, Jorge Molina, Andrea Duro
: Alejandro Brugués
: Alejandro Brugués
: 94 min
: ab 16
: 12.04.12
: Pandastorm Pictures
: Kuba, Spanien
Unsere Wertung
7.5
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7.8

Juan Of The Dead (2011)

Wenn ein Film …OF THE DEAD im Titel trägt, ist regelmäßig klar, worum es geht. Seit George A. Romero vor bald 45 Jahren die Toten aus den Gräbern auferstehen ließ, folgten unzählige Filme mit ähnlichem Namen.
JUAN OF THE DEAD bildet inhaltlich gesehen keinen Unterschied, die Besonderheit liegt in  Schauplatz und Herkunft, denn Kuba ist für alles andere bekannt als seine (Horror-)Filme.

Juan ist ein normaler Kerl in Havanna, der sich mit diesem und jenem über Wasser hält, gerne angeln geht und mit Kumpel Lazaro (!) rumhängt. Als sich eines Tages Zombies in Kuba ausbreiten, wächst in den beiden Tagedieben eine Geschäftsidee.  Gegen Bezahlung machen sie unter dem Slogan „We kill your loved ones“ mit ihren Freunden Jagd auf Untote.

Mehr noch als an jeden anderen Zombiefilm erinnert JUAN… an SHAUN… Nicht nur, weil Humor eine große Rolle spielt, sondern auch, weil die Hauptcharaktere an die britischen Kollegen Pegg und Frost erinnern und in beiden Streifen auch die Nebenfiguren interessant sind. Hier glänzen unter anderem Transe China und ein Hüne mit Gesichtstattoo, der aber kein Blut sehen kann.
Allerdings kommen auch sozialkritische Töne, wie sie Romero stets in seinen Werken unterbringt, nicht zu kurz. Die wandelnden Toten werden von der kubanischen Propagandamaschine etwa als amerikanische Dissidenten bezeichnet und dass viele Kubaner in der Not per Boot gen Florida entkommen wollen, dürfte ebenfalls als Analogie auf reale Ereignisse zu deuten sein.

Doch keine Angst, JUAN OF THE DEAD ist kein verkopfter Film, für den man sich vorher in die kubanische Geschichte einlesen muss und für jede verspielte Andeutung  gibt es auch eine kreative Tötung und vereinzelt gar ein paar platte Gags zu bewundern.
An der Effektefront fährt der (übrigens argentinische) Regisseur Alejandro Brugués ebenfalls die gesamte Bandbreite auf. Manche sind wahrlich sehenswert und einfallsreich, andere wirken etwas unbeholfen.

In jedem Fall atmet der Streifen karibisches Lebensgefühl, mit allem was dazugehört.  Der schmutzige Charme des veralteten Havannas, ehemals edle Oldtimer und eine lateinamerikanische Ungezwungenheit lassen die Zombieproblematik hier und da zur Nebensache verkommen und wissen zuletzt dadurch zu gefallen, dass sie als Kulisse nicht bereits hunderte Male verbraten wurden.

Und genau diese ureigene Note ist es auch, die JUAN OF THE DEAD trotz sicherlich vorhandener Parallelen von jedem anderen Film abhebt und trotz relativ vieler ruhiger Augenblicke zu einem kurzweiligen und spaßigen Stück machen, das uns ganz nebenbei einen ehrlich wirkenden Blick ins heutige Kuba gibt.

 

Juan Of The Dead (2011), 7.8 out of 10 based on 5 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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