Interview mit Eric Lehning (Küss mich,Zombie!)

KÜSS MICH, ZOMBIE! steht seit heute in den Verkaufsregalen.
Wir sprachen mit Hauptdarsteller und Tausendsassa Eric Lehning, über einen Zombiefilm, der keiner sein will.

Mick: Eric, wenn ich mir die Crewliste von KÜSS MICH, ZOMBIE! anschaue, taucht dein Name einige Male auf. Einer der Hauptdarsteller, Drehbuch, Sound Design…aber man findet auch die Namen Kyle Lehning (Produzent) und Jordan Lehning (Musik und Score). Ist der der Film ein Familienbetrieb?

Eric Lehning: Es wurde zwangsläufig ein Familienbetrieb. Meine Mutter hat auch in den Film investiert. Ihr Name ist Vicki Mead. Mein Vater hat etwas Geld in den Film gesteckt und gab uns Zugang zu seiner Aufnahmeausrüstung (Kyle Lehning ist Plattenproduzent im Country-Bereich – Anmerkung des Verfassers), ließ uns ansonsten aber alleine. Er hat jedoch einige Male darauf hingewiesen, dass er glaubt, dass die primären Elemente, die man für die Fertigstellung eines Projektes benötigt, ein Budget und eine Deadline sind. Beides ließ sich manchmal nicht einhalten.
Der familiäre Einsatz war insgesamt enorm. Wir drehten Szenen im Haus der Eltern des Regisseurs und den Häusern von Eltern alter High School Freunde. Es war eine Gemeinschaftsleistung.

Mick: Wer kam mit der Idee für den Film an? Ich kann verstehen, dass Leute eine Idee für Filme wie DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN oder ähnlichen geradlinigen Stoff haben, aber wie kann man Leute davon überzeugen, dass sie einem Geld für einen Zombie-Film geben, der nicht wirklich ein Zombie-Film ist?

Eric: Die ursprüngliche Idee kam von den Regisseuren. Ich verstand nicht wirklich, wie die Story funktionieren würde, bis Jordan und ich begannen an der Musik zu arbeiten.
Die ersten Lieder wurden geschrieben, bevor das Drehbuch verfasst wurde. Wir benutzten die Musik um uns selbst durch den Prozess des Schreibens zu führen.
Ich weiß nicht, warum uns Leute Geld für den Film gaben. Wir haben anscheinend den Eindruck erweckt, als wüssten wir was wir tun.

Mick: In einem Interview, dass bei den Extras auf der deutschen DVD enthalten ist, sieht es aus, als wolltest du vermeiden Wendy einen Zombie zu nennen.
Heutzutage sieht es so aus, als wolle niemand dieses Wort benutzen, aber wie würdest du ein untotes Mädchen bezeichnen? Was ist sie sonst? (Übrigens heißt der Film im Original „Make-out with violence“, vermeidet also das Wort „Zombie“ – Anm. des Verfassers)

Eric: Ich denke “Geist” ist ein gutes Wort. Sogar “Phantom” enthält mehr Mystik als “Zombie”.  Wir wollten, dass sie manchmal gefährlich ist und manchmal statuenhaft. Leichenstarre war eine passende Antwort für dieses Problem. Wir gingen den Charakter mit viel emotionaler Ernsthaftigkeit an und wollten nicht, dass der Aspekt des Untoten die Stimmung überschattet. Der deutsche Titel wurde von unseren internationalen Vertrieb festgelegt.

Mick: Wenn du den Film in ein einziges Genre stecken müsstest, welches wäre das?

Eric: Tragödie

Mick: Wir finden nie heraus, warum Wendy starb. Gibt es Hinweise?
Eric: Etwas Übles und Unbenennbares scheint einen Teil von ihr übernommen zu haben. Vielleicht eine primitive Bosheit, die von dem Charisma dieser wunderschönen jungen Frau angelockt wurde und sie mit seiner Annäherung pervertiert hat.

Mick: Mal ehrlich, worum gehts in dem Film?
Ich hatte in meinem Review einige Ideen geäußert, aber bin mir nicht sicher.

Eric: KÜSS MICH, ZOMBIE! geht um unerwiderte Liebe. Sich in jemanden zu verliebn und festzustellen, dass man diese Person nie kannte ist eine gespenstische Erfahrung.

Mick: Seit 2004 hast du “nur” 2 Filme gedreht und einer davon war ein Kurzfilm. Arbeitest du als Vollzeit-Schauspieler? Oder was bezahlt deine Rechnungen?

Eric: Ich singe für die “Non-Commissioned Officers”,  die Band die mein Bruder und ich zusammenstellten um den Soundtrack des Films einzuspielen. Wir haben gerade ein neues Album fertiggestellt (Money Looking For Thieves).

Mick: Gibt es irgendwelche Filmprojekte mit dir am Horizont?

Eric: Wir schreiben ein Drehbuch, dass lose auf dem Leben der Bronte-Schwestern basiert.
Es ist wie DER PATE, wenn es eine Familie von Künstlern statt Gangstern wäre.



Mehr unter: makeoutwithviolence.com.

 


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Geschrieben von Mick | Interviews

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