Hänsel und Gretel: Hexenjäger

haensel_gretel_dvd_cover1Es waren einmal ein kleines Mädchen und ein kleiner Junge, die sich im Wald verirrten…

So beginnt jedenfalls das Märchen. Und auch der Film von Regisseur und Drehbuchautor Tommy Wirkola (DEAD SNOW) steigt so bei der berühmtesten grimmschen Kindergeschichte der Welt ein. Und wir wissen wie sie ihren Lauf nimmt…
Die beiden Geschwister finden ein Pfefferkuchenhaus mitten im Wald, beginnen sich den Bauch vollzustopfen und werden von einer bösen Hexe gefangen genommen, die Kinder zum Fressen gern hat. Das Ende kennt jeder. Das Gute triumphiert. Die beiden Kinder stoßen die Hexe in den Ofen und sie verbrennt.
Hier aber beginnt der Film HÄNSEL & GRETEL: HEXENJÄGER erst wirklich.

Viele Jahre sind ins Land gegangen und Hänsel und Gretel (Jeremy Renner – 28 WEEKS LATER und Gemma Arterton – PRINCE OF PERSIA) sind erwachsen geworden und haben sich der Jagd nach Hexen verschrieben. Nicht nur allein das schreckliche Erlebnis in ihrer Kindheit hat den Hass auf die Hexen geschürt, ihre Jagd brachte sie in alle Teile der Erde und sie haben bereits hunderte von ihnen unter die Erde gebracht. Eines Tages verschlägt es sie in die Stadt Augsburg und sie finden dort auch gleich einen neuen Job. Eine Hand voll Kinder sind verschwunden und die Bewohner von Augsburg sind sich sicher, dass Hexen dahinter stecken. Hänsel und Gretel machen sich auf die Jagd und müssen entdecken, dass hinter dem Verschwinden der Kinder viel mehr steckt, als es den Anschein hat. Nicht nur, dass die Hexen, allen voran die gefährliche Oberhexe Muriel (Famke Janssen – X-MEN), einen gefährlichen Plan verfolgen, nein, er ist auch noch mit der Vergangenheit der Geschwister verbunden. Sie müssen außerdem schmerzhaft lernen, dass nicht alle Hexen immer böse sind…

 

Sie allerdings schon

Sie allerdings schon: Famke Janssen als Hexe Muriel

 

Manch einer man sich denken: Wie kann ein Märchen gruselig sein? Aber schauen wir uns die Inhalte mal genau an und auch die Urformen der Geschichten, erkennen wir, dass es sich um Geschichten handelt, die wir in der heutigen Zeit eigentlich keinem Kind mehr zumuten möchten. Sie sind durchsetzt von Gewalt und Horror.
Diesen Faden nimmt HÄNSEL UND GRETEL auf und aus den netten Damen, wie Hexen heutzutage leider viel zu oft dargestellt werden, werden wieder die ursprünglichen, abgrundtief hässlichen und bösartigen Frauen aus dem Märchen. Denn schön anzusehen sind sie wirklich nicht. Vielleicht spiegeln sie nicht mehr ganz das Bild von früher wider, aber die moderne Form muss sich nicht verstecken hinter dem Original – wenn man überhaupt von einem Original sprechen kann.

 

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Allein eine Gruppe von Hexen macht aber keinen Horrorfilm aus und so bekommen wir noch eine Bandbreite an Gore präsentiert, der uns in netter 3-D Manier immer wieder um die Ohren geschleudert wird – ob als platzender Kopf, abgetrennte Gliedmaßen oder zerquetschten Körperteile.
Das allein mag jetzt nach einem durch und durch unheimlichen Film klingen, ist es aber nicht. Vielleicht liegt es daran, dass Komödiant Will Farrell zum Produzententeam gehört, denn auf Witze wurde nicht verzichtet. Und so entbehrt der Film neben einem satten, schwarzen Humor, der die unzähligen Tode begleitet, auch nicht einer gewissen komödiantischen Note.

 

Mina (Pihla Viitala) an einem mittelalterlichen Maschinengewehr

Mina (Pihla Viitala) an einem mittelalterlichen Maschinengewehr

 

Das Ergebnis ist also ein wilder Mix aus Horror und Komödie, mit einer Prise Drama und vor allem einem: Einer Menge Coolness.
Denn Hänsel und Gretel sind für ihre Hexenjagd bestens gerüstet. Wir vergessen mal kurz, dass die Geschichte eigentlich im Mittelalter spielt und bewundern die breite Auswahl an Waffen. Ob Knarre, Armbrust, Taser (!), die beiden sind auf alles vorbereitet. Zurück zur Tatsache: Das ganze spielt im Mittelalter! Also wie zum Geier… ? Aber eigentlich wollen wir es gar nicht wissen. Denn HÄNSEL & GRETEL ist vor allem eins: verdammt cool. Und so wollen wir es haben.

haensel_gretel_sf12Schauspielerisch ist auch überhaupt nichts auszusetzen. Jeremy Renner hat in vielen seiner Filme bewiesen, dass er ein Talent für Action hat und darf dem in diesem Film auch weiter fleißig nachgehen. Hollywood-Schönheit Gemma Arterton ist nicht nur schön anzusehen, auch sie darf ordentlich austeilen. Ungewohnt selten bekommen wir das Gesicht von Famke Janssen zu sehen, die in ihrer “Hexenform” so gar nicht mehr so schön ist, wie ohne Maske. Auch über die Nebenrollen kann man sich nicht beklagen. Peter Stomare (HORSEMEN) spielt den fiesen Amtsrichter Berringer, Neuschauspieler Thomas Mann einen eifrigen Fan des Hexenjäger-Duos. Einige europäischen Schauspieler sind auch mit von der Partie, allen voran die deutschen Schauspieler Rainer Bock (INGLOURIOUS BASTERDS) als Bürgermeister Englemann und Thomas Scharff und Kathrin Kühnel als Eltern von Hänsel und Gretel.
Nicht nur das Cast bestand übrigens zum Teil aus deutschen Schauspielern, gedreht wurde hauptsächlich im Filmstudio Babelsberg in Potsdam!

Erwartet man also keinen Film, der weltbewegende Filmgeschichte geschrieben hat, dann wird man hier nicht enttäuscht. Denn das tut er wirklich nicht. Wir bekommen nichts wirklich Neues präsentiert in HÄNSEL UND GRETEL: HEXENJÄGER und auch die Umsetzung haben wir schon zuhauf gesehen. Aber das macht nichts. Denn er macht vor allem eines: Spaß. Und ist dazu verdammt cool. Dafür 8 von 10 Punkten von mir!

Ab dem 22.8.2013 könnt ihr den Film dann übrigens auch bei dem DVD-Händler eures Vertrauens erwerben. Auf BluRay lässt er sich auch nicht verachten, denn bildlich lohnt es sich auf jeden Fall! DVD und BluRay sind mit den Extras “Die verhexten Stunden“, “Hänsel & Gretel neu erfunden” und “Gestatten: Edward der Troll” versehen.

 

Hänsel und Gretel: Hexenjäger, 7.0 out of 10 based on 10 ratings

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Geschrieben von Rinn Gomory | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. Colemarie
    05 Nov 2013, 8:00 pm

    Man betrachtet den Film doch mit einer gewissen Skepsis und mit einem Schmunzeln. Hänsel und Grätel neu interpretiert, mit modischen Waffen und modernen Slang aufgepeppt machts dennoch nicht so genial, wie man vielleicht denken würde.

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