Gone

Gone (2012)

: Amanda Seyfried, Jennifer Carpenter, Wes Bentley
: Heitor Dhalia
: Allison Burnett
: 91 min.
: ab 16
: 28.09.2012 (DVD+BD)
: Splendid Film
: USA
Unsere Wertung
6.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
5 votes
8.0

Gone (2012)

Kellnerin Jill wurde vor einem Jahr von einem Serienmörder entführt, in ein tiefes Loch im Wald geworfen und konnte dem Tod nur knapp entkommen.
Inzwischen lebt die junge Frau ein scheinbar normales Leben, doch die Polizei glaubte ihr nicht, dass es den Entführer überhaupt gab und so lebt die traumatisierte Jill in Angst und durchstreift in ihrer Freizeit noch immer die Wälder um ihre Heimatstadt, auf der Suche nach dem Schacht und dem Killer.
Als plötzlich ihre Schwester aus dem gemeinsamen Haus verschwindet, ist Jill klar, dass ihr nicht viel Zeit bleibt.

Auf DVD-Covern liest man viel Quatsch, aber der Hinweis, dass der Film auch ohne Gewaltexzesse fesselt, kann man stehen lassen. Die Ausrichtung des Films erinnert dabei an verschiedene Serienmörderflicks der 90er, was aber nicht negativ verstanden werden sollte.
Einige Parallelen finden sich auch zu UNTRACEABLE, was zum einen an der gemeinsamen Autorin Allison Burnett liegt, mehr aber am gemeinsamen Schauplatz Portland Oregon. Obwohl wir es mit einer Großstadt mit der Einwohnerzahl Frankfurts zu tun haben, strahlt Portland im Film den Charme einer von viel Natur umgebenen Kleinstadt aus. Das nasskalte Klima ist andererseits der Atmosphäre eines solchen Streifens dienlich.
Enthielt UNTRACEABLE noch zahlreiche garstig-brutale Augenblicke, sind diese in GONE weitestgehend verschwunden.

Was uns erwartet ist zunächst ein Einblick in Jills aktuelles und nicht unkompliziertes Leben, das plötzlich noch weiter aus den Fugen gerät und in einer mörderischen Schnitzeljagd mündet, bei der Jill gleichermaßen Jägerin als auch von der Polizei gejagte ist, die sie gerne in eine Zwangsjacke stecken würde. Dadurch ist für Abwechslung und auch etwas Action gesorgt, Freunde der härteren Gangart könnten aber enttäuscht sein.

Personell ist der Film gut besetzt. Amanda Seyfried (IN TIME, JENNIFER’S BODY) spielt die uneingeschränkte Hauptrolle der Jill glaubwürdig zwischen besorgter Schwester, verängstigtem Opfer und besessener Jägerin. In kleineren Rollen sind Jennifer Carpenter (DEXTER, QUARANTÄNE) und Wes Bentley (P2) zu sehen.
Allzu offensichtliche Klischees werden umschifft und an verschiedenen Stellen legt der Film falsche Fährten, die den Zuschauer schnell glauben lassen, er wisse wie es weitergeht, letztlich aber im Nichts enden. Ob das immer so gewollt ist oder im Grunde eine Schwäche des Skripts darstellt, sei dahingestellt, der Effekt bleibt gleich.

Wie sich Jill mit immer wieder neuen Lügen in kürzester Zeit durch die ganze Stadt fragt ohne die dünne Spur abreißen zu lassen, ist eigentlich nur mit viel Glück ihrerseits oder einer Portion Leichtgläubigkeit des Betrachters möglich. Immerhin ist das aber kurzweilig umgesetzt und man hat bereits deutlich schlechtere Filmkonstrukte gesehen.
Richtig düster wird GONE nur zum Ende hin, das kommt und geht aber leider so schnell, dass man es fast übersehen könnte.

GONE ist ein professioneller Film, der für einen netten DVD-Abend gut geeignet ist. Was man ihm aber vorwerfen muss, ist seine Austauschbarkeit. Keine Szene ist intensiv genug um sich festzubeissen und mit dem Abspann setzt bereits der Prozess des Vergessens ein.


Gone (2012), 8.0 out of 10 based on 5 ratings

Ähnliche Beiträge:

Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

Schreibe ein Kommentar