Ghostfiles – Ein deutscher Amateurfilm


Mittlerweile bedienen sich auch Großproduktionsfirmen dem Found-Footage-Stil. So wie in dem aktuellen Kinofilm CHRONICLE, wo trotzdem aufwendige Kameratechnik zum Einsatz kam.
Doch Found-Footage bietet auch oder gerade Low-Butget-Produktionen eine Möglichkeit ihre geringen Mittel positiv zu nutzen. So tat es auch der Hobby- und Amateurfilmer Andreas Tom in seinem ersten Spielfilm GHOSTFILES, in dem er das Thema Ghost-Hunting behandelt.

Drei junge Geisterjäger sammeln Videomaterial für ihre eigene Website und verbringen dafür eine Nacht in einem alten, leerstehenden Krankenhaus. Dort soll es natürlich spuken. Die Gruppe geht mehr oder minder ernsthaft an die Sache ran und die Stimmung ernüchtert schnell, als einfach nichts passieren will. Doch dann stoßen sie auf Dokumente aus der Vergangenheit der Luisenklinik, als diese noch von den Nazis geführt wurde.

Entgegen dem aktuellen Trend ist GHOSTFILES ein typischer Found-Footage wie aus dem Beginn des Genres. Wackelnde Kameras mit vielen Spielereien der Figuren an den Einstellungen, unprofessionelle Schauspieler, wenig Effekte. Die kleinen aber feinen Nachbearbeitungen erfüllen jedoch ihren Zweck und es wurde sich hier nicht an den Mitteln übernommen, sondern passend zum Thema gut mit ihnen gearbeitet. Die Schauspieler sind erträglich, lassen in den Extremsituationen aber auch extrem nach. Das besonders Positive an GHOSTFILES ist das interessante und einfallsreiche Drehbuch. Die anfängliche zu befürchtende 08/15-Story wird nicht bestätigt. Auch wenn er etwas Anlauf braucht um in Fahrt zu kommen, wird einem nicht langweilig.

Der Autor, Regisseur und Produzent Andreas Tom hat den kompletten Film mit 5.000 angesparten Euro selbst finanziert. Da kann es schnell passieren das unerwartete Mehrkosten nicht bewältigt werden können.
Das war auch hier der Fall, sodass man einige wichtige Szenen aus dem Drehbuch nicht mehr umsetzen konnte und das merkt man dem Film leider an. Einige Szenen und Stellen ergeben mehr Sinn und fügen sich besser zusammen, wenn man wie wir das ursprüngliche Drehbuch kennt.
So ist GHOSTFILES trotzdem recht gut, wäre aber vollständig vermutlich noch um einiges besser geworden. Schade, das hätten wir gerne gesehen.
Deutsche Found-Footage-Fans sollten ihn sich auf jeden Fall ansehen, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Derzeit liegt der Film bei einigen Vertriebs- und Produktionsfirmen im Postfach.

Als Amateur-Film wollen wir ihn nicht in unser allgemeines Ranking werfen, das ist ein Grund dafür, warum wir hier kein reguläres Review geschrieben haben.

Ein zweiter Grund ist die nicht ganz vollständige Produktion und die Hoffnung, dass irgendeine deutsche Firma doch noch das Potenzial hinter dem Drehbuch und seinem Schreiber erkennt und wir irgendwann eine vollständig finanzierte Neu-Version vor uns liegen haben.

Als deutsche Horrorfans drücken wir die Daumen!

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www.ghostfiles.net

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Geschrieben von May | Horror Allgemein

2 Kommentare

  1. katja
    08 Sep 2012, 9:44 am

    frage ist dieser film schon raus gibts den irgendwo zu kaufen oder zu bestellen?

    mfg katja

  2. May
    08 Sep 2012, 9:51 am

    leider nein, da ihn noch kein Vertrieb haben wollte.

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