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Escapee (2012)

: Dominic Purcell, Christine Evangelista, Melissa Ordway
: Campion Murphy
: 90
: 16
: 20.01.2012
: Universum Film GmbH
: USA
Unsere Wertung
2.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
2 votes
3.0

Escapee (2012)

Als die Psychologie-Studentin Abby mit ihrer Klasse die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik besucht, kommt es zu einer unfreiwilligen Begegnung mit dem Insassen Harmon Jaxon. Der ist wegen Mordes an seiner Freundin dort untergebracht, die Abby sehr ähnlich sah.
Kurze Zeit später bricht Jaxon aus und macht sich auf die blutige Suche.

Reden wir nicht um den heißen Brei, dieser Film ist Dreck!
Schon das erste Zusammentreffen zwischen Psycho-Boy und Final Girl ist an langen Haaren herbeigezogen. Dort schreitet die Besuchergruppe den Gefängnisflur entlang, als ein Wärter plötzlich mit dem Professor tuschelt: Ein gefährlicher Insasse kommt gleich vorbei.
Oha! Da ist es keine Option hinter der nächsten Tür zu warten.
Nun, der Insasse ist ohnehin in Ketten gelegt und bewacht, aber nur indem alle Studenten sich der Wand zuwenden und unbedingt Blickkontakt vermeiden kann diese Situation entschärft werden. Natürlich hält sich Abby nicht daran und der Killer liest auf ihrem Namenschild (das an dieser Stelle KEINEN Sinn macht) mit wem er es zu tun hat.

Dies ist wirklich nur eine von vielen Szenen, die jedem normalen Menschen ein Kopfschütteln entlockt.
Später erleben wir die strebsame Abby, die mit einer weniger engagierten Freundin zu Hause beim Lernen sitzt und minutenlang über einen durchdrehenden Türknauf referiert. Ja, da kann man auch auch Beobachter durchdrehen.

Während draußen ein mal mehr, mal weniger heftiger Sturm tobt, sind einige der Studenten trotzdem beim Campen oder auf Parkplatzpartys und der besorgte Professor kommt mal eben auf dem Fahrrad durch Wind und Regen, um ein Buch vorbeizubringen.
Dem Mörder macht das natürlich die Arbeit leichter, denn doofe Opfer finden sich reichlich.
Hilfe ist auch von der völlig bescheuerten Polizei nicht zu erwarten. Zwar lungert ständig irgendwo ein Cop herum, dass ein ausgebrochener Gewalttäter aber mit zahlreichen Gewalttaten in Verbindung steht, scheint für die Gesetzeshüter ausgeschlossen.

“Ich bin ganz aufgeregt” Was hier aus dem Mund eines baldigen Opfers kommt, ist eine Lüge.
ESCAPEE kann nie ernsthaft Spannung aufbauen. Es gibt kaum eine Sequenz, die nicht vorhersehbar wäre, teilweise kann man selbst die Dialoge im Voraus ansagen.
Die Brutalität wird auch mehr angedeutet als zelebriert und wird Gorehounds kalt lassen.

Die Filmgeschichte lehrt uns, dass man mit ausbrechenden Psychopathen wunderbare Streifen produzieren kann, ESCAPEE mit HALLOWEEN oder DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER in einen Topf zu werfen, wäre aber Blasphemie.
Man muss zwar sagen, dass die Optik hier und da passabel ist und die Schauspieler schlimmer sein könnten, die zerfahrene Story raubt aber jegliches Vergnügen.
Fazit: Das Jahr ist noch jung, aber ESCAPEE ist schon jetzt ein heißer Anwärter für den Flop des Jahres.

 

Escapee (2012), 3.0 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

3 Kommentare

  1. Quex24
    22 Jan 2012, 8:28 am

    endlich mal eine hervorragende filmbewertung, die mich nicht dazu verleitet einen 08/15 film anzuschauen. erlebt man hier leider zu selten. würde mir wünschen, dass auch in zukunft die filme einen bisschen kritischer bzw. objektiver bewertet werden. nur als kleines beispiel: black swan, der nicht für die breite masse und genauso wenig für das horror-genre gedacht ist, erhielt hier eine hervorragende bewertung und von mir leider verschenkte zeit, die mir keiner wieder bringt (mal überspitzt gesagt). davon gibt es leider einige beispiele, worunter die seriösität sowie die glaubwürdigkeit dieser seite ein wenig zu leiden hatte (zumindestens in meinen augen). und wir brauchen uns alle nichts vorzumachen, da wir wissen, dass aus dem horror-genre nicht viel gutes kommt. das meißte, um es auch noch mal mit den selben worten zu sagen “…ist Dreck!” es gibt nur wirklich wenig gute, die es nicht verdient haben, eine gleichnahmige bewertung mit miesen filmen zu erhalten. z.b.: horrorpilot -> bram stokers dracula / 9,5 – buried / 10…???… dass eine ist ein cineastisches meisterwerk, was sich darin versteht horror und drama gekonnt ineinander zu verschmelzen und das andere…sry, ich finde keine worte dafür, außer “er war ganz nett. die idee ganz gut und der rest…???…kann man gesehen haben, muss man aber nicht wirklich.”. perönliche bewertung -> bram stokers dracula / 9,5 (abzug gibt es für die wenigen hölzernen dialoge, die der film aufweist) – buried / 6 (besser als der einheitsbrei, reicht trotzdem nur für das mittelfeld). doch so eine kritik läßt da wieder neue hoffnung schöpfen 😉 gerade als vielgucker, benötigt man seiten, wie diese hier, die einem dabei helfen, die wenigen koryphäen, ganz besonders auch im horror-genre, heraus zu filtern. lange rede, kurzer sinn: vielen lieben dank dafür; ihr habt es geschafft, mir meinen start in den tag zu versüßen und das einzig und allein durch eine kleine veränderung <- wenn es denn wirklich eine gab…naja, die hoffnung stirbt zuletzt 😀

    lg

  2. Mick
    22 Jan 2012, 3:14 pm

    @quex:
    Danke für die offenen Worte.
    Kritik ist immer willkommen ob positiv oder eher negativ.

    Ich muss dich aber enttäuschen, wenn du diesen Beitrag als grundsätzliche Veränderung siehst. Da steckt kein Plan dahinter, sondern ist wie auch das Review zu BURIED oder DRACULA einfach nur eine Auseinandersetzung mit dem Film.
    Um Objektivität sind wir natürlich bemüht. Ob du es glaubst oder nicht, wenn ich weiss, dass ich einen Film hier reviewen “muss”, sehe ich ihn mit anderen Augen, als wenn ich ihn nur für mich anschaue.

    Dass trotzdem immer eine gehörige Portion persönlicher Geschmack dabei ist, soll gar nicht geleugnet werden. Was uns also bleibt ist die Möglichkeit auf verschiedene Aspekte einzugehen, die sich neutral betrachten lassen.
    Wenn die Kamera wackelt, tut sie das (ob man es mag oder nicht).
    Mit diesen Infos müssen wir euch dann alleine lassen.

    Was Filme wie BLACK SWAN angeht, will ich gar nicht über die Qualität streiten, ich geb dir aber recht, dass er sicher nicht ausschließlich für Horrorfans gemacht wurde. Macht aber nichts. Dass eine Frau zunehmend dem Wahnsinn verfällt passt unserer Meinung gut hierher, dass er aber kein Genrefilm im engeren Sinne ist, wird sogar im Review erwähnt. Das kann man also ggf. auch als Warnung verstehen, wenn man nur auf Maskenmänner mit Macheten steht.
    Ich verstehe, dass nicht jedem unserer Leser jeder einzelne Film zusagen kann. Die einen werden schreien, wenn diese Woche softer Stoff wie COWBOYS & ALIENS reviewed wird, die anderen wollen A SERBIAN FILM direkt verbrennen.

    Wir werden also weiterhin ein breites Feld abdecken, ich kann dir aber zusichern, dass wir uns auch schon mal redaktionsintern uneins sind.

    In diesem Sinne
    beste Grüße
    Mick

    PS: Sogar diesen WIRKLICH schwachen ESCAPEE finden manche Leute gut.

  3. SheDevil
    24 Jan 2012, 1:05 am

    kann mich nur anschließen…tolle filmbesprechung..evt die beste die es hier bisher gegeben hat…mehr davon

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