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Enter The Void (2009)

: Nathaniel Brown, Paz de la Huerta, Cyril Roy
: Gaspar Noé
: Gaspar Noé
: 163
: 18
: 2009
: Alive
: Kanada , Italien , Deutschland , Frankreich
Unsere Wertung
10.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
16 votes
6.0

Enter The Void (2009)

enter-the-void-1Uff… Zu Beginn kann ich sagen, dass sich jeder, der diesen Film ohne Unterbrechung bis zum Ende geschaut hat auf die Schulter klopfen darf. Gut gemacht. Ich habe es ebenfalls geschafft. Warum ich das so schreibe? Nicht, weil der Film schlecht oder gar eine Qual ist. Er ist anstrengend.

Worum es geht: Oscar (Nathaniel Brown) lebt in Tokio und führt dort ein Leben im Drogenrausch. Doch vegetiert er nicht nur einfach so zu Hause vor sich hin, er schafft es nebenbei auch noch, ein wenig Geld zurückzulegen. Wozu? Er will seine geliebte Schwester Linda (Paz de la Huerta) zu sich nach Tokio holen. Die beiden hatten seit jeher ein inniges Verhältnis zueinander und sind durch tragische Umstände überhaupt erst getrennt worden. Es funktioniert alles nach Plan, seine Schwester kommt zu ihm nach Tokio, alles scheint gut. Doch das Verhältnis der beiden Geschwister ist ein wenig angespannt, denn Linda arbeitet in einem Strip-Club und hat nebenbei eine sexuelle Beziehung mit ihrem Boss, was bei Oscar nicht gerade totale Begeisterung auslöst. Eines Abends, nachdem seine Schwester ihn besucht hatte, legt er sich auf sein Bett und raucht Dimethyltryptamin (DMT), womit ein bunter Trip beginnt. Sein Kumpel Alex (Cyril Roy) holt ihn mit seinem Erscheinen in die Welt der Klarheit zurück – zumindest so halbwegs. Bevor die beiden nachts durch Tokio streifen können, muss sich Oscar allerdings noch mit einem Kumpel in einem Laden namens “The Void” treffen, um ihm ein paar Drogen vorbeizubringen. Auf dem Weg dorthin fragt Alex ihn, ob er schon das Buch durchgelesen hätte, welches dieser Oscar geliehen hatte – das tibetanische Buch der Toten – welches die verschiedenen Phasen beschreibt, die die Seele nach dem Tod zu durchwandern hat. Am Club angelangt will Alex draußen warten, Oscar geht alleine rein. Sein Kumpel hat ihm eine Falle gestellt, Polizisten tauchen auf, im Chaos der Situation wird Oscar erschossen und seine Reise beginnt. Und damit beginnt auch eigentlich erst der Film, denn nun begleitet der Zuschauer Oscars Seele auf der Suche nach Erlösung.

 

Zunächst muss gesagt werden, dass es sich bei diesem Film um ein künstlerisches Meisterwerk handelt. Der ganze Film ist so gedreht, dass wir ihn aus der Sicht von Oscar erleben. Im Leben sehen wir seine Hände, sehen sein Gesicht, wenn er in den Spiegel schaut. Im Tod sehen wir, was seine Seele sieht. Szenen aus der Zeit nach und vor seinem Tod. Bilder seiner Schwester, seines Freundes Alex. Vermischt mit vielen bunten Farben und Kamerafahrten, die einen wirklich glauben lassen, man wäre diese freie Seele, die nicht durch Wände aufgehalten werden kann. Doch kann dies auch anstrengend sein, zumal der Film fast 3 Stunden geht. Im Prinzip ist dieser Streifen der filmgewordene Drogentrip. Bunt, abgedreht, nachdenklich machend, Freude, Horror und eben auch anstrengend. Der Zuschauer hat die Möglichkeit zu sagen: nein, jetzt kann ich nicht mehr und viele werden das sicherlich auch getan haben. Allein dafür hat “Enter The Void” meiner Meinung nach schon allerhöchsten Respekt verdient, denn ist er nicht so nebenbei so geworden, er ist so geworden, weil er genau so werden sollte.

Wer sich auf eine Reise oder einen Trip begibt, kann selten vorher wissen, wie diese werden und was sie mit einem selbst anstellen werden. So ist dieser Film. Dieser Film ist großartig, er ist Kunst, er ist anstrengend. Er ist ein Abenteuer.

Enter The Void (2009), 6.0 out of 10 based on 16 ratings

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Geschrieben von Autor | Reviews (Filme)

6 Kommentare

  1. Evan
    19 Jun 2013, 5:28 pm

    Einer der besten Filme!

  2. Kathy Kenji
    21 Jun 2013, 2:08 am

    *auf die Schulter klopf* wirklich sehr langatmig, hab aber jede Sekunde genossen…

    Danke für den tollen Entdeckung!

  3. Kelm
    21 Jun 2013, 10:57 pm

    Ich weiss nicht , was ihr alle an dem streifen findet. Totale folter sich den anzusehen, einfach nur grottelschlecht …

  4. Frogman666
    25 Jun 2013, 6:44 pm

    Ich kann da leider nur Kelm zustimmen.
    Man hätte den gleichen Film auch in 45min schaffen können (anstatt gute 2Stunden).
    Immer diese ewigen Übergänge von Szene zu Szene und dann auch noch diese ganzen sinnlosen Szenen dazwischen. Also ob das nicht reichen würde weiß man eigentlich schon sehr früh was im Film passieren wird wodurch auch keine Überraschungen mehr auftreten und man sich nur fragt wann es denn jetzt endlich passieren mag……puhhh der Film ist eeccchhhtttt laaaannnnnggggg :-/

    Aber soll wohl so ne art Kunstfilm sein…also wens gefällt. Aber ich kann nur davor warnen diesen Streifen anzugucken. Und falls man es doch macht und man merkt der Film gefällt ein nicht, macht nicht den gleichen Fehler wie ich und guckt ihn zu ende….der Film wird nicht besser.

  5. BoB
    13 Jul 2013, 12:29 am

    Habe ihn mir schon mehrmals gegeben,einfach großartig.

  6. Nexz
    10 Aug 2014, 10:38 pm

    Also ich kann da auch nur Kelm zustimmen. Für mich ist der garnichts! Aber wem’s gefällt sei es gegönnt 😀

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