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Unsere Wertung
6.5
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8 votes
6.1

Elevator

Im Aufzug steckenzubleiben ist eine an sich schon unangenehme Situation, die es in der Filmgeschichte schon das eine oder andere Mal gab, beispielsweise zuletzt in John Erick Dowdles DEVIL oder in ABWÄRTS mit Götz George.
Der gebürtige Norweger Stig Svendsen variiert das beklemmende Thema in seinem US-Debüt ELEVATOR und baut einige zeitgenössische Eigenheiten ein.

In einem Wolkenkratzer soll eine Businessparty steigen, klar dass alle kommen, die Rang und Namen haben. Nicht nur ein Yuppie mit Reporter-Freundin, der dickliche Kollege und die schwangere Angestellte, sondern sogar Ober-Boss Barton (mit Enkelin). Außerdem finden sich eine ältere Dame, ein gar nicht komischer Komiker und ein iranischer Sicherheitsbeamter ein und fahren alle mehr oder minder zufällig mit dem Fahrstuhl nach oben. Zumindest so lange, bis die neugierige Enkelin ein paar Knöpfe drückt und die Kabine plötzlich stecken bleibt.
Damit nicht genug, sind sich die Gafangenen nicht alle wohlgesonnen und einer von ihnen trägt sogar eine Bombe bei sich.

Wer einen Film wie ELEVATOR schaut, sollte nicht mit allzu viel Action rechnen. Der Bewegungsradius in einem vollgestellten Lift ist nun mal begrenzt und nur wenige Szenen zeigen, was außerhalb vor sich geht. Wenn doch, macht man sich moderne Medien zunutze und hält per Handy oder sogar Videostream aufs Smartphone Kontakt nach draußen.
Immerhin, mal ein Film in dem nicht aus fragwürdigen Gründen die Funkverbindung abbricht.

Trotzdem ist ELEVATOR dialoglastig und da es langweilig wäre 9 Menschen dabei zu beobachten wie sie stur nach vorne starren und sich dabei anschweigen, kommt man früh ins Gespräch, lernt sich kennen und macht sich Feinde.
Zeitgemäß wird der moslemische Sicherheitsmann schnell Opfer von Terror-Vorurteilen und auch die heutzutage gerne angesprochene Gier der Banker, die über die Leichen ihrer Anleger gehen, wird thematisiert.
Dazu kommen weitere zwischenmenschliche Probleme, die man normalerweise vielleicht eher daheim diskutieren würde, aber hier dazu dienen die Geschichte am Laufen zu halten.

Gleichzeitig können so manche Fragen in den Hintergrund gedrängt werden, die dem skeptischen Zuschauer ins Auge springen könnten. Kann man eine Aufzugtür einfach aufschieben? Wäre es nicht möglich die Menschen aus dem Aufzug früher zu befreien? Ließe sich nicht ein einfacher Weg finden, sich der Bombe zu entledigen?
Realisten sollten also Vorsicht walten lassen.
Fragen bleiben auch anderenorts: Obwohl das Acting insgesamt in Ordnung geht, ist das Timing der Schauspieler nicht immer auf den Punkt und stellenweise vergehen lange Sekunden in denen sich der Betrachter fragt, ob der Dialog hier zu Ende ist, bevor dann doch noch eine Antwort kommt.

Gegen Ende des Films wird dann aber weniger gesprochen und mehr geschrien. Dass das Innere des Fahrstuhls aus verschiedenen Gründen aussieht wie ein Schlachthaus, ist eine willkommene Abwechslung.

Fazit: Wer mit Thrillern auf engem Raum ohnehin nicht kann, wird auch mit ELEVATOR nicht wirklich warm werden. Fans von Kammerspielen sollten hier aber gut unterhalten werden.


Elevator, 6.1 out of 10 based on 8 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. Tschinderassa
    22 Mai 2013, 7:49 pm

    Ich fand ihn keinen Renner aber auch nicht schlecht.
    Ich mag solche Filme (Cubes, Aufzüge, Räume, tendenz Klaustrophobie), nicht bedingungslos, aber diesen kann man sich aber sehr gut anschauen.

    Hab 6 Punkte gegeben.

  2. Engelchen
    26 Mai 2013, 6:44 pm

    Dieser Film ist einfach nur schlecht!
    Schlechte Story, schlechte Kommentare und schlechtes Ende!
    Die ersten 40 Minuten sind zum Einschlafen!

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