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Don’t be afraid of the dark (2010)

: Bailee Madison, Guy Pearce, Katie Holmes
: Troy Nixey
: Guillermo del Toro, Matthew Robins
: 95 min
: ab 16
: 03.05.2012 (DVD+BD Verkauf)
: Studiocanal
: USA, Australien, Mexiko
: Remake des gleichnamigen TV-Films von 1973
Unsere Wertung
6.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
14 votes
7.3

Don’t be afraid of the dark (2010)

Sally wird von LA nach Rhode Island zu ihrem Vater geschickt, der dort zusammen mit seiner neuen Freundin ein altes Anwesen renoviert. Schon bald findet das unglückliche Mädchen einen versiegelten Keller unter dem Haus und befreit dort Wesen, die sich zuerst als freundlich ausgeben, sich dann aber als äußerst gefährlich erweisen. Doch wer glaubt schon einem Kind?

Guillermo del Toro macht sich rar. Seit HELLBOY 2 (2008) hat der Mexikaner keinen Film mehr gedreht, zumindest nicht als Regisseur. Daran ändert sich auch mit DON’T BE AFRAID OF THE DARK vorerst nichts, als Produzent und Co-Drehbuchautor war der Meister aber dennoch maßgeblich an der Entstehung beteiligt.
Weitere große Namen sind Katie Holmes und Guy Pearce und sogleich mag sich unter Horrorliebhabern Skepsis verbreiten, denn leider bringen große Produktionen oft eine weichgespülte Ausrichtung mit sich.

Der Film startet mit einem deutlichen Blick in die Vergangenheit: In dem gotischen Herrenhaus  werden einer jungen Frau bei vollem Bewusstsein die Zähne herausgebrochen. Obwohl es noch in ein paar anderen Szenen blutig wird, sollte man diesen Moment aber nicht als Maßstab für den weiteren Verlauf nehmen, denn dort steht meist atmosphärischer Grusel statt Gore auf dem Plan.

Den Grusel erleben wir meist aus der Sicht von Sally, die von der damals 10-jährigen Bailee Madison überraschend gut gespielt wird. Sie findet sich in einer ungewöhnlichen Umgebung wieder, muss mit ihrem entfremdeten Vater und einer unbekannten Stiefmutter auskommen…und das ist noch der angenehme Teil. Sie ist leicht zu überzeugen, als ihr die Stimmen im Keller zuflüstern, dass sie mit ihr befreundet sein wollen. Bald schon lernt sie die Angst kennen, die jedes Kind  wohl schon einmal verspürte, wenn es alleine in der Dunkelheit lag, nur dass ihre Monster wirklich existieren.

Auf der anderen Seite sehen wir Guy Pearce als liebenden, aber auch etwas desinteressierten Vater, der Sallys Ängste und andere Auffälligkeiten als die gewöhnlichen Probleme eines Scheidungskindes abtut. Stiefmutter Katie Holmes zeigt sich ebenfalls erwachsen-skeptisch, muss aber nach eigenen Nachforschungen erkennen, dass Sallys Aussagen wahr sein könnten.
Es ist genau dieses familiäre Spannungsfeld, das dem Film eine zweite Note gibt und neben dem Spuk-Anteil einen sozialen Touch verleiht, der sich aber gut in den Film einfügt, zumal man sich dadurch fragt, ob Sallys Erlebnisse nicht gar eine Metapher für andere Erlebnisse sind.
Die Figuren agieren dabei glaubwürdig, auch wenn Guy Pearce als stärkerer Akteur der beiden Erwachsenen etwas im Hintergrund bleibt und Katie Holmes das spielt, was sie am besten kann: Das hübsche, aber etwas unscheinbare Mädchen von nebenan.

Ob es an Del Toro oder Regisseur Troy Nixey liegt, dass der Film oft fantastisch und verträumt wirkt, lässt sich wohl nicht trennen. In jedem Fall haftet der Geschichte etwas Zeitloses an, wodurch auch eine alte Polaroid-Kamera und moderne Handys nebeneinander existieren können.
Die Handlung verfolgen wir nicht nur durch die Augen eines Kindes, Kinder und Jugendliche scheinen eigentlich auch die Zielgruppe unter den Zuschauern zu sein. Eigentlich, denn jugendfreundliche Unterhaltung sieht doch anders aus und die FSK16-Freigabe geht durchaus in Ordnung.

Die Kreaturen, die Sally befreit, passen da gut ins Bild. Einerseits böse und vor Gewalt nicht zurückschreckend, ist ihre optische Umsetzung doch in gewisser Weise putzig. Immerhin lässt sich festhalten, dass die Computeranimationen offenbar ausnahmsweise von Profis ausgeführt wurden.

DON’T BE AFRAID OF THE DARK ist weniger weichgespülter Horror, sondern eher grusliges und brutales Jugendabenteuer…was durchaus als Kompliment zu sehen ist, da man sich nicht einer bestimmten Zuschauergruppe anbiedert, sondern zwei Zielgruppen entzieht. Wer sich bei dem ungewöhnlichen Mix an Del Toros Meisterwerk PAN’S LABYRINTH erinnert fühlt, sollte aber Vorsicht walten lassen, dessen Klasse erreicht DON’T BE AFRAID OF THE DARK nämlich nicht.

Don't be afraid of the dark (2010), 7.3 out of 10 based on 14 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

4 Kommentare

  1. sMäx
    23 Apr 2012, 11:00 am

    absolut langweiliger Film, war definitiv ein Fehler sich den anzusehen…

  2. Cee
    07 Jul 2012, 2:11 pm

    Nicht vergessen, das ist ein Film von Guillermo del Toro !

    Der Film ist nicht grad der Shocker. Es punktet viel mehr mit seiner Schönheit und Atmosphäre.
    Pans Labyrinth war auch sehr künstlerisch dargestellt und recht anders.

    Ich fand den nicht gruselig, aber wenn man auf die Bewegungen der Kamera achtet und auf die Ästhetik des Films, dann ist der recht gut. 🙂

  3. Jaja
    06 Okt 2012, 2:52 pm

    Der Film war gut! Anfangs sehr unheimlich und zum Ende hin eher spannend als unheimlich.

  4. Eme
    04 Jul 2013, 7:02 pm

    Ich halte diesen Film für genial. Ja, er ist nicht gruselig und ja, er ist auch nicht blutig. Aber die ganze Atmosphäre hat einfach was und die kleinen Monster sind zu putzig 🙂

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