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Die Jäger (2011)

: Chris Briant, Steven Waddington, Tony Becker, Dianna Agron
: Chris Briant
: Michael Lehman
: 107 min.
: ab 18
: 05.12.2012 (DVD+BD)
: Schröder Media HandelsgmbH & Co KG
: Belgien, Frankreich, Luxemburg
Unsere Wertung
1.5
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1.0

Die Jäger (2011)

die jäger (2)Wir haben es bereits in unserem THE HUNT-Review angedroht: DIE JÄGER ist kein guter Film…er lässt uns zwar eine Weile im Glauben, ein durchschnittlicher Film zu sein, gibt dann aber doch schnell zu, dass er ein wirrer, unmotivierter Streifen ist, der so überflüssig ist wie ein GEZ-Fahnder.

Der Film befasst sich mit dem Ex-Soldaten Le Saint, der inzwischen als Polizist arbeitet. In der Stadt verschwinden öfters mal Menschen, was aber keinen Menschen juckt. Als sich der Cop in einem verlassenen Fort im Wald mit einem Informanten treffen will, muss er feststellen, dass der Ort nicht nur eine heiße Spur ist, sondern der Tatort für Menschenjagden.
Dass die Idee abgenutzt klingt, wäre gar kein Problem, wenn der Rest stimmen würde, zumal das Drehbuch den Versuch unternimmt sowohl Protagonisten, als auch Antagonisten einen Background zu verleihen.

Im Fall der Bösewichte handelt es sich um zwei gefrustete Niemande in der Midlifecrisis und zwei halbstarke Schwachmaten, die allesamt versuchen aus ihren gewöhnlichen Leben auszubrechen indem sie nicht nur am Lagerfeuer sitzen, Bier trinken, rülpsen und Frauengeschichten austauschen, sondern nebenbei auch -ganz der Jäger und Sammler- Menschen jagen.
Das könnte man guten Schauspielern abnehmen, die sind aber weit und breit nicht zu sehen. Lediglich Chris Briant, der den Le Saint gibt und gleichzeitig Regie führte, ist passabel.

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Schlimmer als die Akteure sind aber die Dialoge und Synchronisation. Gefaselt wird fast ausschließlich austauschbares Blabla und obwohl der Film für die durch die dilettantischen deutschen Sprecher verursachte Verstümmelung nichts kann, hält sich die Freude auch beim Umschalten auf die Originaltonspur in Grenzen.
Wo der Film spielen soll ist übrigens unklar. Als Herkunftsland wird Frankreich/Belgien/Luxemburg angegeben, wo auch gedreht wurde. Gesprochen wird im Original aber englisch und während schon die Autonummernschilder die Wahrheit ausplaudern, tut man so, als wäre man in den USA unterwegs.

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Überraschend angenehm ist die Kameraarbeit ausgefallen, die allerdings den Gesamteindruck kaum rettet, da selbst der beste Kameramann nur das einfangen kann, was man ihm vorgibt. Das wären in diesem Fall lasche Effekte und abgetrennte Körperteile, die man in jeder Kleinstadt-Geisterbahn findet.

Das Fort bietet grundsätzlich eine geeignete Kulisse, hier verfängt man sich aber in Widersprüchen. Einerseits ist die öffentliche Anlage für jedermann zugänglich, kann aber von den Übeltätern scheinbar nach Belieben verschlossen werden. Wo eben noch Touristen auf Parkbänken sitzen, haben sich die Herren innerhalb von Minuten häuslich eingerichtet, das Gelände vermint (!) und Verliese mit Opferköpfen ausgerüstet.
An dieser Stelle geben sich die Schurken als harte Hunde, heulen aber allesamt wie Kinder, als einer von ihnen das Zeitliche segnet. Wo das Drehbuch wohl nochmals Charaktertiefe vorgaukeln will, möchte man als Zuschauer den Weicheiern eine Umschulung empfehlen.

Mit 107 min. Laufzeit ist das Werk dann auch noch deutlich zu lange ausgefallen, gegen Ende haben aber offenbar sogar die Macher die Nase voll und (SPOILER) statt einem gewaltigen Showdown tritt der Oberbösewicht versehentlich auf eine Mine und jagt sich selbst gen Orbit. So dumm, dass es schon wieder originell ist.

Grobe Schnitte und Anschlussfehler (oder war es der Sekundenschlaf des Rezensenten?) runden das Bild ab und DIE JÄGER schafft es sogar, dass sich einsetzender Schneefall in Sekundeschnelle in gießenden Regen verwandelt.

Zu guter Letzt soll auch die DVD-Hülle ihr Fett wegkriegen, wo von jungen Leuten die Rede ist, die im Wald Party machen wollen und über das Fort und die Leichen stolpern. Ernsthaft? Haben wir den gleichen Film gesehen? Oder hat sich einer von uns nur den Trailer angeschaut, der ebenfalls falsche Versprechungen macht?


Die Jäger (2011), 1.0 out of 10 based on 1 rating

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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