Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen (1)

Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen (2012)

: Simon Pegg, Clare Higgins, Amara Karan
: Crispian Mills, Chris Hopewell
: Crispian Mills
: ca. 96 min
: ab 16
: 04.10.2012 (DVD+BD)
: Universal
: Großbritannien
Unsere Wertung
6.0
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8.0

Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen (2012)

Simon Pegg ist inzwischen ein Name, der Horror- und Comedyfans gleichermaßen ein Begriff sein dürfte. Seine Filme bewegen sich oft im Reich des lustig-fantastisch-makaberen und an seiner Seite steht meist Nick Frost. Wie schon in BURKE & HARE tritt Pegg diesmal aber alleine an, was auch deswegen Sinn macht, weil er in vielen Szenen auch im Film alleine ist.

Dort spielt er nämlich den einsiedlerischen Kinderbuchautor Jack, der sich neuerdings auch mit viktorianischen Serienmördern beschäftigt und dadurch nicht nur in deren Bann gezogen wird und mit einer wachsenden Paranoia zu kämpfen hat, sondern sich auch seiner Kindheitsphobie in Form eines Waschsalons stellen muss.

Klingt absurd, ist es auch und soweit läuft ja alles nach Plan. Wir lernen Jack nicht nur kennen, sondern erhalten einen tiefen Blick in seinen Verstand, wo es aussieht als wären ein paar Schubladen aus den Schränken gefallen. Indem er uns seine Sicht aus der ersten Person schildert und wir Zeuge seiner (Alp-)Träume und Fantasien werden, erfahren wir mehr als wir normalerweise möchten und fühlen uns selbst, als ob wir erhöhte Temperatur hätten.
Da mag es einer fiebrigen Unachtsamkeit geschuldet sein, dass der Film zunächst einen roten Faden vermissen lässt und nicht einmal andeutet, worauf er hinauslaufen könnte.

Wenn Eremit Jack schlaflos und mit einem Tranchiermesser durch sein Messy-Apartment geistert und hinter jedem Schatten einen Mörder vermutet, erinnert das an die Schauergeschichten eines Edgar Allen Poe und ist eine Zeit lang durchaus unterhaltsam und auch der zweite Akt (Waschsalon) ist für sich genommen gelungen. Probleme bereiten viel mehr die Zusammenhänge und Übergänge. Hiphop-Einlagen, besagte Traumwelten und ein zu lange geratener dritter Akt inklusive animierter Kindergeschichte sind zwar originell, aber nicht stimmig.

Grund dafür könnte sein, dass die beiden Regisseure Crispian Mills (der auch das Drehbuch auf Basis einer Geschichte verfasste) und Chris Hopewell nicht nur beides Debütanten sind, sondern womöglich andere Vorstellungen der Umsetzung hatten. Pegg kann man jedenfalls keinen Vorwurf machen, denn er bedient das Genre das er beherrscht, steht aber noch mehr im Vordergrund als gewöhnlich und liefert schauspielerisch eine sehr überzeugende Leistung ab.

Man kann auch nicht behaupten, dass DIE FÜRCHTERLICHE FURCHT VOR DEM FÜRCHTERLICHEN ohne gute Gags auskommen müsste, am Ende fragt man sich aber immer noch, worauf das hinauslaufen wird, bzw. was das jetzt war und so sollte man den Streifen vielleicht einfach als Experiment sehen und weniger als pures Entertainment.

Fazit: Nicht der typische Pegg-Stoff, nichts für jedermann.

 


Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen (2012), 8.0 out of 10 based on 3 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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