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Die Frau in Schwarz (2011)

Darsteller: Daniel Radcliffe, Janet McTeer, Ciarán Hinds, Roger Allam, Shaun Dooley
Regie: James Watkins
Drehbuch: Jane Goldman
Länge: ca. 96
FSK: 16
Veröffentlichung: 2012
Verleih/Vertrieb: Concorde Video DVD
Land: Großbritannien , Kanada , Schweden
Unsere Wertung
8.5
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User Score:
5 votes
8.4
die-frau-in-schwarz-hauptplakatWir befinden uns in England,  frühen 20. Jahrhundert. Der junge Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe), wird in ein verschlafenes, kleines Dorf irgendwo in Großbritannien geschickt, um dort die Hinterlassenschaften einer verstorbenen Witwe aufzulösen und ihr altes Anwesen zu verkaufen. Dieses befindet sich allerdings außerhalb des Dorfes und ist nur über einen schmalen Pfad zu erreichen, wenn keine Flut herrscht. Kaum in dem Örtchen angekommen soll er eigentlich gleich wieder fortgeschickt werden. Keiner der sehr verschlossenen Dorfbewohner möchte ihn dort haben. Doch der pflichtbewusste Anwalt lässt sich davon nicht abschrecken und reist zu dem Haus, welches er verkaufen soll. Es dauert nicht lang, da bemerkt er etwas. Eine in Schwarz gekleidete Frau scheint mit ihm zusammen in dem Haus zu sein. Wieder zurück im Dorf scheint jedoch niemand etwas von dieser Frau wissen zu wollen, er wird abgewiesen, niemand möchte mit ihm sprechen. Er hat nur einen einzigen Freund, nämlich Mr. Daily (Ciarán Hinds), der die Ortsansässigen für einfältige, abergläubische Spinner hält. Doch bald schon wird eines klar: hinter der geisterhaften Frau in Schwarz steckt weit mehr als nur Aberglaube. Taucht sie auf, sterben Kinder. Arthur Kipps tut nun gut daran, dieses Mysterium schnell aufzuklären, denn sein eigener kleiner Sohn soll in wenigen Tagen ebenfalls mit seiner Kindermutter in das Dorf einreisen, um das Wochenende mit seinem Vater verbringen zu können…

 

Bevor der Film überhaupt begann, hatte ich schon große Angst. Was ließ mich bange werden, wenn ich nur an den Film zu denken wagte? Daniel Radcliffe, der hier die Hauptrolle spielt. Einigen ist er vielleicht unter einem anderen Namen besser bekannt: Harry Potter. Richtig, es ist unser kleiner Zauberlehrling, der sich seit vielen Jahren mit dunklen Zauberern duelliert. Zu allererst hielt ich bis dato den Herren Radcliffe nicht für den allerbesten Schauspieler und darüber hinaus hatte ich Sorge, während des gesamten Films nicht den Gedanken verdrängen zu können, dass es eigentlich Harry Potter ist, der da Jagd auf einen Geist macht.

“Na los, Harry. Hol schon endlich deinen Zauberstab raus!”, “Vielleicht kennt der kopflose Nick sie ja, frag ihn doch!”. Solche die-frau-in-schwarz-film-bild06Sätze hatte ich mich schon sagen hören. Nun, ich würde diese Kritik nicht schreiben, hätte ich ihn mir dann nicht doch angeschaut. Zunächst muss gesagt werden, dass ich tatsächlich schnell vergaß, dass ich mir da den kleinen Harry anschaue. Der Herr Radcliffe hat sich gemausert, passt gar nicht schlecht zu der Rolle und ist alles in allem überzeugend. Verschwand deshalb meine Angst? Nein und wenn, dann nur für kurze Zeit.

Hier haben wir einen Horror-Film, welcher erfrischender Weise ohne viel Blut und Eingeweide auskommt, der Gruselfaktor wird hier auf ganz und gar subtile Art erreicht. Es passiert viel im Hintergrund, teilweise gar so subtil, dass man manches vielleicht bei erstmaligem Anschauen überhaupt nicht mitbekommt. Dieser subtile, schleichende Grusel macht die Stimmung des Filmes aus, ist seine große Stärke. Sobald Arthur Kipps das Haus betritt, macht sich Anspannung im Körperinneren des Zuschauers breit. Hastig durchsucht man jede Ecke des Bildschirms. Hier und dort entdeckt man etwas. Und hat man sich grade auf dieses kriechende Grauen eingestimmt, ZACK, doch ein Jump-Scare. Dann verlässt er das Haus und man kann aufatmen, denkt man zumindest. Aber gerne hätte ich mein eigenes Gesicht gesehen, als Arthur Kipps ausspricht, er würde gerne die komplette kommende Nacht in dem Haus verbringen. Uff. Damit muss man erst mal zurechtkommen. Das mag alles auch so gut funktionieren, da es für Regisseur James Watkins keinesfalls der erste Ausflug ins Horrorgenre gewesen ist. Zuvor inszenierte er bereits Filme wie: “Eden Lake” oder “The Descent 2″.

“Die Frau in Schwarz” ist einer dieser Filme, die man sich wirklich bewusst und aufmerksam anschauen muss, da, wie bereits angesprochen, der meiste Grusel auf subtile Art erzielt wird. Schaut man ihn so nebenbei, mit einer Hand voll Kumpels und ein paar Bieren, wird der Film es womöglich schwer haben, den Zuschauer in den Bann ziehen zu können. Schaut man ihn sich jedoch nachts an, mit wenig Leuten, die sich ebenfalls auf den Film einlassen wollen oder gar ganz allein – so tat ich es beim ersten Mal – dann funktioniert er wunderbar. the-woman-in-black

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir hier einen überzeugenden Daniel Radcliffe sehen, der sich durch das womöglich klassischste aller Geisterhäuser seinen Weg bahnt. Zusammen mit ihm wandert man durch das alte Gemäuer, gemeinsam mit ihm fürchtet und erschreckt man sich. Das alles auf hohem Niveau, ganz ohne Splatter-Effekte, die vielleicht schocken, aber bei mir zumindest keine wirkliche Angst verursachen. Bei DIESEM Film hatte ich Angst, teilweise nicht zu knapp. Außerdem schafft es der Film auch, zu einem für sich selbst stimmigem und trotzdem vielleicht für den einen oder anderen Zuschauer überraschendem Ende zu gelangen.

Die Frau in Schwarz (2011), 8.4 out of 10 based on 5 ratings

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Geschrieben von Autor | 06 Jun 2013 | Reviews (Filme)

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