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Der weiße Hai (1975)

: Roy Scheider, Richard Dreyfuss, Robert Shaw, Lorraine Gary, Murray Hamilton
: Steven Spielberg
: Carl Gottlieb, Peter Benchley
: ca. 124
: 16
: 1975
: Universal Pictures Germany GmbH
: USA
Unsere Wertung
9.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
4 votes
8.8

Der weiße Hai (1975)

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Ich gebe zu, es ist nicht einfach diese besondere Melodie in Wörter zu fassen, welche sofort ins Ohr schießt, wenn man an diesen einen bestimmten weißen Hai denkt. Ein Kultfilm, ohne Frage. Man muss daher sogar wirklich dankbar sein, dass es diesen Film gibt, denn sah es lange gar nicht danach aus, wollte doch Spielberg höchst selbst von diesem Boot gleich zu Beginn wieder abspringen.

Doch erst mal, worum es eigentlich geht:

Der kleine Ort Amity Island lebt von seinem Badetourismus. Dies ist auch der Grund, aus dem der Bürgermeister (Murray Hamilton) zunächst gar nichts davon wissen will, dass ein weißer Hai in den örtlichen Gewässern sein Unwesen treibt. Und das obwohl dieser bereits ein Todesopfer gefordert hat. Die Badesaison, sowie ein Nationalfeiertag stehen vor der Tür, weshalb der Strand natürlich geöffnet bleiben muss, so verbietet der Bürgermeister dem frischen Polizeichef Martin Brody (Roy Scheider) irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen.   Es passiert das unvermeidliche – ein Kind kommt zu Tode und nun kann auch der Geldgierige Bürgermeister die Augen vor der Bedrohung nicht mehr verschließen. Einen Tag lang wird der Strand gesperrt, die Mutter des getöteten Kindes hat ein Kopfgeld auf das Tier ausgesetzt, was zur Folge hat, dass sich alles, was ein Boot besitzt auf dieses begibt, um den Hai zu erlegen.  Das klappt auch ausgesprochen schnell. Ende gut, alles gut, wäre da nicht der Haiexperte Matt Hooper (Richard Dreyfuss). Dieser ist sich nämlich sicher, dass der wirkliche Täter viel größer als das erlegte Exemplar sein muss. Aber der Bürgermeister will so etwas natürlich überhaupt nicht hören, der Strand ist am nächsten Tag wieder auf. Trotzdem will niemand so recht ins Wasser gehen, bis der Bürgermeister die Gäste eigenhändig animiert. Hooper hatte natürlich Recht, der Hai schlägt wieder zu und fast kommt der Sohn des Polizeichefs Brody zu Tode. Also beschließt dieser, selbst zu handeln. Der wasserscheue New Yorker fährt zusammen mit Hooper und einem alten Seebären namens Quint (Robert Shaw) in See, um dem Schrecken ein Ende zu machen. Damit beginnt die wahre Jagd.

 

Ja, nicht mit einem Hai hatte dieser Film zu kämpfen – zumindest mit keinem Echten –, dafür aber mit unzähligen Problemen anderer Art. Spielberg wollte raus, Universal ließ ihn nicht, Streitigkeiten über die Besetzung der Rollen, Umschreibung des Drehbuchs, was zu Drehverzögerungen führte, die Kosten explodierten, unter anderem auch, weil Spielberg sich weigerte, in einem Wasserbecken statt auf dem echten Ozean zu drehen und so weiter. Die Darsteller selbst sollen dem Film schon vor Kinostart sein Scheitern prophezeit haben. Und dann erst die Haiattrappe. Diese sah schon für die damalige Zeit grausig aus und ging ständig kaputt. Ein Glück! Denn sonst hätte es nie die genialen Kameraeinstellungen gegeben, in denen man das Geschehen aus der Sicht des Hais selbst erlebt. Außerdem entsteht ein großer Teil des Horrors in der ersten Hälfte nur, weil man das Monster eben noch gar nicht richtig zu Gesicht bekommen hat. Abwesenheit des Grauens, das klappt immer, hat auch bei Alien schon geklappt.

Schlechte Monsterpuppe, triviale Story, klingt doch irgendwie nach B-Movie, oder? Selbst Spielberg bezeichnete den Film so. Auch zu Beginn des Films möchte man dies annehmen; betrunkene Jugendliche gehen nackt baden, es passiert ein Unheil, ausgelöst durch ein großes Monster. Wieso kommt aber trotzdem kein wirkliches B-Movie-Feeling auf? Das mag zum einen an den Charakteren liegen, die doch weitaus tiefgründiger  als im klassischen B-Movie sind und außerdem auch gut den damaligen Zeitgeist wiederspiegeln. Ein Vorteil, den der Nachfolger sich wohl nicht mehr zuschreiben kann. Zum anderen liegt es an den bereits angesprochenen Pannen, die zu wahren Glücksfällen geworden sind. Dass der Hai in der ersten Hälfte des Films kaum zu sehen ist, erzeugt ungeheure Spannung und Horror im Kopf des Zuschauers, die auch nicht abreißen wollen. In seiner zweiten Hälfte auf offener See mutiert der Film fast schon zu einem wahrhaftigen Abenteuerfilm, was sicherlich auch nicht so rübergekommen wäre, hätte man in einem Wasserbecken gedreht. Auch hier ist der Film immer noch sehr spannend, wenngleich nicht mehr so angsteinflößend, was in erster Linie an der Puppe, die sich als Hai ausgeben möchte liegt, doch diese sei gerne verziehen.

Irgendwie schafft es der Film es durch diese ganzen in den Weg gelegten Steine einfach, zu funktionieren, auch heute noch. Man hat die Hindernisse einfach genommen und sich selbst einen vielleicht sogar besseren Weg draus gebastelt. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Film unfreiwillig zum schlechten Bild beitrug, was viele Menschen noch heute vom weißen Hai haben.

 

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Der weiße Hai (1975), 8.8 out of 10 based on 4 ratings

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Geschrieben von Autor | Reviews (Filme)

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