der kreuzmörder

Der Kreuzmörder (2012)

: Ilean Almaguer, Angélica Aragón, Tomas Goros
: Rafael Lara
: Rafael Lara
: 90 min
: ab 18
: 26.06.2012
: Ascot Elite Home Entertainment / Anolis
: Mexiko
Unsere Wertung
4.0
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4.0

Der Kreuzmörder (2012)

der kreuzmörderBei einem Titel wie DER KREUZMÖRDER fühlt man sich an altbackene TV-Events der Marke DIE WANDERHURE erinnert, fairerweise muss man aber sagen, dass der Originaltitel EL QUINTO MANDAMIENTO für deutsche Ohren und Zungen auch keine gute Wahl wäre. Der Film kommt aus Mexiko, dem Land das uns zuletzt WIR SIND WAS WIR SIND präsentierte und einen ähnlichen Empfang bekommen dürfte.

Im Zentrum der Handlung steht ein Serienmörder, der Mexiko City unsicher macht. Elf Morde hat der Killer, der jungen Frauen ein Kreuz in den Rücken schneidet und sie posthum vergewaltigt, schon begangen und noch immer ist die Polizei um den Alkoholiker Garcia ratlos.

 

Während wir die Ermittlungsarbeiten der Polizei am Rande verfolgen, ist es vor allem der Mörder Victor, dem die meiste Beachtung zukommt. Dieser eröffnet den Film mit einem brutalen Mord, bleibt aber in der Folge nicht eindimensional, sondern wird als zerrissener junger Mann mit schrecklicher Vergangenheit gezeigt. Während er einerseits seine eigenen Taten reflektiert und unter ihnen leidet, sogar an Selbstmord denkt, wird er doch von den Ereignissen in der Jugend getrieben…und plötzlich ändert sich doch alles, als eine junge Frau in sein Leben tritt, die mehr ist als ein Opfer.

 

DER KREUZMÖRDER ist gut gemeint. Statt ein plakatives Blutbad zu präsentieren, erhalten wie einen differenzierten Blick in die Seele des Mörders, damit ist aber auch klar, dass dies weniger Horrorfilm oder Thriller ist, als vielmehr Psychogramm eines Gewalttäters. Blutig und brutal wird es dennoch stellenweise, aber wie eben auch bei WIR SIND WAS WIR SIND fehlt es dem Film an spannenden Augenblicken und während Victor selbst vielschichtig gezeigt wird, sind seine Beweggründe doch stark vereinfacht dargestellt.

 

Dazu kommt, dass viele Szenen ohne roten Faden aneinandergereiht sind. Zwar wird in Summe klar, was der Film uns sagen will, elegant geht man dabei aber nicht vor. Das liegt auch an den Akteuren, die nur teilweise überzeugen, während andere Mimen (z.B. die Polizeiassistenten, die ihre Sonnenbrillen auch nachts nicht abnehmen) offenbar Laien sind. Da hilft die unterirdische deutsche Synchronisation, die es manchmal nicht über Porno-Niveau schafft, ebenfalls nicht weiter.
Die Zerrissenheit setzt sich dann auch konsequent in anderen Bereichen fort. Mal ist die Kameraarbeit (mit zugehörigen Voice-overs) als poetisch zu bezeichnen, dann mal wieder nüchtern, was insgesamt auf Kosten der Atmosphäre geht.

 

So muss man DER KREUZMÖRDER unter „vergebene Chance“ abtun und auch wenn gute Ansätze durchaus zu erkennen sind, ist man unterm Strich qualitativ doch der WANDERHURE näher als Mörder-Studien der Sorte MONSTER oder SNOWTOWN.

 

Der Kreuzmörder (2012), 4.0 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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