Der Exorzismus der Emma Evans

Der Exorzismus der Emma Evans (2010)

: Sophie Vavasseur, Stephen Billington
: Manuel Carballo
: David Munoz
: 94 min
: ab 16
: 07.03.2012 (DVD+BD Verleih) 30.03.2012 (DVD+BD Verkauf)
: Universum Film GmbH
: Spanien
Unsere Wertung
5.0
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6.0

Der Exorzismus der Emma Evans (2010)

Vergleicht man die Anzahl der Exorzistenfilme mit der von Zombie- oder Vampirfilmen, fällt auf, dass Teufelsaustreibungen immer noch recht selten sind. Allerdings muss man wohl auch erwähnen, dass die kreativen Möglichkeiten in diesem Unter-Genre  begrenzt sind. Da Spanien in den letzten Jahren aber immer wieder bewies, dass es im internationalen Horror ein ordentliches Wort mitzureden hat, konnte man trotzdem gespannt sein, wie sich der von dort stammende DER EXORZISMUS DER EMMA EVANS macht, zumal das Drehbuch von David Munoz kommt, der Co-Autor vom starken THE DEVIL’S BACKBONE.

Schauplatz ist allerdings nicht Spanien sondern England, wo die 15-jährige Emma Evans einige Probleme hat: Selbstverletzungen, eigenartige Anfälle, ein toter Psychologe und Schweben über dem Küchenboden sorgen dafür, dass ihre Eltern schließlich in einen Exorzismus einwilligen, der durch Emmas Onkel Christopher durchgeführt werden soll. Doch dessen letzte Austreibung endete fatal.

Eltern von pubertierenden Teenagern werden an Emma womöglich nichts Ungewöhnliches erkennen. Tatsächlich vermengen sich die unangenehmen Seiten des Heranwachsens mit den noch unangenehmeren einer Besessenen, was zu den Stärken des Films zählt.
Alle anderen kennen ihr Verhalten wohl aus ähnlich gelagerten Werken. Sich weiß verdrehende Augen, Grabesstimmen und Empfindlichkeit gegenüber kirchlichen Symbolen. Technisch gesehen fällt keiner der Effekte unangenehm auf, man glaubt aber ständig ein Best-Of aller Exorzisten- und Okkultfilme zu sehen. Alles war schon einmal da, teilweise besser oder wenigstens stimmiger. Hier geht man zu bemüht vor und versucht nach Checkliste jeden erdenkliche Szene einzubauen.
Das gilt auch für das Overacting der jungen Hauptdarstellerin, die insbesondere in den Momenten, die ihre dunkle Seite zeigen zu aufgesetzt agiert.

Erzählt wird der Film vorrangig aus der Sicht des Mädchens. Der Betrachter bleibt dabei meist an ihrer Seite und erhält gegen Ende auch einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben.
Anders als in den meisten anderen Exorzistenstreifen, ist Emma nicht nur Opfer sondern wird von ihren Dämonen auch zu brutalen Taten getrieben.

Die Kamera fungiert im Film oft nahezu selbständig. Obwohl in der klassischen Sicht einer dritten Person, wackelt es gewaltig und an verschiedenen Stellen scheinen sich Kameramann bzw. Zuschauer hinter Bäumen oder Zäunen zu verstecken wie neugierige Voyeure. Das ist vermutlich exakt so gewollt und mag die innere Unruhe der Hauptfigur darstellen, ist aber nach einiger Zeit auch nervtötend.

DER EXORZISMUS DER EMMA EVANS zeigt leider, dass der Gehörnte eine Frischzellenkur gebrauchen könnte. Wer damit leben kann, dass ihn hier nichts Neuartiges erwartet (was selbst für einen vorhersehbaren Twist gilt), muss um den Film aber keinen Bogen machen.

 

 

Der Exorzismus der Emma Evans (2010), 6.0 out of 10 based on 6 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. Dominik
    29 Mrz 2012, 8:06 am

    Sieht zumindest gut gemacht aus, oder irre ich mich da?

  2. Cee
    06 Jul 2012, 11:21 pm

    Also ich fand den schlecht und langweilig. Hab wirklich mehr erwartet und um ehrlich zu sein, hat mich das Mädchen aufgeregt, die kann überhaupt NICHT schauspielern !

    Und generell war da wirklich wenig Spannung. Andere Exorzismus-Filme sind viel besser !

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