Das Bildnis des Dorian Gray

Das Bildnis des Dorian Gray (2009)

: Ben Barnes, Colin Firth, Rachel Hurd-Wood, Rebecca Hall
: Oliver Parker
: Toby Finlay
: ca. 107 min
: ab 16
: 02.09.2010 (DVD)
: Concorde
: Großbritannien
: Buchverfilmung
Unsere Wertung
6.5
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2 votes
8.5

Das Bildnis des Dorian Gray (2009)

Der Roman von Oscar Wilde, der Grundlage für diesen Film ist, wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlicht. Inzwischen gibt es Opern, Theater-, Ballett- und Musicalaufführungen, sowie etwa ein Dutzend Verfilmungen, die sich alle dieses Klassikers angenommen haben.
Vier dieser Verfilmungen erschienen alleine in den letzten 10 Jahren, die Frage ob bzw. warum man eine weitere Version benötigt, steht also im Raum.

Da es müßig wäre, alle Filme miteinander zu vergleichen und die literarische Vorlage – wie so oft – kaum überboten werden kann, soll hier nur die aktuelle Verfilmung für sich genommen betrachtet werden.

Die Handlung: Der junge Dorian Gray kommt nach London  wo er einige Herren der besseren Gesellschaft kennenlernt, allen voran Lord Henry Wotton. Während Wotton den jungen Mann um seine Jugend und Schönheit beneidet (und ihn auf die Wichtigkeit dieser Eigenschaften aufmerksam macht), kopiert Gray seinerseits zunehmend das zügellose Leben Wottons.
Innerlich verändert sich Gray, doch äußerlich bleibt er trotz seines ausschweifenden Lebens jung, selbst die Narben, die er seit seiner Kindheit trägt, verschwinden. Stattdessen verändert sich  ein Gemälde Dorian Grays auf bizarre Weise.
Als Gray merkt, dass das Bild der Schlüssel zu seiner Jugend ist, wird er dafür zum Mörder.

Zwar weichen die warmen Farben der ersten Minuten immer mehr einer düsteren Stimmung, dennoch strahlen weder Gray – Darsteller Ben Barmes noch dessen Bildnis eine ernsthafte Bedrohung aus, was auch daran liegen mag, dass der Film anfangs nicht recht in Fahrt kommen will.
Dorian Grays Ausschweifungen werden angedeutet, aber selbst als er den Selbstmord seiner Verlobten verschuldet, geht dies dem Zuschauer nicht nah.
Dies gelingt besser nachdem Gray nach vielen Jahren nach London zurückkehrt. Er ist jetzt ein Zerrissener, der am Ende mit seiner Jugend nicht mehr glücklich ist, ein Verstossener der unter seinen glatten Gesichtszügen leidet, während jeder um ihn herum den normalen Alterungsprozess durchschreitet. Gleichzeitig versucht er aber immer noch, das unheilvolle Bild  zu schützen.

Handwerklich gibt es nicht viel auszusetzen. Das viktorianische England ist ordentlich in Szene gesetzt, die Schauspieler verstehen ihr Handwerk und die zentralen Themen Jugend(wahn), Verfall und Tod sind ebenso zeitlos, wie Dorian Gray selbst.
Angemerkt sei jedoch, dass der Film insgesamt eher Drama als Horror ist. Statt Schocks im Minutentakt ist hier eher dezenter Grusel angesagt, wie es sich für einen Gothic-Streifen gehört.

Fazit: Als 1992 „Dracula“ von Francis Ford Coppola verfilmt wurde, entstand trotz zahlreicher früherer Verfilmungen daraus ein Werk, an dem sich fortan jeder Regisseur messen lassen musste, der sich Bram Stokers Klassiker annahm. Solch eine Referenzleistung ist Regisseur Oliver Parker nicht gelungen. Seine Version des Bildnis des Dorian Gray ist durchaus ansehnlich, aber es ist davon auszugehen, dass in 2-3 Jahren die nächste Verfilmung ins Haus steht.

Das Bildnis des Dorian Gray (2009) , 8.5 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. cluumsy
    09 Jan 2011, 12:15 am

    ich mooochte den film ziemlich ! Ben Barnes ist der geborene Dorian. x3

  2. HorrorKeven
    11 Jan 2011, 9:40 pm

    Ein paar gute Scenen sind schon in dem Film drin!
    Aber meistens eher lahm! Nicht so mein Geschmack.

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