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Comedown – Eine blutige Hetzjagd im Hochhaus

: Jacob Anderson, Sophie Stuckey, Jessica Barden, Adam Deacon, Geoff Bell, Calum MacNab, Duane Henry, Geoff Bell, u.a.
: Menhaj Huda
: Steven Kendall
: 94 min
: 18
: 19. Juli 2013
: Capelight
: UK
Unsere Wertung
7.0
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7 votes
4.0
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Comedown – Eine blutige Hetzjagd im Hochhaus

2D_Comedown_DVD_CMYKDie Kulisse ist das A und O für einen Horrorfilm und das haben auch die Macher von Comedown erkannt und ganz in der Manier wie z.B. bei zuletzt Chernobyl Diaries hat sich Regisseur Menhaj Huda (Kidulthood) einen verlassenen Wohnkompex als Bühne für seine Akteure gewählt.
Nach dem Drehbuch von Steven Kendall entstand 2012 ein düsterer Horror-Slasher, der uns mit endlosen engen Gängen, verrottetem Mobiliar und einem vermummten Mörder das Fürchten lehren will.

Der 19-jährige Lloyd (Jacob AndersonGame of Thrones) ist frisch aus dem Knast und sucht natürlich zuerst seine Liebste (Sophie StuckeyThe woman in black) und seine engsten Freunde auf. Sein Herzblatt ist kurz vor seiner Einbuchtung schwanger geworden und der junge Mann freut sich auf den neuen Lebensabschnitt, den er mit seiner Partnerin und ihrem gemeinsamen Kind beginnen möchte.
Leicht soll es nicht für ihn werden, denn Lloyd gehört zu einer Gruppe von Straßenkids und seine Freunde haben so gar nicht vor einen Lebenswandel durchzuführen. Wir bekommen einen kurzen Einblick. Prügeln und rumgammeln. Und die geheimnisvolle Zahl 554.

Kurz darauf wird Lloyd von einem seiner Dealer angesprochen. Für ein paar Pillen und einen Beutel Gras soll er für dessen Piratensender eine Antenne auf einem hohen Punkt in der Stadt anbringen – auf der Spitze des Hochhauses des “Mercy Point“, in dem Lloyd und seine Freunde aufgewachsen sind. Jetzt steht das Gebäude leer und ist verriegelt.
Lloyd schlägt das Angebot zuerst aus. Er möchte mit Drogen nichts mehr zu tun haben, hat Angst wieder im Knast zu landen. Er bietet allerdings an für Geld den Deal durchzuziehen und die Antenne anzubringen. Der Dealer willigt ein und sobald es dunkel wird machen sich Lloyd, Kelly (Jessica BardenWer ist Hanna?), Jemma, der gewalttätige Jason (Adam DeaconJack Falls), dessen Handlanger Col (Duane HenryThe Oxford Murders) und der vermeintliche Pyromane Gal (Calum MacNabRise of the Footsoldier) auf den Weg zur Spitze vom Mercy Point. Lloyd um die Antenne anzubringen, die anderen um eine unvergessliche Party steigen zu lassen.

Comedown_03Die Freunde haben es sich noch nicht lange in einer der verlassenen Wohnungen bequem gemacht, als ein Streit eskaliert. Lloyd zweifelt an, ob er wirklich der Vater von Jemmas ungeborenem Baby ist und das Mädchen verlässt in Tränen aufgelöst die Gruppe. Lloyd folgt ihr und bemerkt bei seiner Rückkehr eine vermummte Gestalt, die durch die Gänge huscht. Er versucht seine Freunde zu überzeugen, dass irgendetwas nicht stimmt. Diese allerdings sind viel zu betrunken und high um den verängstigten Lloyd wirklich ernst zu nehmen. Jason, mit dem Lloyd eh schon auf Kriegsfuß steht, lässt unbemerkt zwei Pillen in dessen Bier fallen woraufhin dieser langsam den Bezug zur Realität verliert und dumpf auf ein Sofa in der Ecke fällt.
Er ist aber immer noch überzeugt, dass er einen Mann gesehen hat. Als Jemma nach geraumer Zeit immer noch nicht zurückgekehrt ist, folgt er ihr erneut, doch seine Freundin ist verschwunden.
Noch immer können ihm seine Freunde nicht ganz glauben, aber als auch Col mehrfach eine huschende Gestalt sieht, wird ihnen unbehaglich zumute. Sie vermuten einen Hinterhalt der geheimnisvollen 554, die die Jugendgangs regelmäßig in Angst versetzen. Tatsächlich befinden sich Mitglieder dieser 554 (der Hintergrund für diese Zahlen ist übrigens verdammt witzig) in dem Gebäude, aber als einer von ihnen vor den Augen der Freunde erstochen wird, wird ihnen klar, dass sie es mit einem ganz anderen Gegner zu tun haben und versuchen fluchtartig das Gebäude zu verlassen. Dafür allerdings ist es bereits zu spät. Das Gebäude ist verriegelt.

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Zugegeben, an das beklemmende Gefühl des bereits genannten Chernobyl Diaries kommt Comedown nicht heran, aber die verlassenen Wohnungen, dessen einzige Beleuchtung ein schummriger Schein durch die außerhalb liegende Stadt ist, können einem schon einen Schauer über den Rücken laufen lassen.
Mit den dutzenden Zimmern auf jedem Stockwerk, dem scheinbar endlosen Treppenhaus und dem Aufzug, dem eigentlich jeder Mensch mit Verstand, nicht eine Sekunde trauen würde, verliert der Zuschauer schon bald den Überblick und fühlt sich genauso verloren wie die ängstlichen Jugendlichen, die verzweifelt einen Weg nach draußen suchen.
Die gelegentlichen Außenaufnahmen, die, obwohl eindeutig am Computer erstellt, für eine zusätzliche Beklemmung sorgen sollen, erreichen auch genau dieses Ziel. Bedrohlich ragt das Gebäude am Rand einer Großstadt auf und fast erwartet man eine Horde Raben um die Spitze kreisen zu sehen.

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Trotz alledem ist Comedown eindeutig ein Slasher. Ob tote Taubenföten, ein aufgeschlitzter Torso, diverse Innereien oder eine Attacke mit einer Nagelpistole – für den Metzelfreund ist hier eindeutig etwas geboten.

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Bei der schauspielerischen Leistung kann man eigentlich auch nicht meckern. Wir beobachten hier sechs junge Menschen, die verzweifelt um ihr Leben kämpfen und mehr darf und kann man auch nicht erwarten. Sehr tief wurde hier kein Charakter gezeichnet, aber abnehmen tut man ihnen ihre Rolle und mehr braucht es für diese Art von Film ja auch schließlich nicht.

Für denjenigen, der der englischen Sprache mächtig genug ist, ist der Film auf jeden Fall in der Originalsprache zu empfehlen. Die deutsche Synchronisation ist leider etwas nervig. Bei der Übersetzung, gerade beim Fluchen, hat es eindeutig an Fantasie gemangelt. Das kann ein Manko des Filmes sein, muss es aber nicht.

Lässt man sich erst auf die düstere Stimmung ein, ist der ein oder andere Schocker garantiert, denn Gott sei Dank hat man darauf verzichtet jede klitzekleine Spannung durch ein musikalisches Intermezzo zu untermalen und aufzubauen.

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Abschließend ist Comedown auf jeden Fall ein Film, der bei einem Filmabend mit auf die Liste genommen werden darf, um ihn entspannt mit seinen Freunden zu genießen. Beachten darf man nur nicht die Logikfehler, die sich immer wieder einschleichen und durch die das Ende leider auch gespickt ist.

Der Film kommt morgen, dem 19.07.2013 bei uns auf DVD und BluRay auf den Markt. Ausgestattet werden sie sein mit einem Making Of, Interviews mit Regisseur und Darstellern, sowie dem offiziellen Kinotrailer.

An dieser Stelle möchte ich noch Capelight für das zur Verfügung gestellte Material für Comedown und auch Girls agains Boys danken.

Comedown - Eine blutige Hetzjagd im Hochhaus, 4.0 out of 10 based on 7 ratings

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Geschrieben von Rinn Gomory | Neue Filme, Preview, Reviews (Filme)

3 Kommentare

  1. Johnny
    18 Jul 2013, 8:52 pm

    nettes Review, leider viel zu viel von der Handlung erwähnt, die locker die Hälfte des Reviews ausmacht.

    Im letzten Satz hattest du dich wohl wegen dem Wort “Comedown” im Kopf verheddert und “Capedown” geschrieben, wo du wohl “Capelight” meintest 😉

  2. EventHorizon
    19 Jul 2013, 6:25 pm

    Danke für das Review!! Habe mir den Film heute deswegen angesehen und kann dem ersten Beitrag nicht zustimmen, welcher behauptet in diesem Artikel würde zu viel von der Handlung erwähnt. Wer das Cover liest, oder denTrailer mit offenen Augen sieht, erfährt einen Großteil dessen, was in dem Review als “zu viele Infos” abgetan werden. Davon abgesehen geht es in diesem Film, wie in vielen anderen Slashern nicht um die wirklich tiefgründige Story, sondern darum einen Film zu sehen, bei dem man nicht viel nachdenken muss und ihn dennoch genießen kann.
    Übrigens ist der Soundtrack sehr gut meiner Meinung nach!

  3. Colemarie
    05 Nov 2013, 8:04 pm

    Ich bin immer auf der Suche nach neuen Filmen und dachte mir, den schaut man sich mal an. Um ehrlich zu sein, der is nich gerade das Non-Plus-Ultra. Eher von der langweiligeren Sorte, wenig SPannung und die Handlung irgendwie absehbar. 4 Sterne…nicht mehr

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