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Godzilla (1954) – Classic Review

Darsteller: Takashi Shimura, Akihiko Hirata , Akira Takarada
Regie: Ishirô Honda
Drehbuch: Ishirô Honda, Shigeru Kayama
Länge: ca. 92 min
FSK: ab 12
Veröffentlichung: 1954
Verleih/Vertrieb: WVG / Splendid
Land: Japan
Unsere Wertung
8.5
VN:F [1.9.17_1161]
User Score:
1 vote
9.0

Eines vorweg: Dieses Classic-Review steht nicht zufällig hier. Zwar war von Anfang an klar, dass wir GODZILLA im Rahmen dieser Rubrik früher oder später sezieren würden, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt passiert, hängt aber ursächlich mit den Ereignissen der letzten Wochen in Japan zusammen.
Eines wollen wir sicher nicht, nämlich pietätlos mit dem Thema umgehen, daher muss man beispielsweise auch akzeptieren, dass TV-Sender Tele 5 unlängst zwei GODZILLA-Filme aus dem Programm nahm.
Die Entscheidung, über GODZILLA zu schreiben, war also keine leichte, letztlich ist die Botschaft, die in diesem Film versteckt ist, aber so aktuell wie nie und verdient Beachtung.

GODZILLA kennt heutzutage jedes Kind. Ein japanisches Riesenmonster, das im Meer lebt und unzählige Filme hervorgebracht hat. In vielen dieser Streifen wirkt GODZILLA sympathisch und kämpft teilweise sogar auf Seiten der Menschen gegen andere Monster.
Im Jahre 1954, als der erste der Filme entstand, war die Riesenechse, die an einen Tyrannosaurus erinnert, allerdings eine eindeutige Gefahr für die Menschen in Japan.
Durch Atomwaffentests der Amerikaner im Pazifik geweckt, entsteigt GODZILLA dem Meer und verbreitet Schrecken und Zerstörung. Das rund 50 m hohe Wesen zermalmt nicht nur alles, was ihm im Weg steht, sondern verfügt zudem über einen radioaktiven Strahl, den er aus seinem Maul speit.

Betrachtet man den Film aus dem Blickwinkel seiner Entstehungszeit, ist der Hinweis auf die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki, aber eben auch die Atomwaffentests in der Folgezeit überdeutlich. Eine der ersten Szenen des Films, in der ein Schiff nach einer blendenden Explosion in Flammen aufgeht ist ebenfalls der Realität entliehen, wo ein japanisches Fischerboot einem US-Atomtest zu nahe kam und kontaminiert wurde. Diese Geschichte war Inspiration für die Entstehung des Films.
Auch amerikanische Filme wie FORMICULA griffen damals die Thematik auf, aber natürlich war die Beziehung Japans zur Atombombe eine besonders erschreckende.
Die Kreatur GODZILLA kann dabei selbst als alles zerstörende Bombe verstanden werden, aber auch als die Folge von Atomwaffen.

Wenn man sich den Film heutzutage ansieht, lassen einen die Parallelen erschauern. Ein Wesen, dass aus dem Meer kommt und die Erde erzittern lässt, erweckt unwillkürlich Gedanken an das Erdbeben und die damit einhergehende Tsunami-Welle. Die ähnliche atomare Bedrohung liegt ebenso auf der Hand.

Besonders makaber wirkt inzwischen, dass die Warnung, die der Film ausspricht in den zahlreichen Fortsetzungen zunehmend verwässert und schließlich sogar umgedreht wird. Die Bedrohung wird (wie in der Realität) zum Verbündeten erklärt, ohne dass man die übermächtige Kreatur beherrschen kann.

GODZILLA ist übrigens eine amerikanische Wortkreation. Im Original heißt das Monster „Gojira“, was sich aus den japanischen Wörtern für Gorilla und Wal zusammensetzt.
Aus technischer Sicht war der Film zu seiner Zeit auf der Höhe. Zwar noch in schwarz-weiß gedreht, sind die Effekte durchaus sehenswert und besser als vieles was in den 27 späteren Filmen der Reihe zu sehen ist.

Fazit (mit Spoiler):
Im Film wird Godzilla am Ende getötet. Bleibt zu hoffen, dass auch hierbei eine Prise Wahrheit enthalten ist und noch schlimmeres im AKW Fukushima vermieden werden kann.
Mit oder ohne diesen aktuellen Bezügen ist GODZILLA ein wahrer Klassiker, der in jeder Beziehung ordentlich inszeniert wurde und beweist, dass Horrorfilme oft mehr sind als kranke Fantasien gewaltgeiler Regisseure und Autoren.

Godzilla (1954) - Classic Review, 9.0 out of 10 based on 1 rating

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Geschrieben von Mick | 02 Apr 2011 | Classic - Reviews, Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. buch reader
    02 Apr 2011, 1:48 pm

    Die Frage die ich mir bezüglich der falschen Messwerte von Tepco stelle ist, ob das reine Unfähigkeit oder ob das Absicht ist. Japans Atomgigant Tepco hat in der Vergangenheit immer wieder Pannen vertuscht. Die Strahlen-Messwerte vom Grundwasser in und um das Atomkraftwerk seien teilweise fehlerhaft, teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde am Freitag mit. Das Grundwasser sei aber dennoch sehr wahrscheinlich verstrahlt. Ich weiss jetzt wirklich nicht was schlimmer ist, allerdings sollte man eins gelernt haben. Das Betreiben solcher gefährlicher Technik sollte in staatliche Hand gegeben werden und nicht mehr in private Hände.

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