chop (5)

Chop (2011)

: Will Keenan, Timothy Muskatell, Chad Ferrin
: Trent Haaga
: Adam Minarovich
: 77 min
: ab 18
: 27. April 2012
: I-On New Media / WVG / Splendid
: USA
Unsere Wertung
4.5
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User Score:
5 votes
4.2

Chop (2011)

Wenn man weiss, dass CHOP-Regisseur Trent Haaga dem Troma-Umfeld entstammt und Autor von DEADGIRL war, hat man eine gewisse Idee, was man von diesem Film erwarten sollte, nämlich je nach Sichtweise viel oder wenig.

Als Lance mit seinem Auto liegenbleibt, glaubt er an Glück im Unglück als kurze Zeit später ein hilfsbereiter Fremder anhält, der ihn mitnimmt. Doch der Unbekannte betäubt Lance und als er wieder erwacht, muss er sich entscheiden, ob er den eigenen Bruder erschlägt oder am Telefon zuhört, wie seine Frau ermordet wird.
Keine leichte Entscheidung und als Lance seine grausame Wahl getroffen hat, erzählt der Mann Lance, dass Frau und Bruder ein Verhältnis hatten. Nach und nach zerstört der Fremde Lance‘ Leben und nimmt sich letztlich seinen Körper vor.

Zunächst deutet in CHOP vieles auf einen Torture Porn – Streifen hin. Wenn Lance die blutige Qual der Wahl hat, erwartet man beinahe, dass der Unbekannte etwas sagt wie „Ich möchte ein Spiel spielen“, die vielen Wendungen die dann folgen schieben CHOP aber in einen ganz eigenen Bereich, in dem sich Licht und Schatten finden.

Licht, weil der Film ein paar köstliche Ideen bereithält, wie Lance das Geschehene verschweigen will/muss, während zwei hartnäckige Polizisten an seinen Fersen kleben und der Unbekannte (der auch in den Credits nur als „The Stranger“ geführt wird) scheinbar nach Belieben auftauchen und verschwinden kann und ihm das Leben zusätzlich erschwert. Dass Lance aus einer Betäubung erwacht, ist ein Running Gag im Film und stets scheint sich seine Situation zu verschlimmern, bis nach und nach seine Gliedmaßen „verschwinden“.
Zudem erfahren wir im Laufe der Geschichte einiges über Lance Vorgeschichte und erleben dabei die ein oder andere Überraschung.

Schatten, weil schauspielerisches Können nur selten anzutreffen ist. Teilweise fragt man sich als Zuschauer, ob der Film gerade versucht trashigen Humor einzubauen, indem er seine Figuren dämliche Dinge tun oder sagen lässt, oder das doch ernst meint.
Insbesondere der Fremde, dessen Motive lange unklar bleiben, will nicht als Bösewicht durchgehen (Merke: wahnsinniges Gekichere von erwachsenen Männern wirkt selten bedrohlich und meist nicht mal wahnsinnig). Optisch wirkt der Typ nicht gefährlicher als ein Abend auf der Couch.
Die Dialoge zwischen ihm und Lance ziehen sich bedrohlich in die Länge und in der zweiten Filmhälfte setzt eine gewisse Ideenlosigkeit ein, die man zwar mit mehr Gewalt zu kompensieren versucht, da die Effekte aber stets nur B-Ware sind, ist der Zuschauer hiervon nur selten beeindruckt.

Dass CHOP so viel wie „hacken“ bedeutet, mag vielleicht sogar suggerieren, dass der Goreanteil höher ist, doch auch wenn die dazugehörige Axt ein paarmal zum Einsatz kommt, sollte man nicht mit dem ganz großen Splatterfest rechnen.
Gelungener schwarzer Humor und banale Albernheiten, hübsche Wendungen hier und Langeweile dort…CHOP ist ein Film, den man sich ansehen sollte, wenn es mal was anderes sein darf und man bereit ist die Schwächen zu ignorieren um die guten Momente aufzunehmen.

Chop (2011), 4.2 out of 10 based on 5 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. Mugen
    14 Feb 2013, 6:30 am

    habe mir den film vor längerem angesehen und bin irgendwie begeistert xD .
    total crazy , unrealistisch , gleichzeitig aber doch real .

    empfehlenswert 🙂

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