Buch-Review DER TODESKÜNSTLER von Cody McFadyen
Unsere Wertung
8.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
0 votes
0.0

Buch- Der Todeskünstler von Cody McFadyen

In der Horror/Thriller-Literatur gibt es immer wieder Neues zu entdecken und irgendwann bin ich beim Stöbern über Cody McFadyen gestolpert. Sein erstes Werk BLUTLINIE sorgte international für Begeisterung und mittlerweile gibt es vier Bücher rund um die FBI-Agentin Smoky Barrett. Heute stellen wir euch DER TODESKÜNSTLER, das zweite Buch der Reihe, in einem Review vor. Falls ihr euch danach ein Buch von McFadyen zulegen wollt, sei euch gesagt, dass man nicht zwangsläufig bei dem ersten anfangen muss. Jedes Buch erzählt eine abgeschlossene Geschichte und ist auch verständlich, ohne die Vorgänger gelesen zu haben.

In DER TODESKÜNSTLER treffen wir die besagte Agentin Barrett und man erfährt sofort, dass sie wohl schon einiges erlebt hat und vom Schicksal gezeichnet ist. Sie lebt zusammen mit der kleinen Bonnie. Die Aufklärung über die Umstände um die beiden ist ausführlich in dem ersten Teil der Reihe zu lesen, wird hier aber noch einmal für all die Leser (so auch die Verfasserin dieses Reviews) angeschnitten, die das Erstlingswerk nicht gelesen haben. Nachdem die beiden vorgestellt wurden, begleiten wir Smoky zu ihrem neuen Fall. Am Tatort wird ein Mädchen namens Sarah gefunden, das damit droht, sich umzubringen. Sie verlangt nach Agentin Barrett und Smoky kann sie tatsächlich davon abhalten. In dem Haus hat ein wahres Blutbad stattgefunden. Man erfährt, dass Sarah dort bei Pflegeeltern gewohnt hat und diese und der Sohn der Familie von einem Killer, den Sarah nur „Den Künstler“ nennt, umgebracht wurden. Nun heißt es Spuren zu suchen und den Wahnsinnigen ausfindig zu machen. Doch nach den ersten Vernehmungen des jungen Mädchens ist klar, dass das Team rund um Smoky Barrett viel weiter in der Vergangenheit suchen muss, als sie dachten. Denn „Der Künstler“ begleitet Sarah schon so gut wie ihr ganzes Leben und will aus dem Mädchen sein eigenes Kunstwerk formen. Seit Jahren bringt er jeden um, der dem Mädchen Liebe gegeben hat. Existiert der Künstler wirklich oder ist er nur ein Produkt Sarahs Fantasie?  Sarahs Tagebuch soll bei den Ermittlungen helfen und schon bald findet sich Smoky selbst in einem Alptraum wieder.

Autor Cody McFadyen hat die Gabe, einen mit seinen Geschichten in eine andere, sehr dunkle Welt zu ziehen. Er beschreibt genau, was mit den Opfern passiert ist und man kann sich beim Lesen bildlich vorstellen, wie der ganze Schauplatz aussieht. McFadyen scheint sich im Vorfeld sehr gut informiert zu haben, man merkt, dass er einiges über Täteranalysen und ähnliche Fälle weiß. Das oben benannte Tagebuch von Sarah ist in dem Buch teilweise als eigener Abschnitt zu lesen und gibt uns so einen genauen Einblick in die Vergangenheit des Mädchens im Teenyalter. Der Rest der Geschichte wird aus der Sicht von Smoky Barrett erzählt. In dem Buch geht es nicht einfach nur um einen intelligenten Killer, auch Themen wie Menschenhandel, sexueller Missbrauch und Foltermethoden kommen in der Geschichte zum Vorschein. Am heftigsten nimmt einen das Schicksal von Sarah mit. Man erfährt viel über das Mädchen, das eigentlich ein „normales“ Leben mehr als verdient hätte. Immer wieder bekommt man mit, dass es für sie bergauf zu gehen scheint, um dann in der nächsten Minute zu erfahren, dass sie wieder vom Todeskünstler heimgesucht wurde. Wie ein Faustschlag trifft es einen mitten ins Gesicht. Man wird wütend und fragt sich: Wer ist dieser Künstler? Warum tut er so etwas? Und wie viel kann Sarah noch ertragen, bis sie völlig zerbricht und der Künstler sein Werk damit vollendet hat?

Auch die anderen Protagonisten in dem Buch werden sehr genau vorgestellt, was einem beim Lesen einen guten Überblick gibt, da man sich die Personen gut einprägt. Im Laufe der Geschichte hat man immer mal wieder eine Vermutung, wer der Todeskünstler sein könnte, aber ob diese zutrifft, erfährt man erst, wenn man das ganze Schicksal von Sarah miterlebt hat. Und dieses heißt es erst einmal zu verdauen. Was man dabei die ganze Zeit im Hinterkopf hat, ist eigentlich, warum dieser Mann jahrelang unentdeckt davon kam. Jemand ermordet mehrere Menschen und kann es so gut vertuschen, dass es keinerlei Akten über ihn gibt? Etwas realitätsfern, aber die Story ist insgesamt trotzdem packend. Sympathien entwickelt man für Smoky Barrett, die weit entfernt von perfekt ist, aber unter ihrer harten Schale steckt eine sensible Frau, die ihr Leben versucht auf die Reihe zu bekommen und dank Unterstützung von Freunden auch nach vorne blicken kann.

DER TODESKÜNSTLER ist eine nervenaufreibende Geschichte, die vielleicht ab und an etwas zu ausgeklügelt wirkt, aber trotzdem nie an Spannung abbaut. Ein unschuldiges Mädchen wird auf brutalste Weise psychisch missbraucht, so dass man dem Bösewicht in der ganzen Geschichte alles Schlechte wünscht. Und auch die Hauptdarstellerin Smoky und ihre Geschichte ziehen einen in den Bann, so dass man das Buch nicht so einfach aus der Hand legen kann.

Fazit: Nichts für schwache Nerven. Cody McFadyen nimmt uns mit zu den Ermittlungen rund um den Todeskünstler und nicht nur Agentin Barrett hat bei diesem Fall schlaflose Nächte.

Ähnliche Beiträge:

  • Keine ähnlichen Beiträge gefunden
Geschrieben von Cat | Reviews (Literatur)

Schreibe ein Kommentar