blindlings

Blindlings (2009)

Darsteller: Mirkus Hahn, Barbara Romaner, Klaus Stiglmeier
Regie: Wolfgang Weigl
Drehbuch: Wolfgang Weigl, Wolfgang Böhm
Länge: ca. 83 min
FSK: ab 16
Veröffentlichung: 25.05.2012 (DVD+BD)
Verleih/Vertrieb: Koch Media GmbH
Land: Deutschland
Unsere Wertung
2.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
1 vote
6.0

Max fängt seine Ex-Freundin Eva vor der Disko ab und bietet der angetrunkenen an, sie nach Hause zu fahren, doch um die Beziehung zu retten, bringt er sie stattdessen in eine Waldhütte eines Bekannten. Als Eva im Auto erwacht, ist die wenig begeistert und greift Max ins Lenkrad, was zu einem kaputten Auto mitten im menschenleeren verschneiten Wald führt.
Während Max sich aufmacht um Hilfe zu holen, bleibt die Herzensdame im Wagen…aber sind die beiden wirklich alleine im Wald?

Dass die Story so klingt wie jeder Backwood-Film, ist das geringste Problem, denn in diesem Fall wäre 08/15 eine Steigerung. Was wir stattdessen erleben ist Max, der tagelang (so fühlt es sich zumindest an) durch den Wald tappst, Eva, die ihn mal eben suchen geht, während er in diesem Moment zum Auto zurückfindet und sich die beiden mehrfach verpassen.
Nette Idee, wenn sie sich innerhalb von 2 Minuten abspielen würde und nicht auf 80 min gedehnt worden wäre.

Da gibt es zwar auch noch einen eigenartigen Eremiten (Klaus Stieglmeier, auch der Einsiedler von URBAN EXPLORER), dessen Funktion aber schleierhaft bleibt. Ist er gut, ist er böse, ist er gleichgültig?
Ansonsten ist das winterliche Klima der größte Widersacher, wirkt aber nie bedrohlicher als feuchte Socken im Juli.

So sieht es aus, als wenn man aus den üblichen deutschen Filmformeln für Amateurhorror und Liebesfilm eine Mixtur braut. BLINDLINGS gaukelt uns vor ein Mystery-Thriller-Romanze-Drama zu erleben…und nichts davon ist wahr. Egal, auf welches Genre man steht, alles wird nur angerissen ohne miteinander zu funktionieren und man wird in keinster Weise befriedigt.

Man wird euch vielleicht erzählen, dass es sich bei BLINDLINGS um einen „kleinen“ Film handelt, einen Indie-Streifen, dass er „anders“ ist und träumerische Bilder liefert, man sollte diese Phrasen aber diesmal nicht als Ausrede gelten lassen, dass BLINDLINGS schlichtweg saulangweilig ist.

Ja, die Kameraarbeit ist noch der stärkste Teil des Films und fängt ein paar nette Bilder des verschneiten Waldes ein, besonders erwähnenswert sind die aber auch nicht, wenn man schon früher einmal einen x-beliebigen Wald und/oder Schnee gesehen hat. Vor allem wird die magersüchtige Handlung dadurch nicht aufgewertet. Dass man sich nach dem ersten Drittel fast vollständig von Dialogen verabschieden darf, liegt in der Natur des Films, schläfert aber noch weiter ein, während Max beginnt Gespenster zu sehen und Eva von Flashbacks aus besseren (und kitschigeren) Zeiten heimgesucht wird.

Die Schauspieler Barbara Romaner und Mirkus Hahn verfügen übrigens über langjährige Theatererfahrung. Dass sie keine Anfänger sind, fällt auf, allerdings auch, dass sie sich wohl auf der Bühne wohler fühlen als vor der Kamera.

Ein klitzekleiner Schockmoment und eine nette Schlusspointe lassen BLINDLINGS an der Mindestbewertung vorbeischrammen, aber nur knapp. Dass man mit einer vergleichbaren Idee einen guten Film machen kann, zeigte jüngst übrigens WRECKED, schaut euch lieber den an!

Blindlings (2009), 6.0 out of 10 based on 1 rating

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Geschrieben von Mick | 31 Jul 2012 | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. Tschinderassa
    22 Mai 2013, 8:48 pm

    Typische Großstadt Nachtschwärmer-Typuse, stecken in der Wallachei fest und machen so gut wie alles falsch was man so falsch machen kann.
    Ohne Fussgängerampeln und Hinweisschilder völlig hilflos und schnell am Rande der Verzweiflung. So kommt es wie es kommen muss. Eine Fehlentscheidung (jagd die nächste. Wobei man von rationaler Entscheidung eigentlich gar nicht sprechen kann.

    Schön gespielt. Puristisch an allem, aber dem Drama tut das keinen Abbruch!

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