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Unsere Wertung
6.0
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Wenn in einer Filmbeschreibung von „unvorhersehbaren Wendungen“ die Rede ist, kann das alles Mögliche bedeuten: von „gar nicht mal so unvorhersehbar“, über „erstunken und erlogen“, bis „das habe ich nun echt nicht kommen sehen“.

In jedem Falle ist BLIND ALLEY ein Film, der fast ausschließlich an einem Ort spielt, kaum mehr als eine handvoll Akteure einsetzt und daher ein paar wohlplatzierte Wendungen gut gebrauchen kann.

Die Kubanerin Rosa arbeitet als Zimmermädchen in Spanien, doch ihr großer Traum ist es Tänzerin zu werden. Als sie nach einem Casting kurzfristig erneut eingeladen wird, muss sie spät abends noch in den kleinen Waschsalon in der dunklen Sackgasse nahe ihrer Wohnung, um ihr Kleid zu reinigen…und das, obwohl in der Stadt ein Mörder umgeht. Es dauert nicht lange, bis Rosa bemerkt, dass auch sie in großer Gefahr schwebt und sich der Killer bei ihr in der Wäscherei aufhält.

Regisseur/Autor Antonio Trashorras lässt uns einiges über Rosa wissen, sei es durch das was sie uns im Laufe des Films erzählt oder das farbenfrohe Intro, das sie beim Tanzen zeigt und damit einen starken Kontrast zu ihrem farblosen Alltag bietet. Wirklich wichtig sind diese Hintergründe nicht, denn in BLIND ALLEY steht die Spannung im Vordergrund, Charaktere sind Nebensache.

Das sollte in diesem Fall auch gar nicht als Kritik verstanden werden, denn auch wenn jeder Zuschauer behaupten wird, er habe dieses oder jenes ganz anders gemacht als Rosa oder ihr Widersacher, bleibt die Vorgehensweise der Akteure doch insgesamt nachvollziehbar.
Wäre es besser beim ersten Verdacht nach draußen zu rennen? Vielleicht. Aber würde man ohne echten Anlass dafür das Kleidungsstück in der Waschmaschine zurücklassen, von dem eine bessere Zukunft abhängt?

Optisch ist BLIND ALLEY auf der Höhe und das nicht nur, weil wir es beinahe ausnahmslos mit attraktiven Menschen zu tun haben, sondern auch weil Trashorras den monotonen Handlungsort beispielsweise durch ansehnliche Splitscreens auffrischt.

Trotzdem bleibt BLIND ALLEY natürlich ein Kammerspiel, das man ohne allzu viel Wissen genießen sollte, wen es aber interessiert: die versprochene Wendung kommt tatsächlich.
A C H T U N G S P O I L E R:
Nachdem der Film mehrmals recht vorhersehbare Schlenker macht, passiert etwas, das man wahrlich nicht kommen sieht und alles auf den Kopf stellt und nicht nur aus einem Thriller einen Horrorfilm macht, sondern auch den gesamten Ton des Films ändert. Wie man über diese abrupte Änderung denkt, ist eindeutig Geschmackssache, wer sich aber schnell auf die Veränderung einstellen kann, muss zumindest eingestehen, dass es der ohnehin kurzweiligen Handlung noch einen Schub verpasst.


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Geschrieben von Mick | 29 Apr 2013 | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. Dyros
    12 Mai 2013, 3:01 am

    Danke, aber nein danke ^^

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