An der schwedischen Schauspielerin Noomi Rapace kommt man zurzeit schwer vorbei. Nach dem großen Erfolg von den Verfilmungen der Millenium-Bücher, ging ihr Weg ganz schnell nach Hollywood. Dort stand sie bereits für Hauptrollen in SHERLOCK HOLMES: SPIEL IM SCHATTEN und PROMETHEUS vor der Kamera. Vorher drehte sie jedoch noch den norwegischen Thriller BABYCALL von Pål Sletaune, ebenfalls in der Hauptrolle.
Anna flieht mit ihrem Sohn Anders vor ihrem gewalttätigen Ehemann in einen Osloer Plattenbau. Dort angekommen, fühlt sich die labile Mutter aber nicht sicher und versucht in ihrer Angst alles um sich und besonders ihren Sohn vor ihrem Mann zu schützen. Das geht soweit, dass sie dem 8 jährigen Jungen ein Babyfon an sein Bett stellt, durch das die erschreckende Geräusche hört. Doch stammen diese nicht aus Anders Kinderzimmer…
BABYCALL erzählt die Geschichte von einer krankhaften und aufopfernden Liebe einer Mutter zu ihrem Sohn, die von der Angst vor dem Vater genährt wird. Diese Angst lässt die Grenzen zwischen Realität und Wahn gänzlich verschwinden. Was Einbildung, was Wirklichkeit ist und ob eine ernsthafte Bedrohung existiert, wissen wir genauso wenig wie die ängstliche Anna.
Während sie genug mit ihren eigenen Geistern zu kämpfen hat und nur in Frieden mit ihrem Sohn leben will, muss sie sich zusätzlich noch mit unkorrekten Jugendamtsmitarbeitern und Gerichtsurteilen rumschlagen. Es scheint als hätte jeder aus ihrem Umfeld etwas gegen die besorgte Mutter. In ihrer Rolle legt Noomi Rapace mal wieder eine Glanzleistung hin und man sieht ihr als Zuschauer liebend gern bei ihrem Schauspiel in dem trostlosen Ort zu. Das Set und die Stimmung des Films sind somit typisch skandinavisch.
BABYCALL hat alles, was einen guten Thriller ausmacht, Horrorelemente sind jedoch wenig bis gar nicht vorhanden. Fesseln und packen tut uns die Geschichte trotzdem und man ist immer wieder neu über die Handlung und die Ereignisse am rätseln. Bis zum Schluss ist man in der wirren Wahrnehmung der Mutter gefangen und durchschaut die Geschichte nicht vor dem Ende.
Die Hintergründe berühren einen dann aber tief und zeigen, wie weit bedingungslose Mutterliebe in Extremsituationen gehen kann.
Fazit: BABYCALL ist ein undurchsichtiger und packender Thriller mit ergreifenden Geschichte.
Babycall (2011),













